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Wirtschaft im Norden Herber Dämpfer für SLM Solutions
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18:44 21.12.2018
Der in diesem Jahr bezogenen Neubau der SLM Solutions Group AG im Estlandring 4 in Lübeck-Genin. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Herber Dämpfer für die SLM Solutions Group AG: Der führende Hersteller von 3-D-Druckern wird deutlich weniger Umsatz und Gewinn machen als im Vorjahr. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr muss das Lübecker Unternehmen seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr zurückschrauben. Hatte SLM zunächst einen Umsatz von 125 Millionen Euro in 2018 angepeilt und dann auf 110 bis 125 Millionen und später zwischen 90 und 100 Millionen Euro korrigiert, wird auch diese Zielmarke noch deutlich unterboten.

Man erwarte jetzt einen Umsatz „im zweistelligen Prozentbereich unter Vorjahresniveau“, teilte SLM jetzt mit. Der Umsatz lag 2017 bei 82,5 Millionen Euro, der neuen Mitteilung zufolge dürfte er nun bei höchstens 75 Millionen Euro liegen – oder sogar deutlich darunter. Als börsennotiertes Unternehmen muss SLM Quartalszahlen und Gewinnwarnungen nach Börsenrecht veröffentlichen.

Rahmenverträge sollen Schuld sein

Was sind die Gründe? Einerseits hätten sich Abrufe aus im Jahr 2017 geschlossenen Rahmenverträgen verzögert, andererseits hätte SLM „erhebliche Zugeständnisse“ an Kunden gewähren müssen, um noch einen Umsatz von 90 bis 100 Millionen Euro zu erreichen – sprich: es wäre nur durch großzügige Rabatte erreichbar gewesen, erklärt SLM. Das aber sei dem „langfristigen Unternehmensinteresse abträglich“ und entspreche nicht einer nachhaltigen Strategie.

„Der Vorstand sieht das langfristig als die richtige Entscheidung an, da die Qualität unserer Technologie nach wie vor führend ist und gleichzeitig die grundsätzliche Nachfrage nach den Produkten ungebrochen hoch ist“, sagt SLM-Vertriebsvorstand Axel Schulz. Die Geschäftschancen seien mit einem Gesamtwert von 630 Millionen Euro seit der Branchenmesse „formnext“ stark angestiegen. Um die Planbarkeit des Geschäfts zu verbessern, arbeite der SLM-Vorstand „an einer Verfeinerung der Unternehmensstrategie sowie strukturellen Anpassungen“.

Großkunde aus Asien stoppte Abnahme

Anfang November hatte SLM zuletzt die Prognose nach unten korrigiert, nachdem ein Großkunde aus Asien nach einem offenbar selbstverursachten Schaden an einer Maschine die Abnahme von 19 weiteren 3-D-Druckern vorerst gestoppt hatte. „Der Kunde ist in Gesprächen mit seiner Versicherung. Wir hoffen, dass der Schadensfall schnell geklärt werden kann und die anderen bestellten Maschinen dann abgerufen werden“, sagt SLM-Sprecher Dennis Schäfer.

Und das Lübecker Unternehmen sucht nach der Ankündigung von Uwe Bögershausen, seinen bis Ende Juni 2019 laufenden Vertrag nicht zu verlängern, auch einen neuen Vorstandsvorsitzenden. „Der Aufsichtsrat ist in guten und aussichtsreichen Gesprächen mit potenziellen Kandidaten“, sagte Schäfer dazu.

Christian Risch

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