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Wirtschaft im Norden Streik: Zugausfälle vor allem im Fernverkehr - Reisende genervt
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Streik: Zugausfälle vor allem im Fernverkehr - Reisende genervt
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15:09 22.04.2015
Ratlose Reisende vor der Anzeigetafel auf dem Lübecker Hauptbahnhof. Quelle: Neelsen
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+++ 15.08 Uhr: Noch bekommt Hansa-Park Geschäftsführer Andreas Leicht die Auswirkungen des Streiks nicht zu spüren. "Aber wir haben natürlich einen sehr hohen Anteil an Besucher, der mit der Bahn kommt", so Leicht. Insbesondere in den Monaten Mai, Juni und Juli würden Schulklassen anreisen. Bei einem erneuten oder längeren Streik fürchtet Leicht deshalb einen Wegfall von Gästen. "Die Verbindung ist für uns sehr wichtig", betont er.

+++ 15 Uhr: 66 Stunden wollen die Lokführer streiken. Hier geht's zu den Streiks der Superlative.

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+++ 13.24 Uhr - ReinfeldAm Bahnhof in Reinfeld geht es am Mittag ruhig zu, auch was die Gemüter der Bahnreisenden angeht. Viele hatten sich auf den Streik eingestellt und ihren Tagesabblauf umgeplant. "Immerhin fährt der Zug ja jede Stunde nach Hamburg und in Richtung Lübeck", sagt Jospehine (18). Jana Roquet aus Groß Wesenberg war indes ein wenig genervt. "Ich bin alleinerziehende Mutter und muss zur Arbeit", sagte die 23-Jährige. "Da kann ich nicht jedes, wenn die streiken, sagen: Tut mir leid, die Bahn fährt nicht. Ich komme später oder gar nicht." Anna Krippgans aus Lübeck dagegen macht ihrem Unmut Luft. "Ich finde es unmöglich, dass die Lokführer wieder streiken. Ich verstehe die Gewerkschaft einfach nicht mehr", sagt die 61-Jährige, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, weil sie kein Auto hat.

+++ 12.51 Uhr - Mölln: Nach Auskunft der Bahn wird auch den restlichen Tag über von Mölln aus kein Zug fahren.

+++12.16 Uhr - Neustadt: Der Bahn-Streik für leere Klassen. Thomas Schlieker, Leiter der Beruflichen Schule in Neustadt berichtet, dass insbesondere die Fehmaraner Schüler Probleme hätten, zum Unterricht zu kommen. 

+++ 11.52 Uhr: Beliebtes Verkehrsmittel heute am Lübecker Hauptbahnhof: die Fernbusse. Auch bundesweit sind heute viele Reisende im Fernverkehr auf den Bus umgestiegen. Mehr dazu hier.

Gegenüber den LN bestätigt eine Sprecherin des Unternehmens MeinFernbus, dass sich die Zugriffe auf die Webseite seit gestern mehr als verdoppelt haben. "Wir registrieren 70 Prozent mehr Buchungen als sonst." Das spiegelt sich auch in den Preisen wider: Gestern kostete ein Ticket von Lübeck nach Berlin noch 14 Euro, inzwischen pendeln die Preise für heute und morgen zwischen 19,50 und 24 Euro pro Fahrt in die Hauptstadt.

Foto: Wolfgang Maxwitat



+++ 11.19 Uhr - Oldenburg in Holstein: Gähnende Leere auf dem Bahnsteig, nur drinnen vor dem Kiosk tummeln sich einige Herrschaften, trinken Kaffee und klönen. Kiosk-Betreiberin Hansen sagt: "Die Menschen werden nicht informiert, sie wissen nicht, wie sie von A nach B kommen. Den Busfahrplan musste ich aus dem Internet ausdrucken." Ihr fehle die Laufkundschaft. Besonders morgen werde sie das wohl zu spüren bekommen. Dann reisen 4000 Festival-Gäste im Ferienpark Weissenhaus an - ein Großteil wäre unter normalen Umständen wohl mit der Bahn gekommen.

