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Wirtschaft im Rest der Welt Diesel-Täuschung: So wollte Audi die Abgas-Werte manipulieren
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Diesel-Täuschung: So wollte Audi die Abgas-Werte manipulieren
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13:27 13.03.2019
Audis Fahrzeuge sollen durch eine Fahrkurven- und Lenkwinkelerkennung die Testsituation erkennen – das geht nun aus Recherchen von BR und ARD hervor. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand / dpa
Berlin

„Wir wollen wirklich grün sein“, sagt Audi-Chef Bram Schot bei der Vorstellung der neuen vollelektrischen Fahrzeugmodelle auf dem Automobilsalon in Genf.

Dass Audi aber über Jahre Konsumenten, ADAC und Umweltamt täuscht, legen nun Recherchen des BR und der ARD nahe. Demnach soll der Automobilkonzern seit 2011 seine Autos sauberer erscheinen lassen, als sie wirklich sind.

Neue Unruhe in der deutschen Automobillandschaft: Interne E-Mails und Präsentationen von Audi aus dem Jahr 2009 sollen laut BR und der ARD darauf hinweisen, dass die Fahrzeuge bei Abgastests von Umweltbehörden und ADAC sauberer laufen sollen als im Normalbetrieb.

Ursächlich dafür seien Tests gewesen, bei denen die Diesel-Fahrzeuge des Autoherstellers nicht gut abgeschnitten hatten – so geschehen beim Artemis-Test des Umweltbundesamtes und beim Eco-Test des ADAC.

Durchführung seit 2011?

Die Techniker des Autokonzerns hätten daraufhin Strategien entwickelt, mit denen die Autos so manipuliert werden, dass die interne Software erkennt, ob es sich um eine Prüfung oder den Normalbetrieb handelt – anhand von einer Fahrkurven- und Lenkwinkelerkennung.

Wird demnach eine Fahrkurve, die auf einen Test hinweist sicher erkannt, soll das Fahrzeug auf einen anderen Betriebsmodus umstellen. Laut den ausgewerteten Dokumenten sollte die Maßnahme im Jahr 2011 umgesetzt werden.

Lesen Sie auch: Audi muss im Diesel-Skandal 800 Millionen Euro zahlen

Tabellarisch erfasste der Konzern die Vor- und Nachteile der Strategie. Selbst die politische Brisanz der geplanten Maßnahme wurde mit dem Punkt „Aufdeckungswahrscheinlichkeit“ erfasst.

Dass die Maßnahme durchaus Skandalträchtig gewesen ist, zeigt auch ein Zitat aus eines Softwareentwicklers aus einer Konzern-internen Rundmail: „Die mitgeschickte Präsentation bitte gleich wieder löschen […]. Das Ding darf nicht in falsche Hände geraten!“

Das Rätsel um die Strategie

Der ADAC teilte mittlerweile mit, dass er nach der Auswertung von mehr als 50 Messungen keine signifikanten Änderungen Audi-Fahrzeuge nach 2011 feststellen konnte.

In welcher Form der Autokonzern nun tatsächlich manipuliert hat, ist derzeit noch nicht gesichert. Audi selbst wolle den Vorgang nicht kommentieren – „wegen laufender Ermittlungen“, wie ein Sprecher des Konzerns sagte.

Von RND /Moritz Naumann

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