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Wirtschaft im Norden Teenager gründet IT-Firma: Programmieren für Schüler
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Teenager gründet IT-Firma: Programmieren für Schüler
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22:31 05.12.2016
Coding World-Gründer Samuel Brinkmann (rechts) und Philipp Bohk beliefern Kunden in ganz Deutschland. Quelle: Joachim Welding
Flensburg

Schon als Kind hat Samuel Brinkmann von einer Roboterarmee geträumt, die für ihn alle lästigen Aufgaben übernimmt. Das Programmieren brachte er sich frühzeitig selber bei, um dann zu erkennen, dass die Schulen mangels ausgebildeter Fachlehrer mit dieser Aufgabe heillos überfordert sind. „Wir haben schon als Schüler bemerkt, dass die Firmen gar nicht so viele IT-Fachkräfte bekommen können, wie sie brauchen“, meint Brinkmann, der im Chaos-Treff Flensburg mit Gleichgesinnten an neuen Programmier-Ideen tüftelt.

 

Das Starter-Kit enthält alles, was man fürs Programmieren braucht.

Während in Deutschland kaum 40 Programmiertreffs in den Städten existieren, kommen Briten in über 3000 Treffs zusammen, sagt Brinkmann, der zu den jüngsten Unternehmensgründern in Deutschland zählt.

In einer Aktion habe die BBC in England kürzlich eine Million Mini-Rechner gratis an Jugendliche ausgeteilt. Diese Beispiele zeigen, wie die anderen Industrienationen an Deutschland vorbeiziehen, was IT-Schlüsseltechnologien angeht, meint der aufgeweckte Teenager. „Wichtig ist mir, Schüler schon ab der siebten Klasse spielerisch ans Programmieren heranzuführen und den Spaß an der Sache zu fördern.“ Denn begeisterte Kids seien die Fachkräfte von morgen.

Wie das klappen kann, erfuhr der Schüler selbst in der zwölften Klasse, als er mit einem Freund einen Programmierworkshop für Jugendliche leitete. „Das stieß auf reges Interesse, so dass wir auf die Idee des Programmier-Starterkits kamen. Es enthält alle elektronischen Bauteile, um etwa einen Entfernungssensor oder eine Wetterstation zu bauen, eine Alarmanlage oder einen Taschenrechner“, sagt Brinkmann, der sein Startup Coding World zusammen mit dem erfahrenen Philipp Bohk führt. Der 31-Jährige hat Internationales Management studiert und führt einen Online-Shop für Elektronik.

Nachdem Samuel Brinkmann schon in der Schulzeit einige Hundert Anfragen für das Starter-Kit bekam, hat Coding World innerhalb eines Jahres über 2000 Programmier-Kästen verkauft. „Inzwischen bieten wir sechs Themensets an, die sich miteinander kombinieren lassen.“

Während das Starter-Kit mit knapp 50 Euro zu Buche schlägt, kostet etwa das darauf aufbauende Kit „Spiele programmieren“ 20 Euro. „Genauso wichtig wie die Bauteile ist das Jugend Programmiert Starter Buch, das wir bereits in der zweiten Version dem Kit beilegen. Es veranschaulicht didaktisch Schritt für Schritt, wie man die Bauteile verbindet, einen Rechner programmiert und erfolgreich Aufgaben löst.“ Bei Fragen können sich die Kunden direkt an die Flensburger wenden.

Bei Coding World gibt es auch einen scheckkartengroßen Computer namens Raspberry Pi für 30 Euro. Und ein Kit-Abo: Für 15 Euro im Monat bekommen die Kunden alle vier Wochen ein neues Set samt Anleitung ins Haus.

 Joachim Welding

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