Foto: Peter Mantik



+++ 11.16 Uhr - Mölln: Nach wie vor fahren von Mölln aus keine Züge in Richtung Lauenburg oder Büchen . Stattdessen setzt die Bahn Busse ein. Die Fahrt von Mölln nach Büchen dauert 46 statt normal elf Minuten.

Foto: Sven Raschke



+++ 11.15 Uhr - Neustadt: In Ostholstein müssen sich Reisende mehr Zeit nehmen. Zwischen Lübeck und Puttgarden fahren keine Züge. Es werden Busse eingesetzt, die alle zwei Stunden verkehren. Den LN erzählte der Grömitzer Thomas Löhr, dass er von der Hansestadt bis nach Neustadt 1:45 Stunden unterwegs war. Normalerweise dauert die Fahrt etwas mehr als eine halbe Stunde. "Der Busfahrer kannte die Strecke nicht. Er hatte ein Navi", so Löhr.

Foto: Sebastian Rosenkötter



Von Lübeck nach Puttgarden dauert die Fahrt mit dem Schienenersatzverkehr laut aktuellem Fahrplan 2:43 Stunden.

+++ 10.54 Uhr: Kann ein Schlichter die festgefahrenen Verhandlungen zwischen der GDL und der Deutschen Bahn weiterbringen? 

+++ 10.49 Uhr: Nun droht auch die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mit Streik, sollte bis 1. Juni kein Abschluss stehen. Hier lesen Sie mehr. 

+++ 10.23 Uhr - Bad SegebergVom Streik nichts zu spüren: In Bad Segeberg rollen die Züge Richtung Bad Oldesloe und Neumünster pünktlich vom Gleis. Die Norbahn ist vom Streik der Lokführer nicht betroffen. "Es gibt zurzeit keine Beeinträchtigungen durch den Streik auf den Betrieb unserer Züge", sagt Christiane Lage, Sprecherin der Nordbahn. Ob in Bad Segeberg weniger Fahrgäste zugestiegen sind, weil sie eventuell Anschlüsse in Bad Oldesloe oder Neumünster verpassen, vermochte Lage nicht zu sagen. Im Hamburger Randgebiet sei aber der umgekehrten Effekt zu erkennen: "Weil dort Züge der Deutschen Bahn ausfallen, steigen viele Fahrgäste auf die Nordbahn um", so Christiane Lage.   

+++ 10.07 Uhr - EutinGisela Wolters (85) und ihrer Tochter Annette Wollters (58) wurde der Urlaub durch den Bahnstreik verdorben. Die beiden Eutinerinnen wollten heute nach Neubrandenburg fahren. Gerade haben sie erfahren, dass sie erst am Freitag dort hin kommen. Jetzt sitzen mit ihrem ganzen Gepäck ratlos am Eutiner Bahnhof. "Das ist wirklich und unglaublich. Wir haben doch das Hotel und alles gebucht. Unser Geld bekommen wir da nicht zurück", sagt Annette Wolters sichtlich geknickt. Dabei hätten man ihnen gestern gegen vier Uhr noch versichert, dass die Verbindungen fahren werden.

Foto: Alessandra Röder



+++ 9.54 Uhr - Eutin: Zahlreiche Jugendliche sind heute wegen der Zugausfälle zu spät zur Schule gekommen. Die Bahn hat an die Schüler entsprechende Bescheinigungen verteilt.

Foto: Alessandra Röder



Kioskbesitzerin Silvia Janus vom "Knuspereck" am Eutiner Bahnhof versorgt wartende Pendler mit Brötchen und Kaffee. Durch den Streik hatte sie heute ein paar Kunden mehr. Geschimpft hätte aber noch keiner. "Heute waren eigentlich alle ganz entspannt. Die sind darauf vorbereitet", sagt sie. Allerdings ist sie nicht sicher, ob dieses Verständnis anhält. "Meistens werden die Leute am zweiten Tag ungeduldiger."

