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Wirtschaft im Norden Werbelüge: Foodwatch nominiert Schwartauer Werke
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Werbelüge: Foodwatch nominiert Schwartauer Werke
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19:00 05.11.2019
Viele Lebensmittel halten nicht, was die Werbung verspricht. Foodwatch kämpft gegen Etikettenschwindel. Quelle: dpa
Lübeck

Preise zu gewinnen, ist eine tolle Sache. Nur über diesen freut sich niemand so recht: Die Rede ist vom „Goldenen Windbeutel“, der seit 2009 jährlich von der Verbraucherorganisation Foodwatch überreicht wird. Coca Cola gewann ihn im letzten Jahr mit dem „Smartwater“, nahm den Preis jedoch nicht an. Warum? Nach eigenen Angaben kürt Foodwatch mit dem Preis „die dreisteste Werbelüge des Jahres“.

Schwartauer Werke zum zweiten Mal nominiert

Seit Dienstag und bis zum 1. Dezember können Verbraucher online abstimmen, welches der fünf nominierten Produkte für sie den größten Etikettenschwindel darstellt. Für die Nominierungen wählte Foodwatch aus über 200 Produktvorschlägen ihrer Beschwerdeplattform „Schummelmelder“ vier Produkte aus. Ein weiterer Kandidat ist nach eigenen Recherchen dazugekommen. Somit sind nominiert:

Die Schwartauer Werke stehen mit ihrem „Corny-Protein-Lower-Carb“-Müsli-Riegel auf der Abstimmungsliste. Bereits letztes Jahr belegte der Hersteller mit dem „Corny-Milch“-Riegel den dritten Platz. Foodwatchs Kritik damals wie heute: Das Design erwecke den Eindruck, es handle sich um ein Light-Produkt, dabei besteht der Riegel zur Hälfte aus Zucker und Fett. Die Schwartauer Werke haben sich nicht zu der Nominierung geäußert.

Beim Hipp „100 % Bio Direktsaft Karotte“ kritisiert Foodwatch, dass der Preis der von 500 auf 330 Milliliter verkleinerten Flasche sich um 95 Prozent erhöht hat.

Foodwatch hat zudem die „Rewe Beste Wahl Wasabi Erdnüsse“ nominiert. Im Produkt seien nur 0,003 Prozent des Gewürzes enthalten.

Bei „Yakult Original“ von Yakult weist Foodwatch darauf hin, dass die angeblich positiven Effekte auf die Darmgesundheit, die das Produkt suggeriert, nicht wissenschaftlich belegt seien. Dabei bewerbe der Hersteller das Getränk als „die kleine Flasche Wissenschaft.“ Für Foodwatch ist das „dreiste Abzocke für 8,40 Euro pro Liter.“

Die Kinder-Tomatensauce von Zwergenwiese ist das fünfte nominierte Produkt. Die Verbraucherorganisation kritisiert, dass die Sauce bei Eltern den Eindruck erwecke, kindgerecht zu sein. Dabei enthalte sie fast 20 Gramm Zucker pro Portion – mehr als doppelt so viel wie bei der Tomatensauce für Erwachsene.

Anlässlich der laufenden Abstimmung für den Goldenen Windbeutel haben sich die LN bei Verbrauchern umgehört

„Gute Sachen brauchen keine Werbung!“

Für Verbraucher, die die LN am Dienstag befragt haben, ist die Kinder-Tomatensauce klarer Favorit für den Goldenen Windbeutel. „Wenn Kinder schon im Säuglingsalter zu viel Zucker bekommen, ist es klar, dass sich das mit den Jahren nicht ändert“, meint der Lübecker Klaus-Dieter Hein (65). Auf den Zuckergehalt der Lebensmittel achtet ein Großteil der Befragten. „Weil wir gesund leben wollen“, heißt es von einem Pärchen aus Pansdorf. Worauf hingegen weniger geachtet wird, sind Werbeversprechen: Sabine Evas (56) aus Bad Schwartau hat dazu ein simples Motto: „Meine Oma früher gesagt: Gute Sachen brauchen keine Werbung!“

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