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Wirtschaft im Rest der Welt Warum Ryanair trotz Gewinneinbruchs noch günstigere Tickets anbietet
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20:48 29.07.2019
Ryanair musste zuletzt einen starken Gewinnrückgang verkraften. Quelle: Daniel Karmann/dpa
Frankfurt

Die erfolgsverwöhnten Manager von Ryanair müssen einen Rückschlag hinnehmen. Der Gewinn des Billigfliegers bricht ein. Auch weil die Iren um Marktanteile kämpfen, aber zugleich höhere Kosten wegstecken müssen. Wir erläutern, warum die gesamte Branche in eine tiefe Krise rutscht.

Wie sehen die Zahlen von Ryanair aus? Bemerkenswert ist, dass der Umsatz und die Zahl der Fluggäste in den drei Monaten von Anfang März bis Ende Juni um je 11 Prozent kletterten, der Gewinn aber um gut ein Fünftel auf 243 Millionen Euro einbrach. Das Wachstum wurde mit geringeren Ticketpreisen erkauft.

Wie haben sich die Kosten entwickelt? Die sind gestiegen, und zwar um rund 300 Millionen auf gut 2 Milliarden Euro. Der wichtigste Faktor dabei ist, dass die Preise für Treibstoff um fast ein Viertel beziehungsweise um 150 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr geklettert sind.

Wie sieht es bei den Personalkosten aus? Auch die sind gestiegen, und zwar um 21 Prozent. Bei der Bezahlung des Personals nähert sich Ryanair immer mehr den etablierten Netzwerkcarriern wie Lufthansa oder Air France an. Das Management weigerte sich lange, mit Gewerkschaften über Tarifverträge zu verhandeln. Diese Zeiten sind aber vorbei.

Warum hat Ryanair jetzt die Preise gesenkt? Die Verbraucher sind in vielen europäischen Ländern zurückhaltender geworden – das gilt insbesondere für die Briten, die Angst vor einem harten Brexit haben. Und Großbritannien ist für Ryanair ein extrem wichtiger Markt. Zugleich gibt es in Europa nach wie vor ein Überangebot an Fluggesellschaften und Flugzeugen. Der Kampf um die Kunden hat sich in den vergangenen Monaten verschärft. Ryanair hat mit billigen Tickets Marktanteile verteidigt und die hohe Auslastung der Flieger halten können: Von 100 Sitzplätzen sind im Schnitt 96 besetzt. Zum Vergleich: Die Lufthansa kommt auf 85 Prozent.

Wie werden sich die nächsten Monate entwickeln? Ryanair-Chef Michael O’Leary kann nur wenig Erfreuliches berichten. Die niedrigen Ticketpreise würden in den kommenden Monaten Bestand haben, was Fluggäste erfreuen dürfte. Zugleich werde die Spritrechnung weiter steigen. Dennoch will der Manager die Zahl der Passagiere erhöhen.

Was bedeuten diese Zahlen für die Konkurrenz? Ryanair ist im europäischen Flugverkehr der Preisführer. Andere Airlines müssen versuchen, möglichst nah heranzukommen. Das dürfte für diesen Sommer extrem schwer werden und vielfach rote Zahlen bringen. Weitere Pleiten kleinerer Anbieter könnten deshalb schon im Winterhalbjahr folgen.

Von RND/Frank-Thomas Wenzel

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