Foto: Alessandra Röder



+++ 9.27 Uhr - Lübeck: Von Gedränge in Lübeck keine Spur. Im Bahnhof herrscht gähnende Leere. Vor dem Gebäude haben sich Streikposten der Gdl aufgestellt.

Foto: Holger Kröger



Mittlerweile sind offenbar auch die Anzeigetafeln auf dem aktuellen Stand und informieren die Zugreisenden über Ausfälle und Alternativen.

Foto: Holger Kröger



+++ 9.10 Uhr: Dichtes Gedränge und Anstehen auf dem Hamburger Hauptbahnhof. Da ist Geduld gefragt.

Foto: dpa

 

+++ 8.45 Uhr - Bad Schwartau: Viele Fahrgäste haben sich heute nicht zum Bahnhof in Bad Schwartau aufgemacht. Bei denen, die doch gekommen waren, herrschte Erleichterung, dass zumindest die Regionalbahn um 7.27 Uhr nach Kiel gefahren ist - wenn auch mit ein paar Minuten Verspätung.

Derweil steht Michael Eggert einsam am Bahnsteig. Den Zug nach Eutin hat er verpasst, weil der Bus im Stau steckte. Nächste Hoffnung ist der Zug um 9.27 nach Eutin. Dann die gute Nachricht: Ein Arbeitskollege holt ihn mit dem Auto ab.

Foto: Sebastian Prey



+++ 8.43 - LübeckGedränge im Zug von Lübeck nach Hamburg. Die Bahnfahrer stehen in den Gängen dicht an dicht. "Es ist deutlich voller als sonst", sagt Özlem Akyol (29). Sie fährt die Strecke täglich.

Mit einem Streik im Güterverkehr hat die Lokführergewerkschaft (GDL) am 21. April 2015 ihre siebte Streikwelle begonnen. Ab dem 22. April 2015 stehen auch viele Personenzüge in ganz Deutschland still.

+++ 8.42 Uhr: GDL-Chef Claus Weselsky hat heute Morgen der Deutschen Bahn im Tarifstreit erneut die Schuld am Abbruch der Verhandlungen gegeben und den Vorstand attackiert. Mehr dazu lesen Sie hier. 

+++ 8.35 Uhr: Im Norden ist vor allem der Fernverkehr von dem Streik betroffen, die Verbindung Hamburg-München und Hamburg-Berlin wird nur sehr eingeschränkt bedient. Etwa zwei Drittel der Züge entfallen. Hier geht es zum Ersatzfahrplan für den Fernverkehr der Bahn

+++ 8.15 Uhr - Eutin: Der Zug fährt. 

Foto: Alessandra Röder



+++ 7.59 Uhr - Eutin: Das große Warten und die bange Frage: Ob der Zug um 8 Uhr wohl wirklich kommt?

Foto: Alessandra Röder



+++7.58 Uhr - Lübeck: Schlechte Stimmung am Hauptbahnhof - "Ich bin gerade in der Probezeit", sagt Pendlerin Franziska Gerken. Sie arbeitet bei der Musical-Firma Stage in Hamburg und fährt jeden Tag von Lübeck mit der Bahn dorthin. Heute kommt sie wohl etwas verspätet an, denn zwei Züge nach Hamburg sind ausgefallen. "Das ist blöd", sagt die 25-Jährige. Bei ihrem Arbeitgeber hat sie Bescheid gesagt. "Für den Streik habe ich kein Verständnis." Sie hoffe, dass es zwischen GDL und Bahn bald zur Einigung komme.

Auch die Bahn findet: Dieser Streik ist überflüssig und schädlich.

+++ 7.15 Uhr - EutinDie beiden Zugverbindungen von Eutin nach Kiel um 6:59 und um 7:29 fallen aus. Für die beiden Ausfälle wurde bisher keine Ersatzverbindung durchgegeben. Der nächste soll um 7:59 fahren. Viele Schüler nutzen diese Verbindung, um zur Schule nach Malente oder Pönitz zu fahren. Wie Susannah Stima (14) - die ruft ihre Mutter an, damit sie abgeholt wird. Zu spät kommt sie ganz sicher. Gemeinsam mit Nele Juhl (14) wartet sie nämlich schon seit einer halben Stunde auf ihre Zugverbindung nach Malente.

