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Wirtschaft im Norden Prämie fürs Anschwärzen gekippt
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20:10 16.01.2018
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Braunschweig

Gestern zog die Geschäftsführung der Brauerei Wolters die Prämie wieder zurück, Unternehmensleitung und Betriebsrat hatten sich darauf zuvor vor dem Arbeitsgericht Braunschweig geeinigt.

Im Dezember 2017 waren bei einer Betriebsversammlung mit rund 100 Mitarbeitern vom Betriebsrat anonyme Beschwerden vorgetragen wurden, dabei wurden auch Mitarbeiter namentlich kritisiert. Sie wurden etwa als „überflüssig“, „ohne Ahnung“ oder „nur quatschend“ bezeichnet. Ein Mitarbeiter hätte Schwierigkeiten, bis zehn zu zählen. Ein anderer würde Statistiken schönen. Nach Auffassung der Wolters-Geschäftsführung war die Kritik „hochgradig beleidigend“, daraufhin wurde die Belohnung ausgelobt.

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„Ziel war es, den Betriebsfrieden wieder herzustellen“, sagte Peter Lehna, einer der Wolters-Geschäftsführer, nach der Einigung. Weder der Belegschaft noch dem Betriebsrat habe die Unternehmensleitung einen Maulkorb verpassen wollen. „Wir sind froh, dass es zu dieser Einigung gekommen ist. Das ist genau das, was wir wollten“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Peggy Seimert sichtbar erleichtert.

Sie bezeichnete sich in diesem Fall selbst als „Unglücksrabe“, weil sie die Beschwerden im Dezember vorgetragen hatte. Der anonyme Beschwerdebrief hatte sie erst kurz vor der Versammlung erreicht.

Danach versuchte sie durch Entschuldigungen, die Wogen zu glätten – vergeblich. Es folgte die Ausschreibung der Belohnung, gegen die wiederum der Betriebsrat gerichtlich vorging, um sie im Eilverfahren verbieten zu lassen.

In der Verhandlung wurde schnell klar, dass beide Parteien eine Einigung anstrebten. Mehrfach betonte auch die Richterin, dass beide Seiten eigentlich dasselbe Ziel verfolgten.

LN

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