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Wissen Bettwanzen: Wie schützt man sich am besten vor den Blutsaugern?
Nachrichten Wissen Bettwanzen: Wie schützt man sich am besten vor den Blutsaugern?
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08:47 14.07.2019
Bettwanzen sind ungefährlich, aber ihre Stiche können stark jucken. Quelle: Piotr Naskrecki/dpa
Garmisch-Partenkirchen

Erstmal Mikrowelle. Wer auf dem Weg zur Zugspitze an der Knorrhütte ankommt und dort vor dem Anstieg auf Deutschlands höchsten Berg übernachten möchte, muss seinen Hüttenschlafsack am Eingang in das Küchengerät stecken: 30 Sekunden bei 600 Watt. Denn im Schlafsack reisen gelegentlich ungebetene Gäste mit: Wanzen.

Auch Nachbarhütten haben solche Geräte angeschafft. Nicht nur im Zugspitzgebiet, sondern auch im Kaisergebirge, im Allgäu und in Österreich hatten sich die Plagegeister in der Vergangenheit in einigen Unterkünften des Deutschen Alpenvereins (DAV) eingenistet. Nun verstärken die Wirte ihre Maßnahmen.

Bettwanzen: Häufig im Schlafsack

„Der Bergwandertourismus hat zugenommen – und damit die Möglichkeit der Verbreitung von Bettwanzen“, sagt Thomas Gesell, Hüttenreferent der DAV-Sektion München. Der Hüttenschlafsack sei der Übertragungsweg Nummer eins; zu 70 Prozent würden die Tiere darüber eingeschleppt. Die Mikrowelle habe sich schon bewährt. Das sei sinnvoll und für die Gäste einfach zu handhaben. Teils basteln Wirte an Bettgestellen Fallen aus Doppelklebestreifen, damit die Blutsauger hängen bleiben, wenn sie nachts aus ihren Verstecken krabbeln. Manche Wirte lassen sogar Wanzenspürhunde durch die Schlafräume schnüffeln.

Profis gegen Bettwanzen: Kammerjäger kommen dreimal

Ein Hund inspizierte gerade die Jamtalhütte bei Galtür in Österreich. „Wir haben letzten Sommer Wanzen bekommen“, sagt Hüttenwirt Gottlieb Lorenz. Eingeschleppt aus einer Nachbarhütte. „Wir haben das ganze Haus behandelt und dann Ruhe gehabt den ganzen Winter.“ Jetzt hätte er in zwei Zimmern wieder Wanzen festgestellt. Erst am 30. Juni hat Lorenz für die Sommersaison eröffnet. Nun heißt es erneut: „Fußleisten weg, Löcher in Holzwände bohren, Steckdosen wegschrauben.“ Damit der Kammerjäger die Tiere in Ritzen und unter Leisten erwischt. Dreimal wird der Experte kommen: Einmal gleich, dann nach zwei Wochen und nochmals nach weiteren zwei Wochen.

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Wanzen sitzen oft in benutzter Wäsche

Das Anton-Karg-Haus im Kaiser-Gebiet schwört auf „Bug Bags“, Säcke, in denen Rucksäcke samt Schlafsack und Kleidung außerhalb der Schlafräume bleiben. Gerade in gebrauchter Wäsche sitzen Wanzen gern. Die Tierchen werden vom Schweiß angelockt. Er verheißt die Nähe eines Menschen und dessen Blut. Gäste bekommen im Anton-Karg-Haus einen frischen Hüttenschlafsack. Auf abgelegenen Hütten wäre dieser Aufwand undenkbar.

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Die Hütten sind mit dem Problem nicht allein. Unterkünfte weltweit kämpfen mit der Plage. Die Tiere werden aus dem Urlaub im Reisegepäck mit heimgenommen und verbreiten sich so immer mehr. Die wesentliche Ursache für die Zunahme wird darin gesehen, dass sie resistent gegen Wirkstoffe sind. Deshalb sind sie schwierig zu bekämpfen und breiten sich stark aus.

Bettwanzen: Keine Ursache mangelnder Hygiene

Günstige Hütten sind genauso betroffen wie teure Hotels. Lange wurde das Thema tabuisiert. Viele wussten nicht einmal, was da krabbelt – Wanzen wurden oft mit harmlosen Käfern verwechselt. Bettwanzen haben nichts mit Hygienemängeln zu tun. Das Problem: Sie sitzen häufig nicht in den Bettdecken, sondern hinter Leisten oder in Ritzen. Diese Stellen sind nahezu unmöglich zu reinigen.

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Entwarnung: Wanzen übertragen keine Krankheiten

Viele Menschen reagieren stark auf die Stiche – und manchen machen die Krabbeltiere auch psychisch zu schaffen. Im schlimmsten Fall kommt es zu Schlafstörungen und psychischen Belastungen, da die Tiere in Rückzugsorten wie dem Bett leben. Dennoch gibt es eine gute Nachricht: Wanzen sind ungefährlich. Es konnte bisher nie nachgewiesen werden, dass sie Krankheitserreger auf den Menschen übertragen.

Von RND/dpa

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