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Wissen Ebola-Ausbrüche bleiben oft unentdeckt
Nachrichten Wissen Ebola-Ausbrüche bleiben oft unentdeckt
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07:53 14.06.2019
Flüchtlinge aus Kongo waschen ihre Hände, bevor sie auf Ebola-Symptome untersucht werden. Quelle: Kellie Ryan/International Rescue Committee/AP
Cambridge

Mehr als die Hälfte der Ausbrüche der gefährlichen Infektionskrankheit Ebola könnten unentdeckt bleiben. Vor allem wenn nur wenige Menschen betroffen sind, bleibt die Krankheit unter dem Radar, wie eine Forschergruppe der Universität Cambridge (Großbritannien) im Fachmagazin „PLOS Neglected Tropical Diseases“ schreibt. Als Grundlage für Simulationen des Verlaufs von Ebola-Ausbrüchen dienten drei große Datensätze der Ebola-Epidemie von 2013 bis 2016 in Westafrika, bei dem schätzungsweise 11.000 Menschen ums Leben kamen.

Ebola wurde erstmals im Jahr 1976 nachgewiesen. Die Krankheit kann ausbrechen, wenn sich ein Mensch an einem infizierten Tier ansteckt. Beim aktuellen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo haben sich nach offiziellen Angaben bislang rund 2100 Menschen mit dem Virus angesteckt, 1400 sind bereits gestorben. Auch in Uganda ist Ebola ausgebrochen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag, ob sie eine „Notlage von internationaler Tragweite“ ausrufen muss

Wird der Ausbruch früh erkannt, kann man eine Ausbreitung leicht verhindern

„Wir finden Ebola-Ausbrüche selten, solange sie noch leicht zu handhaben sind“, wird Studienleiterin Emma Glennon in einer Mitteilung ihrer Universität zitiert. Wenn ein Ausbruch früh genug erkannt werde, könne die Ausbreitung der Krankheit durch einfache Maßnahmen wie die Isolierung infizierter Personen verhindert werden.

Die Forscher verwendeten Datensätze über die gesamte Ebola-Epidemie von 2013 bis 2016 in Westafrika, außerdem Daten aus einem Distrikt in Sierra Leone und der Stadt Conakry in Guinea. In Computersimulationen konnten sie die Ausbreitung der Epidemie nachvollziehen. Dann simulierten sie rund 10.000 frühe Phasen der Ebola-Ausbrüche. Dabei zeigte sich, dass es bei vielen Ausbrüchen weniger als fünf Infizierte gibt.

Verwechslung mit Malaria oder Typhus

Als Hinweis auf unentdeckte Ebola-Ausbrüche werten Glennon und Kollegen das Ergebnis einer früheren Studie, nach der in einigen afrikanischen Bevölkerungsgruppen häufig Ebola-Antikörper im Blut zu finden sind. Dass nicht jede Übertragung des Virus vom Tier auf den Menschen zu einer Epidemie führt, begründen die Wissenschaftler damit, dass die Viren oft nicht gut an den Menschen angepasst sind, und dass ein Mensch für die Übertragung des Virus vom Tier empfänglich sein muss.

Die meisten Ärzte und Angestellten des öffentlichen Gesundheitswesens hätten noch nie einen Ebola-Fall gesehen, sagt Glennon. Schweres Fieber könne leicht als Symptom für Malaria, Typhus oder Gelbfieber gesehen werden. „Um Ausbrüche an der Quelle zu begrenzen, müssen wir viel mehr investieren, um die lokale Kapazität zur Diagnose und Eindämmung von Ebola und diesen häufiger auftretenden Fiebern zu erhöhen“, betont die Forscherin. Es müsse sichergestellt werden, dass jede lokale Klinik über grundlegende Ressourcen für die öffentliche Gesundheit und die Infektionskontrolle verfügt.

Von RND/dpa

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