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Wissen Wahrheit oder Mythos: Was ist dran an den bekannten Baderegeln?
Nachrichten Wissen Wahrheit oder Mythos: Was ist dran an den bekannten Baderegeln?
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10:00 14.06.2019
Schwimmen unter Alkoholeinfluss kann bei warmen Temperaturen zu einem Kälteschock führen. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Wenn es warm wird, dann laden Freibäder, Seen oder Flüsse zum Abkühlen ein – und Tausende kommen dieser Einladung nach. Doch worauf sollte man achten, bevor man in das kühle Nass eintaucht? Stimmen die Bademythen, dass man Kreislaufprobleme bekommen kann, wenn man erhitzt ins kalte Wasser springt? Oder dass man direkt nach dem Essen mit vollem Magen wirklich nicht schwimmen gehen darf? Wir klären auf, damit Sie unfallfrei durch die Badesaison zu kommen.

Vor dem Baden: Nicht erhitzt ins kalte Wasser

Wer kennt es nicht: Nach einer langen Autofahrt zum Badesee möchte man am liebsten direkt ins Wasser springen und sich abkühlen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) warnt aber eindringlich davor, genau dieses zu tun. Vor dem Sprung ins kühle Nass sollte man sich abduschen oder anders abkühlen. Der Körper muss sich an die Kälte gewöhnen. Tut er dies nicht, kann man im schlimmsten Fall einen Kreislaufkollaps erleiden.

Nach dem Essen: Erstmal verdauen!

Eine oft zitierte Regel der Eltern, dass man mit vollem Magen nicht schwimmen , sondern eine halbe Stunde warten sollte, ist ein weiterer Punkt, der beachtet werden sollte. Die DLRG warnt davor, mit einem vollen Magen ins Wasser zu springen. Wenn der Körper einem plötzlichen Kältereiz ausgesetzt ist – während er noch versucht, das Essen zu verdauen – kann dies Übelkeit und Erbrechen auslösen. Außerdem braucht der Körper die Energie, die sonst für das Schwimmen verbraucht wird, um Essen zu verdauen. Auch gefährlich ist es übrigens, mit leerem Magen ins Wasser zu gehen. Denn beim Schwimmen braucht der Mensch ebenfalls Energie. Tipp: Einfach darauf achten, dass man leichte und schnell verdauliche Kost vor und während der Badezeit zu sich nimmt.

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Im Wasser: Sonnenbrandgefahr durch Reflexion

Viele Menschen glauben, dass der Körper im Wasser vor der Sonneneinstrahlung geschützt ist, da er ja unter Wasser ist. Die Kombination Wasser und Sonne ist aber trügerisch. Durch die kühle Wirkung des Wassers merken viele Menschen oft gar nicht, dass sie sich verbrennen. Außerdem reflektiert das Wasser die UV-Strahlen, sie sind so für den Kopf, der über Wasser ist, also noch gefährlicher als für den Körper. Heißt: Auch beim Schwimmen ist der Schutz mit Sonnencreme wichtig.

Lebensgefahr: Alkoholkonsum beim Schwimmen

Ob im Freibad, am See oder auch im eigenen Pool: Auf Alkohol sollte unbedingt verzichtet werden, da er die Koordinationsfähigkeit einschränkt, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Bei hohen Temperaturen wirkt der Alkohol schneller und kann zu Kreislaufproblemen oder sogar Bewusstlosigkeit führen. Wenn man dann im Wasser ist, kann das lebensbedrohlich werden. Laut BZgA kann der Körper nach dem Verzehr von Alkohol sogar einen Kälteschock erleiden, wenn die Wassertemperatur circa 22 Grad oder weniger beträgt.

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Bei Gewitter: Schnell aus dem Wasser

Im Freibad gibt es Bademeister, die darauf achten, dass Regeln eingehalten werden und das Wasser verlassen wird, wenn Gefahr droht – beispielsweise bei einem drohenden Gewitter. Wer den einsamen See oder den versteckten Flussarm bevorzugt, sollte im Falle eines Gewitters ebenfalls sofort das Wasser verlassen. Wasser leitet den Strom und wenn ein Blitz in das Wasser einschlägt, wird der Körper des Badenden ebenfalls davon getroffen.

Vorsicht vor Algen und Bakterien

Das Schwimmen in offenen Gewässern bedeutet für viele Wasserratten eine willkommene Abwechslung, da die Strömung einen zusätzlichen Badespaß bietet. Hier ist aber größte Vorsicht geboten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt, sich vor dem Schwimmen genau zu erkundigen, wo der Sprung ins Wasser überhaupt erlaubt ist. Denn Flüsse oder Seen können durch Algenblüten und Bakterien belastet sein. Der Kontakt mit beispielsweise Blaualgen kann gesundheitliche Probleme, wie Reizungen, Quaddeln, Erbrechen, Fieber oder Atemwegserkrankungen verursachen.

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DLRG: Badestellenkennzeichnung beachten

Es ist ebenfalls äußerst wichtig, nie die eigenen Kräfte zu überschätzen. Gerade in offenen Gewässern sollte nie zu weit rausgeschwommen werden, da die Wege oft falsch eingeschätzt werden. Außerdem bittet der DLRG Badegäste, stets auf die Flaggen für die Badestellenkennzeichnung zu achten.

• Eine rot-gelbe Flagge zeigt an, dass hier das Schwimmen erlaubt ist und das Gebiet von Rettungsschwimmern gesichert ist.

• Eine rote Flagge signalisiert ein Badeverbot. An dieses sollte sich auch gehalten werden, da sich selbst geübte Schwimmer durch Strömung oder hohen Wellengang in Gefahr begeben können.

• Eine schwarz-weiße Flagge gibt es vor allem an Seen. Sie kennzeichnet einen Bereich, der gesondert für Wasserfahrzeuge genutzt werden sollte, etwa kleine Segelboote oder Surfbretter. Die Flagge trennt diese Zone vom normalen Badebereich.

Generell ist das Schwimmen bei Beachtung einiger Regeln gerade im Sommer ein Garant für eine schöne Abkühlung. Wichtig für Eltern: Halten Sie Ihre Kinder stets im Auge, auch wenn diese schon schwimmen können.

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Von RND/hb/js

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