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Wirtschaft im Norden Rekord bei Vermittlung von Immobilien
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20:10 28.03.2018
Der Vorstand der Sparkasse zu Lübeck: Oke Heuer, der Vorsitzende Frank Schumacher und Oliver Saggau (v. l.).
Der Vorstand der Sparkasse zu Lübeck: Oke Heuer, der Vorsitzende Frank Schumacher und Oliver Saggau (v. l.). Quelle: Foto: 54 Grad/felix König
Lübeck

„In Lübeck passiert zurzeit eine Menge, und bei den vielen Baustellen sind wir mit einer hohen Quote beteiligt“, sagte Schumacher gestern in der Sparkassenzentrale, wo er die Bilanz gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Oliver Saggau und Oke Heuer präsentierte.

Das Fundament des Kreditinstituts sei stabil, die Sparkasse für die Zukunft gut gerüstet. Besonders stolz ist der Vorstand auf den Rekord im Bereich Immobilien. „Mit einem Volumenanstieg um 17,8 Prozent auf 58,2 Millionen Euro konnte das Vorjahresergebnis deutlich übertroffen werden“, erklärte Saggau, „mitverantwortlich für das Wachstum war die Vermittlung von Großprojekten.“ Getragen sei dieses starke Wachstum sowohl von Ferienimmobilien als auch von der Finanzierung von Neubau-Wohnungen und dem Kauf gebrauchter Immobilien. Mit dem neuen Magazin „Immotion“ und dem digitalen Angebot „Preisfinder“ untermauere die Sparkasse ihre Position als Marktführer in diesem Bereich in Lübeck. Die Preise für Häuser und Wohnungen würden immer noch steigen, aber nicht mehr so stark wie noch vor Jahren. Auch bei auswärtigen Investoren steige unterdessen das Interesse an Lübeck. „Wir würden gerne auch Hamburger nach Lübeck locken“, sagte Schumacher. Man bedaure, dass das Land einen Beitritt Lübecks zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV) ablehne.

Die Umstellung der privaten Konten auf Mehrwertmodelle unter dem Titel „Mein Lübecker“ sei unterm Strich erfolgreich gewesen, erklärte Saggau. 60 Prozent der Kunden hätten sich dafür entschieden, auf ein Komfortkonto (9,90 Euro pro Monat) oder Premium (15,90 Euro) umzusteigen, die mit diversen Rabatten bei Händlern verknüpft sind. Die anderen 40 Prozent seien in S-Giro-Online (5,90 Euro) oder anderen Modellen. Die Information über die Umstellung hatte der Sparkasse viel Kritik von Kunden eingebracht. „Die Beratung hat unsere Mitarbeiter eine Menge Kraft gekostet“, so Saggau.

Persönliche Beratung bleibe wichtig. Zurzeit gebe es 24 Geschäftsstellen, davon 12 mit Mitarbeitern. Der S-Corner, eine Filiale für junge Kunden, sei sehr gut angenommen worden. Aber auch das Dialog-Center, in dem Kunden online oder am Telefon beraten werden, sei sehr gefragt. Zurzeit habe die Sparkasse 479 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2016: 482), darunter 30 Auszubildende.

Der Druck auf die Zinsspanne bleibe weiter groß, sagte Heuer. Für Einlagen bei der EZB muss die Sparkasse zahlen. Private Kunden müssen aber weiterhin keinen Negativzins fürchten, so Schumacher.

„Kein Mensch glaubt, dass die Zinsen schnell steigen. Wir würden uns aber wünschen, dass die EZB die Wende im September einleitet und die Zinsen dann kontrolliert steigen“, erklärte Heuer. Dieser Wunsch sei kein Eigensinn. „Alle Sparer und Anleger, die Geldvermögen in Lebens- oder Rentenversicherungen haben, müssen bei den Niedrigzinsen die Suppe auslöffeln“, sagte Schumacher.

Zahlen und Fakten

Der Jahresüberschuss der Sparkasse zu Lübeck liegt bei neun Millionen Euro, eine Million mehr als 2016. Die Gemeinnützige Sparkassenstiftung erhält davon 3,3 Millionen Euro. Die Bilanzsumme stieg von 2,665 (2016) auf 2,747 Milliarden Euro, die Kundeneinlagen von 1,796 auf 1,890 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss sank von 50,8 auf 50,1 Millionen, der Provisionsüberschuss stieg von 20,1 auf 21,3 Millionen. Die Kernkapitalquote liegt unverändert bei 14,0 Prozent.

Christian Risch