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Wirtschaft im Rest der Welt Der Weltspartag kann abgeschafft werden
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09:52 30.10.2019
Wer braucht noch Sparbücher, wenn sie eh keine Zinsen abwerfen? Quelle: Daniel Karmann/dpa
Es ist Weltspartag, doch sparen lohnt sich angesichts niedriger Zinsen kaum noch. Zeit, diesen anachronistischen Tag abzuschaffen, findet unser Autor - und macht einen Vorschlag für eine Alternative.

Die Erinnerung ist noch lebendig: Am Weltspartag schlachtete man als Knirps rituell das Sparschwein, brachte Münzen und Scheine zur nächsten Bank. Zur Belohnung gab es ein Knax-Heft. Und die Zusage, dass aus dem eingezahlten Geld auf mystische Weise irgendwann mehr Geld wird – Stichwort Zinsen.

Wer heute seine Sparbüchse zur Bank schleppt, rechnet damit nicht mehr. Die wenigsten Festgeldkonten werfen noch mehr als 0,5 Prozent Zinsen ab – einst war es mehr als viermal so viel. Und so fühlen sich nicht nur Knirpse um ihr Erspartes betrogen, wenn die Inflation den Wert des Kontostands Jahr um Jahr verringert.

Weltspartag 2019: Was hat es damit auf sich?

Doch so einfach ist es nicht. Denn beim Weltspartag ging leider stets unter, dass die Zinsen der einen nur dank der Investitionen der anderen möglich waren. Und um Letztere ist es schlecht bestellt. Angesichts von Handelskonflikten zögern Unternehmen, Kredite für Expansion aufzunehmen. Staaten wie die Bundesrepublik verringern ihren Schuldenstand – und brauchen deshalb weniger Kredite. Hinzu kommen historisch niedrige Leitzinsen. Die machen es Geldhäusern leicht, die Zentralbank anzuzapfen, anstatt das Geld der Sparer weiterzugeben – und diesen dafür Zinsen zu zahlen.

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Trotzdem ist es auch heute möglich, aus Geld mehr Geld zu machen: Sparer können sich in das Börsengeschehen einarbeiten und so die aktuellen Kursgewinne nutzen. Sie können sich mit börsengehandelten Fonds vertraut machen, die ordentliche Renditen bei akzeptabler Sicherheit bieten. Oder sie nutzen die sensationell niedrigen Bauzinsen, um mit einem Eigenheim für das Alter vorzusorgen. Oder, oder, oder ...

All das ist allerdings nicht frei von Risiken. Um die zu verstehen, gilt es, das Mysterium Zinsen zu entzaubern – und weniger übers Sparen, als übers Investieren zu reden. Dazu wäre es ein erster Schritt, den Weltspartag zu streichen. Und ihn durch einen Weltinvestitionstag zu ersetzen.

Von Christoph Höland/RND

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