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Wirtschaft im Rest der Welt Haarschnitte für Frauen verteuern sich schnell
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12:15 18.04.2019
Friseurbesuche werden teurer. Quelle: Daniel Karmann/dpa
Köln

Höhere Löhne für Friseure machen den Haarschnitt teurer. Im Friseurhandwerk gebe es - wie in vielen anderen Handwerksberufen - einen großen Wettbewerb um Mitarbeiter, sagte Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Friseurhandwerks, der Deutschen Presse-Agentur. „Da müssen wir einfach auch mehr zahlen, mehr bieten.“

Die höheren Lohnkosten müssten die Salonbetreiber auf die Preise umschlagen. Viele Salons zahlten längst mehr als den Mindestlohn, sagte Müller. Und das dürfte so weitergehen: „Wir glauben, dass die Löhne mittelfristig einfach noch steigen werden im Friseurhandwerk“, denn der Wettbewerb um gute Köpfe im Handwerk nehme zu. Immer mehr junge Menschen entschieden sich für akademische Berufe, was dazu führe, dass „Mitarbeiter in Handwerksberufen knapp werden, und Verknappung bedeutet immer ein Ansteigen der Preise“.

Nach Daten des Statistischen Bundesamtes sind die Preise fürs Haareschneiden von 2015 bis 2018 um 6,6 Prozent gestiegen. Bei Friseurdienstleistungen für Frauen lag der Anstieg demnach sogar bei 7 Prozent, Preise für Männer verzeichneten ein Plus von 5,9 Prozent.

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Die jüngsten Zahlen zum Durchschnittspreis eines Nasshaarschnitts stammen nach Angaben des Zentralverbands aus dem Jahr 2017: Frauen mussten im Durchschnitt 27,20 Euro bezahlen, Männer 21,20 Euro. Der Zentralverband bezieht diese Zahlen aus der jährlichen Erfolgs-Vergleichs-Analyse (EVA) im Auftrag des Kosmetikkonzerns Wella. Für die Erhebung melden rund 550 Salons regelmäßig unter anderem ihre Preise und die Ausgaben ihrer Kunden.

Warum die Unterschiede? Männer gingen häufiger zum Friseur, zahlten also insgesamt nicht zwingend weniger als Frauen, sagte Müller. Außerdem: „Ein Damenhaarschnitt - auch wenn das viele nicht glauben wollen - ist einfach aufwendiger, wird anders geschnitten.“

Und die Nachfrage legt aus Müllers Sicht zu – denn oft werden die Wünsche anspruchsvoller. „Denken Sie nur mal an Instagram.“ Das Foto-Netzwerk im Internet verdeutliche, wie groß der Trend zur „visuellen Selbstoptimierung“ sei. „Und da wird Friseurdienstleistung auch immer stärker nachgefragt werden“, glaubt Müller.

Verstärkte Nachfrage führe wiederum zu mehr und ausdifferenzierteren Angeboten: Man lässt sich nicht mehr nur die Haare schneiden, sondern auch föhnen, färben, verlängern, verdichten, hochstecken, glätten, wellen, stylen, Wimpern färben, Brauen zupfen - und natürlich hat jede Leistung ihren Preis.

Von RND/dpa