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Wirtschaft im Norden Telefonbücher sind noch immer gefragt
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22:28 04.10.2013
Die aktuellen Telefonbücher für Lübeck und Ostholstein liegen im Citti- Park in Lübeck aus. Ingo Münstermann nimmt sich eines. Quelle: Fotos: Maxwitat
Lübeck

Von Aaris Schlüsseldienst in Ahrensbök bis Zweiacker Gertrud in Wangels: Das aktuelle Telefonbuch für Lübeck und Ostholstein umfasst 696 Seiten, eng beschrieben. Für viele ist es in Zeiten von Tablet-PC und Smartphone bereits ein Auslaufmodell, doch der Klassiker erscheint Jahr für Jahr in der gedruckten Form — und behauptet sich dabei wacker gegen das Internet. Die Auflage des Lübeck- und Ostholstein-Buchs für das Jahr 2013 lag bei 152 500 Stück. Vom Örtlichen für Lübeck und Umgebung druckte Schmidt-Römhild im März sogar 202 300 Exemplare. Der Lübecker Verlag ist für die Herstellung von insgesamt fünf Telefonbüchern verantwortlich.

„Die Auflage ist in den vergangenen Jahren entweder gleich geblieben oder gestiegen“, sagt Abteilungsleiterin Viola Szabo von Schmidt-Römhild. „Bis jetzt ist sie nicht einmal zurückgegangen.“

Deutschlandweit entwickelt sich die Auflage etwas verhaltener. „Grundsätzlich sind die Auflagenzahlen unserer Printverzeichnisse leicht rückläufig“, sagt ein Sprecher der Deutschen Telekom Medien GmbH (DeTeMedien). Gemeinsam mit über 100 mittelständischen Fachverlagen — unter anderem dem Verlag Schmidt-Römhild — gibt sie in Deutschland die Telekommunikationsverzeichnisse Das Telefonbuch, Gelbe Seiten und Das Örtliche heraus. Der Klassiker, „Das Telefonbuch“ als gedruckte Version, erscheint in Deutschland mit 141 verschiedenen Ausgaben. In Schleswig Holstein gibt es fünf. Finanziert wird es aus den Werbeeinnahmen. „Repräsentative Studien belegen, dass gedruckte Verzeichnisse beim Verbraucher nach wie vor eine hohe Akzeptanz haben“, sagt der DeTeMedien-Sprecher. In einer Studie habe das Marktforschungsinstitut Ipsos herausgefunden, dass Printverzeichnisse nach wie vor am stärksten genutzt werden. Knapp 70 Prozent der Bundesbürger nehmen die Bücher zur Hand, um private Kontakte oder gewerbliche Einkaufsmöglichkeiten zu finden.

Diese Erfahrung hat auch Abteilungsleiterin Viola Szabo von Schmidt-Römhild gemacht. „Print ist immer noch sehr aktuell“, sagt sie. „Deshalb gibt es auch die zusätzlichen Ausgabestellen.“ So sind die Telefonbücher auch bei Real, Plaza oder Famila erhältlich. „Die gehen schnell weg“, sagt Szabo. Das neue Telefonbuch für Lübeck und Ostholstein kam Ende August, Anfang September auf den Markt. Im Eingangsbereich des Lübecker Citti-Marktes liegen noch etliche aus. Im Telefonbuch könne zu Hause schnell etwas nachgeschlagen werden, auch wenn der Laptop nicht hochgefahren sei, sagt Szabo.

Außerdem biete das Telefonbuch einen Mehrwert mit vielen zusätzlichen Informationen.

Auf den 696 Seiten im Lübecker und Ostholsteiner Buch finden sich längst nicht nur Telefonnummern und Adressen, sondern auch ein Straßen- und Ärzteverzeichnis, Postleitzahlen und Erklärungen zum Thema Recht.

Es sind vor allem die Seiten mit den Informationen zu den Medizinern, die Uwe Grabbet zum Telefonbuch greifen lassen. Telefonnummern schlägt der 61-Jährige aus Arfrade im Kreis Ostholstein sonst meistens im Internet nach. Auch das Telefonbuch gibt es inzwischen im Netz. „Die digitalen Anwendungen — also zum Beispiel Das Telefonbuch als Online- oder Mobil-/App-Version — werden immer stärker genutzt“, sagt der Sprecher von DeTeMedien. „Bis heute wurden unsere Apps bereits über 7,5 Millionen Mal heruntergeladen“, erklärt er.

Die Bad Oldesloerin Gülsen Sucuoglu greift normalerweise zu ihrem Handy, um eine Nummer rauszusuchen. Doch an diesem Tag hatte sie es nicht parat — dafür aber ein klassisches Telefonbuch. Darin konnte sie die Nummer eines Arztes ganz schnell nachschlagen.

Julia Konerding

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