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Wirtschaft im Norden Thomas Gottschalk: „Seid nett zu Polizisten“
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Thomas Gottschalk: „Seid nett zu Polizisten“
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19:25 07.05.2019
Thomas Gottschalk bei der Pressekonferenz zu der Kampagne Polizei und Rettungskräfte im Bundesinnenministerium in Berlin. Quelle: BREUEL-BILD/Jason Harrell
Berlin/Lübeck,

Das Motto der Kamapgne lautet: „Polizei und Rettungskräfte. Für ein sicheres Deutschland“. Er habe kein Verständnis für Menschen, die sich aggressiv gegen Polizisten verhalten, sagte Thomas Gottschalk gestern bei der Präsentation. „Es ist unanständig, es ist gemein und es schadet allen.“ Er selbst respektiere Polizisten, „weil ich einfach weiß, ich bin nicht für den da, der ist für mich da“. Innenminister Horst Seehofer (CSU) dankte ihm „für dieses Bekenntnis“.

Im vergangenen Jahr zählten die Behörden bundesweit 11 704 tätliche Angriffe auf Polizeibeamte und gleichstehende Personen. Oftmals reiche schon die Frage nach dem Ausweis, um einen Faustschlag zu provozieren, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek.

Beleidigungen und Faustschläge

Angehörige von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten im Norden begrüßen die Kampagne des Bundesinnenministeriums. Gerd Riemann, stellvertretender Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes, weiß von Angriffen auf Rettungsdienste, Polizisten und Feuerwehrleute. Dies geschehe in Städten öfter als auf dem Land. „Auf dem Land erleben wir oft große Hilfsbereitschaft, das geht von Brote schmieren bis zu Handreichungen.“ Auch dies sei erwähnenswert.

Leider häuften sich andererseits verbale Angriffe. „Manches steckt man halt weg, Beschimpfungen oder Beleidigungen nicht so leicht.“ Machen könne man dagegen meist nichts. Riemann weiß auch von tätlichen Angriffen, in Großhansdorf habe jemand einem Feuerwehrmann vor einigen Monaten mit der Faust ins Gesicht geschlagen. „Die Leute versuchen überall durchzukommen, auch wenn abgesperrt ist.“

Schlägerei beim Osterfeuer

Landesbrandmeister Frank Homrich berichtet von einer Schlägerei beim Osterfeuer in Neumünster. Feuerwehrleute, die versucht hätten zu schlichten, seien ebenfalls angegriffen worden.

Der Respekt vor einer Uniform oder generell vor Menschen, die für den Staat einstehen würden, sei stark geschwunden, bestätigt Torsten Jäger, Vorsitzender der GdP in Schleswig-Holstein. Bei einer Bombenentschärfung in Neumünster sei er diese Woche selbst Zeuge gewesen, wie Menschen durch die Absperrung gelaufen seien. „Die Kollegen müssen dann hinterher, um die Leute aus dem Gefahrenbereich zu holen.“ Würden sie festgehalten, reagierten viele mit körperlicher Gewalt. Gut in Erinnerung sei ihm auch, dass ein uneinsichtiger Autofahrer einer jungen Kollegin vor einiger Zeit über die Füße gefahren sei, was eine schwere Verletzung zur Folge hatte.

Einsatz nach Angriff abgebrochen

Gerade auch Rettungskräfte, die häufig mit weniger Personal vor Ort sind als etwa die Feuerwehr, sind von Übergriffen betroffen. „Es ergibt sich ein sehr klares Bild, dass Beleidigungen und Respektlosigkeiten eine steigende Tendenz aufweisen“, erklärt Annette Peters vom Landesverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Kiel. „Aus diesem Grund hat der ASB bereits vor zwei Jahren begonnen, Deeskalationsseminare für seine Einsatzkräfte im Sanitätsdienst anzubieten.“ Zwar seien gravierende körperliche Übergriffe „glücklicherweise die Ausnahme“. Doch habe es 2018 zwei Vorfälle in Bargteheide gegeben. „Der Einsatz dort musste aufgrund körperlicher Gewalt gegen unsere Rettungskräfte abgebrochen beziehungweise unterbrochen werden“, sagt Peters, die von einer Dunkelziffer ausgeht. „Nicht jeder Vorfall wird nach einem abgeschlossenen Einsatz gemeldet.“

Marcus Stöcklin

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