Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wissen Zwei Tote durch West-Nil-Fieber in Griechenland
Nachrichten Wissen Zwei Tote durch West-Nil-Fieber in Griechenland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:29 02.08.2019
Das West-Nil-Virus wird durch den Stich einer infizierten Mücke übertragen. Quelle: dpa
Anzeige
Athen

In Griechenland sind dieses Jahr bis zum 1. August 25 Menschen am West-Nil-Fieber erkrankt. Zwei von ihnen starben an den Folgen. Dies teilte die zuständige Behörde des Gesundheitsministeriums (EODY) am Freitag mit. Zehn Menschen werden demnach derzeit noch in Krankenhäusern behandelt, vier davon auf Intensivstationen. Die meisten der von Mücken übertragenen Infektionen seien in Regionen Mittelgriechenland registriert worden.

Wildvögel gelten als wichtigster Wirt des West-Nil-Virus, das eigentlich aus Afrika stammt. Durch einen Stich einer infizierten Mücken, kann das Virus auf Menschen oder auch Pferde übertragen werden. Die Sterblichkeitsrate bei Menschen liegt bei 2,5 bis fünf Prozent. Eine Schutzimpfung für Menschen gibt es nicht.

Anzeige

Lesen Sie auch:
Mediziner warnen: Klimawandel lockt Mücken und Zecken nach Norden

Nicht erkannte Symptome problematisch

Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte weitaus höher liegen: Denn die meisten Erkrankten weisen keine oder harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auf. Etwa jeder 150. Mensch – in der Regel ältere Patienten mit Vorerkrankungen – erkrankt schwer mit hohem Fieber und Gehirnhautentzündung. In seltenen Fällen führt diese Hirnhauentzündung zum Tod. In Europa wurden 2018 mehr als 110 Todesfälle durch das Virus registriert.

Das Problem: Die meisten Infektionen bleiben unbemerkt, selbst im Falle von Symptomen. „Oft gehen Ärzte von einer Sommergrippe aus, denn viele Hausärzte kennen diese neuen, exotischen Viren noch gar nicht“, sagte Jonas Schmidt-Chanasit vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) der Deutschen Presse-Agentur. Ansteckend sind infizierte Menschen nicht.

Immer mehr Infizierte – Tiere wie Menschen

Nach Daten der EU-Gesundheitsbehörde ECDC, die bis zum 25. Juli reichen, gab es in diesem Jahr zudem zwei gemeldete Infizierte in Rumänien, wovon einer gestorben ist und einen Infizierten in Italien. Im Jahr 2018 registrierte die Behörde besonders viele Infektionen in den EU-Mitgliedsstaaten, 2083 insgesamt. Etwa 9 Prozent der Erkrankten seien gestorben.

Im letzten Jahr wurden auch in Deutschland vermehrt Fälle von infizierten Tieren registriert. Das erste Tier, das nachgewiesenermaßen an einer West-Nil-Infektion in Deutschland gestorben ist, war ein Bartkauz aus dem Zoo Halle/Saalem im August 2018. Insgesamt wurde diese anzeigepflichtige Tierseuche im Jahr 2018 in Deutschland 14 Mal registriert. Zudem infizierte sich ein Tierarzt in Oberbayern, möglicherweise bei einer Obduktion. Er erkrankte nur leicht.

Die erste registriere Erkrankung dieses Jahr wurde Anfang Juni gemeldet. Bei einer Schnee-Eule in einem Tierpark in Wittenberg in Sachsen-Anhalt wurde das West-Nil-Virus festgestellt. Laut Friedrich-Löffler-Institut ist diese Erkrankung ein Zeichen dafür, dass das West-Nil-Virus in Deutschland überwintert hat.

Lesen Sie hier:
West-Nil-Virus in Deutschland

Von ame/RND/dpa