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13:28 15.07.2019
Die Illustration der ESA zeigt die gesamte, aus 30 Satelliten bestehende Galileo-Konstellation auf drei Orbitalebenen (nicht komplett im Bild). Quelle: Foto: Pierre Carril/ESA/dpa
Hannover

„Galileo“ entsprang der Gründungsidee, Europas Abhängigkeit von amerikanischen Navigationsdaten zu verringern und eine präzisere Ortung zuzulassen als GPS. Denn das „Global Positioning System“ (GPS) lässt aus militärischen Gründen für öffentliche Privatnutzer nur eine Genauigkeit von zehn Metern zu, wo technisch zentimetergenaue Positionsbestimmungen möglich wären.

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Das Quasi-Monopol von GPS zu brechen und eine unabhängige europäische Alternative zu schaffen, das waren die durchaus nachvollziehbaren und ambitionierten Gedanken hinter dem Projekt „Galileo“. Wichtigste Grundvoraussetzung war die Vorgabe, dass „Galileo“ unter ziviler Kontrolle stehen würde. Diese Startvorgabe wurde mittlerweile etwas aufgeweicht, da das Europaparlament im Jahr 2008 beschloss, dass „Galileo“ auch für Maßnahmen im Kontext der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik zur Verfügung stehen werde.

2008 war auch das Jahr, in dem „Galileo“ ursprünglich bereits auf Sendung gehen sollte. Das zumindest beschlossen die Mitgliedsstaaten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der Europäischen Union im Jahr 2003. Sitz der Galileo-Agentur European GNSS Agency (GSA) ist seit 2014 Prag.

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Präzisere Positionsbestimmung

Galileo, so die Planung, soll aus 30 Satelliten bestehen. 27 davon sollen kontinuierlich im All sein, drei Zusatzsatelliten als Ersatz betriebsbereit bereitstehen. Hinzu käme noch der Austausch von Geräten im laufenden Betrieb. Diese 27 Satelliten sollen die Erde in einer Höhe von rund 23.260 km und einer Geschwindigkeit von 3,6 Kilometern pro Sekunde umkreisen. Die Galileo-Daten lassen in der Grundversion eine Positionsgenauigkeit von rund vier Metern zu. Mit Zusatzdiensten ließe sich die Präzision auf den Zentimeterbereich verbessern. Neben den EU-/ESA-Staaten sind unter anderen auch China, Indien, Israel, Marokko, Saudi-Arabien, Südkorea und die Ukraine an „Galileo“ beteiligt.

Trotz der breiten Gründungsbasis litt das Projekt unter Finanzierungsproblemen. Das ursprünglich geplante Konzept einer Public Private Partnership, also einer Mischfinanzierung aus öffentlichen und privaten Geldern, scheiterte im Jahr 2007. Da waren schon 1,5 Milliarden Euro in die Entwicklung geflossen – aber noch kein einziger Satellit im All. Schließlich einigte man sich darauf, die „Galileo“-Entwicklung aus dem EU-Haushalt mit Streichungen im Agrarhaushalt zu finanzieren. Die ursprünglich angesetzten 3,4 Milliarden Gesamtkosten werden wohl auf mindestens 5,3 Milliarden Euro steigen, andere Quellen sprechen sogar knapp 10 Milliarden Euro.

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Erster Satellit erst 2011 im All

Am 21. Oktober 2011 schoss Russland vom europäischen Weltraumbahnhof Courou in Französisch-Guyana den ersten von insgesamt 14 Satelliten ins All. Bis 2016 folgten drei weitere Missionen. Seit Juli 2018 sind 26 Satelliten im All. Der Satellitenlaunch soll im Jahr 2021 abgeschlossen sein. Gesteuert werden die Satelliten vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum DLR in Oberpfaffenhofen.

Offiziell ist „Galileo“ seit dem 15. Dezember 2016 für die Allgemeinheit verfügbar, der Regelbetrieb soll allerdings erst 2020 starten. 145 Mobilfunkgeräte sind per Stand 1. Juli 2019 bereits „Galileo“-fähig, darunter Bestseller wie das Samsung Galaxy S10 oder das iPhone XS. Bereits im Regelbetrieb befindet sich der Notfalldienst „Search And Rescue Service“, der wesentlich schnellere und präzisere Ortungen als GPS zulässt. Er war laut GSA auch nicht von dem Systemausfall betroffen.

Ein Land wird den Vollbetrieb von „Galileo“ allerdings nicht mehr miterleben: Denn Anfang des Jahres 2018 gab die Europäische Union bekannt, Großbritannien nach dem Brexit vom Galileo-Projekt auszuschließen. Begründung: Die EU teile keine sensiblen Daten mit Staaten, die ihr nicht angehören.

Von Daniel Killy/RND

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