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Wirtschaft im Norden Streit um Fluglärm am Hamburger Airport
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21:10 04.04.2017
Die Zahl der Passagiere am Flughafen Hamburg steigt kontinuierlich: 2016 registrierte der Airport mehr als 16 Millionen Fluggäste. Quelle: Foto: A. Heimken/dpa
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Hamburg

. Mehr Passagiere verreisen über den Hamburger Flughafen, es starten und landen aber kaum mehr Flugzeuge. 2016 registrierte der Airport mehr als 16 Millionen Fluggäste, ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Flugbewegungen stieg jedoch nur um 1,4 Prozent auf gut 160 000. „Der Luftverkehr wird immer effizienter“, erklärt Flughafenchef Michael Eggenschwiler. Im Zehnjahresvergleich habe die Zahl der Passagiere um 27 Prozent zugenommen, die Zahl der Flugbewegungen sei dagegen sogar um sieben Prozent gesunken. Die Auslastung der Maschinen sei allein im vergangenen Jahr um 0,6 Prozentpunkte auf 76,6 Prozent gestiegen.

Das Wachstum geht vor allem auf die Hamburger zurück, ergab eine Passagierbefragung des Airports. Im Jahr 2016 kamen 750 000 zusätzliche Fluggäste aus der Hansestadt. Die Hanseaten machten 61 Prozent aller Passagiere aus. Auf Platz zwei lagen die Schleswig-Holsteiner mit einem Anteil von 25,8 Prozent. Die vom Flugbetrieb ausgehende Lärmbelastung sei sehr stabil, es gebe nur minimale Schwankungen, betonte der Flughafenchef.

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Das sehen die fluglärmgeplagten Anwohner des Hamburger Airports anders: Sie haben 2016 ihr lautestes Jahr seit der Jahrtausendwende erlebt. So sei der sogenannte Fluglärmteppich – also der lärmbetroffene Bereich im Flughafenumfeld – auf 14 Quadratkilometer gewachsen. In den sechs flugverkehrsreichsten Monaten sei zudem das von 23 Uhr an geltende Nachtflugverbot nur an 12 von 184 Nächten eingehalten worden, sagte BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch gestern bei der Präsentation des ersten Fluglärmreports der Umweltorganisation. Die Umweltbehörde bestreitet diese Zahlen. Eine Entwarnung sei nicht in Sicht, so Braasch. Das erste Quartal 2017 sei noch mal um ungefähr fünf Prozent lauter geworden. „Die Billigflieger spielen dabei eine entscheidende Rolle.“ Sie allein machten bei den Verspätungen nach 23 Uhr einen Anteil von rund 75 Prozent aus. Braasch erneuerte seine Forderung nach einem strikten Nachtflugverbot schon ab 22 Uhr. Bereits seit dem 1. März sammelt der BUND dafür Unterschriften, die noch vor der Sommerpause eine Volkspetition bei der Bürgerschaft ermöglichen sollen.

Ein Nachtflugverbot schon ab 22 Uhr, wie es der BUND fordere, würde Arbeitsplätze kosten, hält Airport-Chef Michael Eggenschwiler dagegen. Die Airlines würden dann Hamburg verlassen, weil sie ihre Maschinen gar nicht mehr effizient betreiben könnten.

LN