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Wirtschaft im Norden Niederlage für „Peter Pane“ vor Gericht
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Niederlage für „Peter Pane“ vor Gericht
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22:43 08.09.2017
Lübeck

Der Lübecker Gastronom Patrick Junge muss mit seiner Firma Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH eine juristische Niederlage hinnehmen. Das Landgericht München urteilte gestern, dass die Unterlassungsklage und die Plagiatsvorwürfe des früheren Franchisegebers „Hans im Glück“ gegen Junges neue Edelburger-Kette „Peter Pane“ berechtigt sind.

 

Das Geschäft mit Burgern ist lukrativ – aber immer wieder gibt es Streit. SYMBOLFOTO: FOTOLIA

Damit bestätigte das Gericht im Hauptsacheverfahren seine Eilentscheidung vom Mai 2016. „Das Urteil ist ein voller Erfolg für uns“, sagte „Hans im Glück“- Geschäftsführer Johannes Bühler. „Das Raumkonzept von ,Peter Pane’ war in vielerlei Hinsicht zu nah am Konzept von ,Hans im Glück’. Die Entscheidung bestätigt ein weiteres Mal unsere Einzigartigkeit“, so Bühler.

Patrick Junge sieht dagegen keinerlei Konsequenzen aus dem Urteil: „Wir müssen nichts bezahlen.“ Die „Peter Pane“-Restaurants seien alle bereits kurz nach der Klage umgestaltet worden. „Wenn es einen Preis für die unsinnigste Beschäftigung deutscher Gerichte gäbe, hätte ,Hans im Glück’ große Chancen auf diese zweifelhafte Auszeichnung“, stichelte Junge und nennt die Klage eine „Gerichtsposse“.

Das Urteil sei wertlos.

Charakteristisch für die „Hans im Glück“-Burgergrills sind die hohen Birkenstämme in den Restaurants, die aussehen, als würden sie aus den Tischen wachsen, und moderne Hängeleuchten. Nachdem sich Patrick Junge, der im Norden elf „Hans im Glück“-Restaurants betrieben hatte, mit seinem früheren Franchisegeber überworfen hatte, gründete er Monate später seine eigene Burgergrill-Kette „Peter Pane“. Am 6. März 2016 eröffnete er den ersten „Peter Pane“-Burgergrill in Binz auf Rügen. Weil dieses Restaurant noch zu sehr an eine „Hans im Glück“-Filiale erinnerte, erhob der Franchisegeber aus München seine Unterlassungsklage, über die gestern entschieden wurde. Der juristische Streit zwischen beiden Konkurrenten ist damit aber noch nicht zu Ende. Für den 19. September erwartet Junge ein Urteil zu der Klage, die er gegen „Hans im Glück“ eingereicht hatte. Hier geht es um eine Schadenersatzforderung in Höhe von 4,2 Millionen Euro, weil der Franchisegeber ihn im Zuge des Streits nicht mehr mit Waren und Serviceleistungen versorgt habe. Beide Seiten hatten sich 2015 gegenseitig Kündigungen ausgesprochen und streiten darum, wessen Kündigung wirksam ist.

„Mir geht es darum, dass wir uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren“, sagte Junge den LN. Die „Peter Pane“-Grills seien erfolgreich, in Leipzig öffne die nächste Filiale. Pro Jahr sollen fünf bis sechs dazukommen. Auch die drei neuen Hot- Dog-Restaurants in Lübeck und Hamburg liefen „sehr gut“.

Auch „Hans im Glück“ mit 48 Burgergrills will wachsen. Seit einem Jahr gebe es wieder eine Filiale in Berlin, eine weitere folge. In Hamburg werde noch in diesem Jahr im Haus der Patriotischen Gesellschaft ein Grill eröffnet, ein zweiter öffne am Brandsende im Frühjahr 2018. „In Bremen haben wir schon einen Mietvertrag unterschrieben. An der Ostseeküste rund um Lübeck und Kiel sind wir in fortgeschrittenen Gesprächen.“

 Christian Risch