Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Recycelte Perlen aus der Stockelsdorfer Manufaktur
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Recycelte Perlen aus der Stockelsdorfer Manufaktur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 30.06.2019
Sybille Frey, Inhaberin der Manufaktur „steinfarben“, produziert mit recycelten Perlen aus Ghana. Quelle: Rüdiger Jacob
Stockelsdorf

  „Nicht mit Worten, sondern mit praktischer Arbeit“, sagt sie. Und das war der eigentliche Startschuss für die kleine Schmuck-Manufaktur „steinfarben“ in Stockelsdorf.

Schmuck, der aus der Reihe tanzt

Viele Jahre hat Sybille Frey Texte vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Darin ging es um Entwicklungszusammenarbeit. Geschrieben habe sie auch viele Texte. „Und dabei habe ich aber auch viel in die Welt geguckt“, sagt sie. Mehr und mehr beschäftigten Frey die Missstände, die auf der Welt herrschen. Dann wollte sie selbst etwas Praktisches tun. Dinge machen, die die Lage im Globalen Süden verbessern: „Das war der Katalysator, der mich zu meiner jetzigen handwerklichen Tätigkeit gebracht hat“, erzählt die Stockelsdorferin. Seit 2017 geht sie auf Märkte, verkauft ihre Produkte. „Das ist Schmuck, der aus der Reihe tanzt und was zu sagen hat“, betont Frey.

Kooperation mit der Diakonie

Die breite Produktpalette von „steinfarben“ ist längst nicht mehr im Alleingang zu schaffen: Unterstützung bei der Fertigung findet die Inhaberin bei der Vorwerker Diakonie in Lübeck. Dort arbeiten Menschen mit Handicap. Für die Manufaktur leisten sie eine Arbeit, die nicht nur sinnvoll ist, sondern ihnen auch Spaß macht.

Recycel-Glas aus Ghana

Ihre Perlen bezieht die Schmuckdesignerin von Weltladen-Lieferanten und Fairtrade-Importeuren. Außerdem kauft sie bei Händlern, die ihre Ware persönlich vor Ort bestellen, zum Beispiel in Afrika. „Das vermeidet unnötigen Zwischenhandel“, sagt Frey. Die Stockelsdorferin verarbeitet vor allem Perlen aus sogenanntem Krobo-Recyclingglas aus Ghana, Kazuri-Keramik aus Kenia, Horn aus Madagaskar und Tagua (Steinnuss) aus Ecuador. „Fair im weiteren Sinne sind aber auch Materialien aus unbedenklichen Quellen, Kieselsteine zum Beispiel oder Seeglasscherben, die einfach nur aufgesammelt werden müssen“, erklärt Frey.

Farben liegen ihr am Herzen

Ihr Schmuck ist unter anderem auf Kunsthandwerkermärkten oder über das Internet erhältlich. Bei allem, was Sybille Frey macht, liegt ihr eines besonders am Herzen: „Farben, möglichst viele und kräftige auf einmal. Farbe ist Leben. Bunt ist gesund, nicht nur was Perlen betrifft“, ist Frey überzeugt. Und so schnappt sich die Kunsthandwerkerin eine spezielle Kautschukzange, die so gearbeitet ist, dass das Material nicht ausfranst.

Viel Konzentration nötig

Ein Stück Kautschuk wird auf diese Weise vorsichtig Stück für Stück gekürzt. Eine kleinteilige Arbeit, der sich Frey mit viel Konzentration widmet. Auch mit der sogenannten Crimpzange kann sie umgehen. Feine Drähte müssen unter anderem mit Ösen versehen werden. Inzwischen wird es eng in der kleinen Werkstatt, in der sich kleine und große Schubladen mit unzähligen Perlen türmen. Handgefertigt entstehen Perlenketten, Armbänder, Ohrringe. Für eine bessere Welt, wie Frey sagt.

Rüdiger Jacob

Kiel und Hamburg sind Vorreiter bei der neuen Verwaltungsstruktur, die bundesweit ab 2021 für Planung, Bau und Betrieb der Fernstraßen verantwortlich ist. Was bedeutet das für die A  20?

30.06.2019

Die Mitglieder der Arbeitgebervereinigung Lübeck-Schwerin haben erneut Stefan Dräger zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Die Versammlung fand diese Woche in Lübeck statt.

28.06.2019

Das Autohaus Hansa hat jetzt zwölf BMWs an junge Künstlerbetreuer ausgeliefert. Die Damen und Herren werden während des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) Künstler von A nach B fahren.

27.06.2019