Foto: Alessandra Röder

<br /><br />+++ 7.00 Uhr - Lübeck: Der Zug um 7.08 Uhr nach Hamburg fällt aus. An den Anzeigentafeln sind Züge, die ausfallen, nicht aufgeführt. Offenbar ein bundesweites Problem (hier mehr lesen).

Foto: Elena Vogt



+++ 6.45 Uhr - MöllnDer Bahnhof Mölln ist verwaist, die Züge fallen aus. Nur ein Pendler, der den Bahnstreik vergessen hatte, steht dort. Ob er mit dem Schienenersatzverkehr noch rechtzeitig zur Arbeit kommt, weiß er nicht.

Foto: Sven Raschke



Seit dem frühen Morgen müssen Pendler und Reisende in Hamburg und Schleswig-Holstein mit zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Wie die Lokführergewerkschaft GDL Bezirk Nord bestätigte, befinden sich ihre Mitglieder seit 2 Uhr im Ausstand. Die Deutsche Bahn reagiert auf den Streik mit einem Notfahrplan. Sie will zumindest die wichtigsten Verbindungen bedienen.

Die Hauptlinien der S-Bahn S1, S3, S21 und S31 fahren nur im 20-Minuten-Takt. Die Verstärkungslinien S11 und S2 fallen aus. Die Haupt-Nahverkehrsstrecken Hamburg-Kiel und Hamburg-Lübeck werden stündlich bedient. „Auf den anderen Strecken wird es teilweise einen Zwei-Stunden-Takt geben“, sagte ein Bahn-Sprecher.

Auch Busse werden als Ersatz eingesetzt. Die Fernzüge fahren nur deutlich seltener als üblich, zum Beispiel auf den Strecken Hamburg-München und Hamburg-Berlin. Im Fernverkehr sollen etwa zwei Drittel der Züge entfallen.

Begonnen hatte der Streik bereits am Dienstag um 15 Uhr im Güterverkehr. Die GDL will weiteren Druck auf die Deutsche Bahn machen. Sie hatte die Verhandlungen am vergangenen Freitag ein weiteres Mal für gescheitert erklärt. Als entscheidenden Punkt bezeichnete sie die Einstufung der Lokrangierführer im Tarifgefüge der Bahn.

Im Güterverkehr sollen die Züge erst am Freitagmorgen um 9 Uhr wieder rollen. Bis dahin hätten für die Versorgung wichtige Züge Vorrang, kündigte die Bahn an.

Hier hat die Bahn einen Ersatzfahrplan für den Fernverkehr veröffentlicht

Wieviel Verspätung hat mein Zug? Hier gibt es Zugriff auf die Fahrplananzeigen an den deutschen Bahnhöfen (z.B. Lübeck Hbf)

Mehr lesen: Stillstand auf der Schiene - Was Bahnkunden bei einem Streik zusteht (Fragen und Antworten)

Bereits Dienstag erste Zügeausfälle - Hamburger S-Bahn soll im 20-Minuten-Takt fahren - Hier weitere Details zum Bahnstreik

Im Regionalverkehr sollen die Züge auf den Hauptstrecken Kiel-Hamburg und Lübeck-Hamburg im Stundentakt fahren, wie Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis ankündigte. „Auf den anderen Strecken wird es teilweise einen Zwei-Stunden-Takt geben. Oder wir versuchen, das mit Bussen abzudecken.“ Der Ersatzfahrplan für den Regionalverkehr soll am Abend online gehen.

Es ist die siebte Warnstreik- oder Streikaktion seit Beginn die Tarifkonflikts. Zuletzt hatten die Lokführer Anfang November gestreikt.