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Wirtschaft im Rest der Welt Europäische Luftfahrtbehörde verfügt Startverbot für Boeings Krisenflieger
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20:25 12.03.2019
Die Boeing 737 Max 8 am Brüsseler Flughafen. Quelle: Dirk Waem/BELGA/dpa
Berlin

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hat den europäischen Luftraum für Maschinen des Typs Boeing 737 Max gesperrt. Die Ankündigung am Dienstagabend kam nur wenige Stunden, nachdem bereits mehrere EU-Länder ihren Luftraum für die Boeing-Maschinen gesperrt hatten, darunter auch Deutschland und Großbritannien.

Das Verbot gelte als „Vorsichtsmaßnahme“ für die Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 und Boeing 737 Max 9, erklärte die EASA. Als Grund führte die Behörde den Absturz einer Boeing 737 Max 8 am Sonntag in Äthiopien an. Laut Deutscher Flugsicherung gilt das Verbot ab Dienstag, 20 Uhr lokaler Zeit.

Der weltgrößte Reisekonzern Tui stoppte alle Flüge mit dem umstrittenen Flugzeugtyp. Der Schritt umfasse alle Fluggesellschaften des Konzerns, teilte ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Hannover mit.

Kunden, die von diesem Mittwoch an auf Flüge mit einer der 15 Boeing-Max-Maschinen gebucht sind, will der Konzern auf seiner Internetseite über Änderungen der Reisepläne informieren.

Deutschland, Großbritannien und Frankreich sperren Luftraum

Zuvor hatte die britische Luftfahrtbehörde mitgeteilt, dass sie nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien den Luftraum Großbritanniens für Maschinen dieses Typs sperrt. Die Anordnung werde bis auf Weiteres in Kraft sein, hieß es. Tui betonte nun, das Unternehmen folge dieser Anordnung.

Auch der deutsche Luftraum wurde für Maschinen dieses Typs gesperrt. Das sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums auf Anfrage. Wie die deutsche Flugsicherung mitteilte, gilt das Verbot seit Dienstag, 18.30 Uhr. Es gilt zunächst für drei Monate.

Tui hat bei seinen Airlines in Großbritannien und den Benelux-Ländern insgesamt 15 Maschinen des Typs im Einsatz. Die deutsche Tochter Tuifly soll ihre erste Maschine der Reihe erst in einigen Wochen bekommen. Zuvor hatte Tui wiederholt betont, dass die Jets sicher seien und der Konzern sie weiterhin in der Luft lasse.

Auch Frankreich sperrt seinen Luftraum für Maschinen dieses Typs. Das teilte die zivile Luftfahrtbehörde DGAC am Dienstag mit. Französische Fluggesellschaften hätten aber keine Boeing 737 Max in ihren Flotten.

Ein Überblick:

- Mehrere Länder haben ein Startverbot gegen den Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 oder die gesamte Serie der 737 Max-Flieger verhängt. Darunter sind China, Indonesien, Großbritannien, Singapur, Australien, Malaysia und der Oman. Allein in China sind von dem Verbot knapp 100 Flugzeuge betroffen.

- Die US-Luftfahrtbehörde FAA, in deren Aufsichtsbereich Dutzende Boeing 737 Max 8 im Einsatz sind, hat kein Startverbot ausgesprochen.

- Seit Montag haben sich mehrere Fluggesellschaften freiwillig entschieden, die Maschinen vorsichtshalber am Boden zu lassen. Rund 30 Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 sind daher zeitweise nicht im Betrieb. Dazu gehören: Ethiopian Airlines (4 Flugzeuge), Turkish Airlines (12), die mexikanische Aeroméxico (6), Aerolíneas Argentinas (5), Cayman Airways (2) aus der Karibik, die südkoreanische Airline Eastar (2), die brasilianische Gesellschaft Gol (7), Icelandair (3) und Südafrikas Comair (1).

Lesen Sie auch: Wie sicher ist die Boeing 737? Drängende Fragen nach Flugzeugabsturz

- Andere Airlines wie Norwegian sowie die US-Fluggesellschaften Southwestern Airlines, American Airlines und auch die kanadische Air Canada halten bisher an den Flugzeugen fest.

– Das weitgehende Flugverbot hat nach Einschätzung des Verbandes ADV keine allzu großen Auswirkungen auf den Betrieb an den deutschen Flughäfen. „Bei uns herrscht keine Krisenstimmung wegen dieses Fliegers“, sagte Hauptgeschäftsführer Ralf Beisel am Dienstag unmittelbar nach der Sperrung des deutschen Luftraums. Deutsche Fluggesellschaften nutzen den in Äthiopien verunglückten Typ bislang noch gar nicht, die Tuifly sollte in diesen Tagen eine erste Maschine erhalten.

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt landete die Maschine nur drei Mal in der Woche, wie ein Sprecher des Betreibers Fraport sagte. In Düsseldorf waren neben Turkish und LOT auch die Gesellschaften Smart Wings und Corendon mit den neuen Boeings vertreten. In München gibt es drei Flüge in der Woche sowie einen Einzelflug im Laufe des Monats. Ein Sprecher des Hamburger Flughafens sagte, die Boeing 737 Max sei in der Hansestadt bisher nur ein seltener und unregelmäßiger Gast gewesen.

Von RND/dpa

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