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Wissen Buchsbaumzünsler breitet sich aus: Was hilft gegen die Raupen am Buchsbaum?
Nachrichten Wissen Buchsbaumzünsler breitet sich aus: Was hilft gegen die Raupen am Buchsbaum?
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12:54 27.03.2019
Wenn der Buchsbaumzünsler zugeschlagen hat, dann bleibt vom Buchsbaum meist nur ein trauriges Gerippe übrig. Quelle: picture alliance/dpa
Hannover

Sie sind Klassiker für die Einlassung von Beeten und Grundstücken: Buchsbäume. Seit einigen Jahren werden die Buchsbäume aber von Schädlingen und Krankheiten heimgesucht. Zum einen befällt ein Pilz namens Cylindrocladium buxicola die Pflanze. Er verfärbt die Blätter braun, die später abfallen. Erkennen lässt sich dieser Befall an den schwarzen Streifen auf den Trieben.

Zum anderen machen sich die Raupen des Buchsbaumzünslers über den immergrünen Busch her. Die erste Buchsbaumzünsler-Generation legt im April die Eier ab. Die zweite meist im Juli.

Buchsbaumzünsler: So erkennen Sie den Befall

Der Befall des Buchsbaumzünslers ist anfangs sehr schwer zu erkennen, denn die grünen, etwa fünf bis sechs Zentimeter langen Raupen fressen sich tief im Inneren des Gehölzes satt - und dieses von innen her kahl. Wenn man die Eier des Buchsbaumzünslers, die an den Unterseiten der Buchsbaumblätter dachziegelartig abgelegt werden, nicht entdeckt, vermehrt sich der Schädling sehr schnell und richtet immense Schäden an.

Einen Befall erkennt man an Fraßspuren an den Blättern, an Kotresten oder an Gespinsten. Die Raupen fressen zunächst die obere Schicht der Blätter ab, die sich dann hell verfärbt. Wenn das ganze Blatt vertilgt ist, wird selbst vor der Rinde des Baumes nicht Halt gemacht. Übrig bleibt nur noch ein trauriges Buchsbaum-Gerippe.

Informationen zum Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist ein Kleinschmetterling, der aus Asien vermutlich mit Pflanzenimporten nach Europa gelangt ist. Das erste Auftreten in Deutschland war 2006 in Baden-Württemberg. Von dort aus, vermutlich über den Pflanzenhandel, Stecklingsmaterial sowie privaten Pflanzentransport verschleppt, wurde der Schädling 2007 bereits in Nordrhein-Westfalen und im südlichwestlichen Niedersachsen (südliches Emsland) beobachtet. Mittlerweile ist der Zünsler auch in anderen Regionen Niedersachsens (nördliches Emsland, Raum Oldenburg, Raum Hannover) und darüber hinaus in vielen Regionen Deutschlands vorhanden. Die natürliche Ausbreitung erfolgt mit etwa fünf bis zehn Kilometern pro Jahr, vorwiegend in Windrichtung.

Die Raupen sind fünf bis sechs Zentimeter groß und leuchtend grün und haben schwarze Streifen und Punkte auf dem Köper. Der Kopf ist ebenfalls schwarz. Der Buchsbaumzünsler ist ein Falter, der aufgrund seiner unauffälligen Lebensweise und der Nachtaktivität nur selten zu sehen ist. Er hat eine Flügelspannweite von 4,5 Zentimeter, die Flügel sind weiß gefärbt, manchmal leicht violett schimmernd, und haben einen braunen Rand. Auffällig ist ein weißer, halbmondförmiger Fleck, der auf Höhe der Flügelmitte am Flügelrand zu finden ist. Manche Falter können aber auch braun gefärbt sein.

Die Raupen des Buchsbaumzünslers haben bislang keine natürlichen Feinde in unseren Gefilden. Teils würde aber beobachtet, dass Vögel, wie beispielsweise Kohlmeise, Haussperling oder Gartenrotschwanz, die Raupen von den Pflanzen absammeln und somit zur Reduktion des Schädlings beitragen, so das Pflanzenschutzamt. Anfangs noch links liegengelassen, da sie anscheinend den bitteren Geschmack des giftigen Buchsbaumes übernommen haben, scheinen die Vögel nun die Raupen als Nahrungsquelle akzeptiert zu haben. Die Buchsbaumzünsler sind zwar giftig, sind aber weder für Mensch noch für Tiere gefährlich. Wer die Raupen vom Buchsbaum absammelt, kann also getrost auf Handschuhe verzichten, so Björn Ehsen, Gärtnerischer Leiter des Parks der Gärten Bad Zwischenahn.

