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Wirtschaft im Norden So einfach können Sie Strom sparen
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07:00 09.12.2019
Energieberater Ingo Sell sieht sich die Halogenlampen im Flur von Birgit Seidel in Lübeck genauer an. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Eine Waschmaschine von 1997, ein elektrischer Durchlauferhitzer und Halogenlampen – in Birgit Seidels Wohnung gibt es den einen oder anderen Stromfresser. „Meine Stromkostenabrechnung kam erst letztens – und als ich die gesehen habe, dachte ich, es wäre nicht verkehrt, sich mal beraten zu lassen“, erzählt die Lübeckerin. Dafür meldete sie sich für einen kostenlosen Basis-Check bei der Verbraucherzentrale Lübeck an. Und kaum eine Woche später steht Diplom-Ingenieur Ingo Sell in ihrer Wohnung in Lübeck.

„Regelmäßiges Abtauen ist wichtig“

Ihm fallen sogleich die Halogenlampen im Flur auf: „Wenn das Licht im Flur nicht so häufig benutzt wird, ist das in Ordnung. Ansonsten sind Energiesparleuchten und LED-Lampen deutlich sparsamer.“ In der angrenzenden Küche fällt sein Blick rasch auf den großen Kühl- und Gefrierschrank. „Der ist ungefähr zwei Jahre alt“, erklärt Birgit Seidel. Er habe auch eine Abtau-Funktion, die automatisch funktioniere. Der Experte lobt anerkennend: „Regelmäßiges Abtauen ist wichtig, um die Kühlfunktion nicht zu beeinträchtigen.“ Auch die Temperatur sei mit acht Grad Celsius ideal eingestellt. Kühler als sieben Grad sollte ein Kühlschrank nicht eingestellt werden, „weil das Gerät zu sehr auskühlt, wodurch mehr Strom verbraucht wird.“

„Wärme mit Strom zu erzeugen, ist immer teuer“

Unter der Spüle hat Birgit Seidel einen elektrischen Durchlauferhitzer zur Warmwasserbereitung, auf den sie den Energieberater aufmerksam macht. „Wärme mit Strom zu erzeugen, ist immer teuer“, erklärt der Ingo Sell. Grundsätzlich seien Durchlauferhitzer effizient, „fressen aber eine Menge Strom“, fährt er fort. Im Bundesdurchschnitt verbraucht ein Drei-Personen-Haushalt in einem Mehrfamilienhaus circa 3200 Kilowattstunden jährlich. Erfolgt die Warmwasserbereitung durch einen elektrischen Durchlauferhitzer, erhöht sich die Anzahl auf rund 4500 Kilowattstunden. Um trotzdem zu sparen, könnte Birgit Seidel die Temperatur des Erhitzers etwas senken.

Auf die Waschtemperatur achten

Als Ingo Sell einen Blick neben die Spüle wirft, ist er verblüfft. „Die habe ich mir 1997 angeschafft“, erklärt Birgit Seidel und meint damit ihre Waschmaschine. „Alte Maschinen nutzen viel Wasser“, erklärt der Experte und fragt die Lübeckerin, welche Temperaturen sie häufig zum Waschen einstelle: „So 60 oder 95 Grad, weil ich nicht möchte, dass meine Wäsche stinkt oder Bakterien nicht abgetötet werden.“ Zu viel, meint der Experte. „Gelegentlich ist das in Ordnung, aber im Schnitt reichen auch 40 Grad.“

Leisten ausschalten, Stecker ziehen

Unsicher ist Birgit Seidel bei der Steckdosenleiste in der Küche. Eingesteckt sind dort der Toaster, der Wasserkocher und die Kaffeemaschine. „Muss ich die Geräte eigentlich immer ausstöpseln, oder kann ich sie in der Steckerleiste lassen?“ Es verhalte sich mit Steckerleisten wie mit Lichtschaltern, erklärt der Energieberater: „Der Strom fließt nur, wenn ich die Geräte benutze. Brauche ich sie gerade nicht, sollte die Leiste trotzdem ausgeschaltet werden, sofern sie über einen Schalter verfügt.“ Gerade bei Unterhaltungselektronik sei dies praktisch, manche Geräte zögen auch im Stand-by-Modus Strom.

Alles in allem achtet Birgit Seidel bereits gut auf ihren Stromverbrauch, lobt Energieberater Ingo Sell. Mit kleinen Tricks (siehe Infokasten) sei aber noch mehr möglich.

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Tipps vom Energieberater

Durch kleine Tricks und Tipps kann jeder Haushalt Strom sparen. Das rät Experte Ingo Sell von der Verbraucherzentrale Lübeck:

Beim Neukauf von Geräten sollte auf die Energieeffizienzklasse geachtet werden. Je höher sie ist, desto mehr kann an Strom gespart werden.

Zu jedem Topf gehört ein Deckel. Mit offenem Töpfen zu kochen, verbraucht unnötig Energie. Beim Erhitzen kleinerer Wassermengen für zum Beispiel Nudeln sollte das Wasser mit dem Wasserkocher erhitzt werden. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Strom.

Wäsche sollte bestenfalls bei 40 Grad Celsius gewaschen und zum Trocknen auf die Leine gehangen werden.

Bei häufiger Nutzung von Licht sollte man im jeweiligen Raum auf eine Energiesparleuchte oder LED-Lampe setzen. Generell gilt auch: das Licht ausschalten, wenn der Raum verlassen wird.

Unterhaltungselektronik frisst in einem durchschnittlichen Haushalt in einer Wohnung mit am meisten Strom. Da lohnt es sich, um zu sparen, den Energiesparmodus einzuschalten.

Von Lisa-Marie Pohlmann

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