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Wirtschaft im Rest der Welt Dax unter 12 000 Punkte: Handelsstreit zwischen USA und China drückt auf die Börse
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Dax unter 12 000 Punkte: Handelsstreit zwischen USA und China drückt auf die Börse
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15:43 02.08.2019
Der Handelsstreit drückt auf den Dax. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
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Frankfurt/Main

Der Dax ist am Freitag erstmals seit langer Zeit wieder unter 12000 Punkte gerutscht. Hintergrund ist die erneute Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China, die den deutschen Aktienmarkt stark belastet. Die wichtigsten Indizes sackten am Freitag um jeweils rund 2 Prozent ab. Doch nicht nur das drückt den Dax nach unten.

Der Leitindex Dax fiel unter die Marke von 12 000 Zählern und notierte zuletzt 2,37 Prozent tiefer bei 11 962,50 Punkten. Zeitweise war er sogar um rund 3 Prozent abgesackt. Damit steuert der Dax auf einen Wochenverlust von fast 3,7 Prozent zu.

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Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte büßte am Freitag 1,92 Prozent auf 25 687,87 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 sackte um fast 2,5 Prozent ab.

Handelsstreit spitzt sich zu

Der Handelsstreit zwischen den USA und China erreichte eine neue Eskalationsstufe. China machte deutlich, dass es mit Gegenmaßnahmen reagieren werde, wenn US-Präsident Donald Trump mit seinen am Donnerstag angekündigten neuen Strafzöllen ernst macht.

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„Die Investoren hofften in dieser Woche auf positive Signale aus Peking. Es ist nun aber klar, dass bei den Verhandlungen keine wirklichen Fortschritte erzielt wurden, und Trump scheint die Geduld zu verlieren“, schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Trumps aggressive Verhandlungstaktik und Drohungen ließen die Chance auf eine zeitnahe Lösung des Konflikts mehr und mehr schwinden.

Anleger ziehen die Reißleine

Anleger zogen vor allem bei solchen Werten die Reißleine, die in der Regel besonders sensibel auf konjunkturelle Veränderungen reagieren. So gingen zum Beispiel Aktien aus der Chipindustrie auf Talfahrt: Die Anteilsscheine von Infineon sackten am Dax-Ende um rund 6 Prozent ab und für die Papiere von Dialog Semiconductor sowie von Aixtron ging es um gut 3 beziehungsweise mehr als 4 Prozent nach unten.

Gefragt aber waren die als recht robust geltenden Versorger- und Immobilienaktien. Insofern stiegen die Papiere von Vonovia im Dax um gut 0,7 Prozent. Sie profitierten auch von erfreulichen Geschäftszahlen.

Europas größter Versicherer Allianz verzeichnete zwar einen überraschend hohen Gewinn. Verantwortlich dafür war aber vor allem ein Sonderertrag in der US-Lebensversicherung. Die Anteile fielen um 2,5 Prozent.

Wie geht es weiter?

Zwar hat sich der Dax mittlerweile gefangen und stürzt nicht weiter ab. Doch wirklich beruhigt haben sich die Märkte nicht. Möglicherweise auch, weil Trump sich am Abend auch zu den Handelsbeziehungen mit der Europäischen Union äußer will – um die es ebenfalls nicht gut bestellt ist.

Von RND/dpa