Befall des Buchsbaumzünslers: So beugen Sie vor

Wer einem Befall vorbeugen möchte, sollte so oft wie es geht die Bäume nach Raupen, Fraßspuren oder Gespinsten absuchen. Wenn Raupen oder Gespinste gefunden werden, sollten sie möglichst schnell entfernt werden. Auch der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln kann zum Vorbeugen des Befalls hilfreich sein. Pflanzennetze mit engen Maschen helfen ebenfalls, damit die Falter nicht im Inneren des Baumes Eier ablegen können. Die Netze müssen im Frühjahr angebracht werden, wenn der Buchsbaumzünsler aktiv ist. Auch Algenkalk soll den Befall durch den Buchsbaumzünsler vorbeugen. Zwar kann der Befall dadurch nicht ganz abgewendet werden, der Schaden wird aber durch das Benutzen des Kalkes begrenzt, berichten einige Gartenexperten.

Der Buchsbaumzünsler ist ein Kleinschmetterling, der aus Asien vermutlich mit Pflanzenimporten nach Europa gelangt ist Quelle: wikipedia

Was hilft gegen die Raupen des Buchsbaumzünslers?

Wenn feststeht, dass der Buchsbaum befallen ist, lässt sich ein Zünslerbefall, wenn er frühzeitig entdeckt wird, mit gezielten Maßnahmen recht gut kontrollieren, so die Experten vom Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen – bewährt hat sich biologisches Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff „Bacillus thuringiensis“. „Insbesondere die jungen Raupenstadien sind empfindlich gegenüber den zugelassenen Wirkstoffen, die beim Fressen aufgenommen werden“, so die Experten. Ältere Raupen seien hingegen weniger empfindlich, da sie mehr Wirkstoff aufnehmen müssten.

Laut Hersteller soll dieses biologische Mittel für Bienen nicht gefährlich sein. Beim Anwenden sollte aber darauf geachtet werden, dass auch das Innere der Krone gut besprüht wird. Auch der richtige Zeitpunkt ist wichtig für eine erfolgreiche Bekämpfung.

Expertentipp: Mit Pheromonfallen kann ein Befall leicht festgestellt werden. Sie locken mit ihren Duftstoffen die männlichen Falter an. Wenn die Falter in die Falle gegangen sind, dann ist das der beste Zeitpunkt, um schnell zu handeln.

Auch chemische Insektizide helfen, sind jedoch schädlich für Bienen und andere Insekten.

Welche Hausmittel helfen gegen den Buchsbaumzünsler?

„Bei einem schwachen Befall können einige Hausmittel schon hilfreich sein“, so Björn Ehsen, Gärtnerischer Leiter des Parks der Gärten in Bad Zwischenahn. „Mithilfe eines Hochdruckreinigers können die Raupen und Gespinste gut abgespritzt werden.“ Einige Buchsbaum-Gärtner setzen aber auch auf das Absaugen der Raupen mit einem Staubsauger.

Expertentipp: Ein Rückschnitt kann helfen

„Wenn Buchsbäume stark befallen sind, kann ein Radikal-Schnitt helfen“, so Ehsen. Buchsbäume könnten damit vor einer völligen Zerstörung bewahrt werden. Da sich die Raupen meist im Inneren des Baumes aufhalten, sei es wichtig, die Sträucher oder Hecken bis auf die Hälfte ihrer Höhe und Breite zurückzuschneiden. Das Schnittgut sollte sofort im Hausmüll entfernt werden, um einer erneuten Verbreitung entgegenzuwirken.

Um einen besseren Austrieb zu gewährleisten, die Buchbäume nach dem Rückschnitt mit Hornmehl düngen. Ein erster Rückschnitt bietet sich Ende April, Anfang Mai an.

Buchsbäume ersetzen

Wer Buchsbäume ersetzen möchte, kann auf immergrüne Nadelgehölze zurückgreifen, rät der Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL) in Bad Honnef. Viele Arten und Sorten haben ein ähnliches Wuchsverhalten. Außerdem lassen sie sich genauso wie der Buchsbaum durch Schnitte leicht in Form halten. Gute Gewächse als Sichtschutz sind Wacholder (Juniperus), Eibe (Taxus) oder Scheinzypresse (Chamaecyparis).

Von RND/js

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