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Wissen Eifersüchtig auf das neue Baby: So können Eltern ihrem älteren Kind helfen
Nachrichten Wissen Eifersüchtig auf das neue Baby: So können Eltern ihrem älteren Kind helfen
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11:58 15.03.2019
Stolz statt Eifersucht: Eltern können schon während der Schwangerschaft das große Geschwisterkind auf die neue Situation vorbereiten – und so Konkurrenzverhalten vermeiden. Quelle: Christin Klose/dpa
Berlin

„Du bekommst ein Geschwisterchen!“ – diese Botschaft sorgt bei Kindern nicht nur für helle Begeisterung. Denn neben Vorfreude kann dabei auch Eifersucht aufkommen. Das muss aber nicht sein. „Wenn sich die Eltern auf das zweite Kind freuen und diese Freude vermitteln, dann freut sich auch das erste Kind“, sagt Heidemarie Arnhold, Vorstandsvorsitzende des Arbeitskreises Neue Erziehung (ANE).

Geschwisterkind schon während der Schwangerschaft einbeziehen

Arnhold rät zu einem altersgemäßen Einbeziehen des ersten Kindes von Anfang an: „Wenn der Bauch schon da ist, kann man das Große den Bauch anfassen lassen. Wenn er noch nicht da ist, kann man sagen: Da wird bald ein dicker Bauch sein, da ist das Kind drin, aber jetzt ist das noch ganz klein.“ Eltern können daraus schon vor der Geburt ein Ritual machen. Sie können abends etwa immer sagen: „Jetzt singen wir dem Baby noch ein Lied“, schlägt Judith Peltner vor. Sie ist Pflegedienstleiterin für das Eltern-Kind-Zentrum im Klinikum Nürnberg.

Zugleich sollten Eltern falschen Erwartungen entgegenwirken. Häufig stellen Geschwisterkinder sich vor, dass sie mit dem neuen Bruder oder der neuen Schwester gleich spielen können. „Hier kann man ihnen erklären: Das ist ein Baby, das ganz viel Hilfe braucht, das kann nicht gleich mit dem Auto oder der Puppe spielen“, sagt Peltner.

Eltern dürfen keine Konkurrenz fördern

Drei Jahre sind der schwierigste Altersabstand, hat Judith Peltner beobachtet. „Dann ist das Geschwisterkind in der Trotzphase.“ Es habe gelernt, die alleinige Aufmerksamkeit der Eltern zu bekommen. „Es steckt sowieso gerade seine Grenzen ab, und dann kommt, in den Augen des Großen, ein Rivale ins Haus.“ Aber eine Konkurrenz entsteht laut Heidemarie Arnhold nur, wenn Eltern diese fördern, etwa indem sie die Kinder gegeneinander ausspielen. Was überhaupt nicht geht, sei ein Satz wie: „Du hast ja immer so viel geschrien, und dieses schreit überhaupt nicht!“

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Wenn ein Kind helfen möchte, darf es das gerne. Viele Kliniken oder Geburtshäuser bieten sogenannte Geschwisterkurse an, so auch das Klinikum Nürnberg. In einer Stunde lernen dort drei- bis sechsjährige Kinder an einer Puppe, ein Baby zu wickeln, zu halten oder die Flasche zu geben. So soll der Stolz auf das Geschwisterkind gestärkt werden, erklärt Pflegedienstleiterin Peltner.

Geschwisterkinder ahmen Verhalten des Babys nach

Wenn das Baby da ist, will manches ältere Geschwisterkind auf einmal auch wieder Baby sein. Eine ganz normale Reaktion, findet Inés Brock, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin in Halle (Saale). „Für einen Drei-, Vier-oder Fünfjährigen ist das natürlich faszinierend zu beobachten, dass das Baby schreit und einkackt, und alle freuen sich drüber.“ Entsprechend will das Große das auch ausprobieren, möchte aus der Flasche oder an der Brust trinken oder nässt vielleicht sogar wieder ein. „Sie versuchen, das Verhalten des Babys nachzuahmen, um zu sehen, ob Mama auch so reagiert.“

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Kein Grund zur Sorge, findet Brock. „Man kann das spielerisch aufgreifen und gleichzeitig die Vorteile des Großseins wieder in den Vordergrund rücken.“ So sollten Eltern etwa das Kind für Dinge loben, die es schon kann. Für sie ist Eifersucht verständlich - nur das Verhalten sei je nach Alter unterschiedlich. Ein Zweijähriger kneift, ein Vierjähriger schmeißt sich auf den Boden, eine Siebenjährige verschwindet schmollend und türenknallend im Zimmer. Je gelassener Eltern damit umgehen, desto besser. Weiterer Rat von Brock: Wochenbettbesucher sollten sich nicht ausschließlich um das Baby kümmern, sondern auch das andere Kind noch wahrnehmen.

Von RND/dpa

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