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Wissen Grill reinigen: Mit diesen Profi-Tipps klappt's
Nachrichten Wissen Grill reinigen: Mit diesen Profi-Tipps klappt's
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14:07 24.06.2019
So schön und lecker Grillen sein mag: Auf das Saubermachen im Anschluss hat niemand Lust. Einige clevere Tipps helfen dabei, den Grill wieder funkeln zu lassen. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Magdeburg

Marinierte Nackensteaks, gefüllte Paprikaschoten und Knoblauchbaguettes mit Käse überbacken: Die Grillsaison bringt so einiges an Leckereien mit sich. Doch nach dem Vergnügen kommt die Arbeit: Damit der Grill wieder schön funkelt, muss er sorgfältig gesäubert werden. Dabei sollte man eine Menge beachten.

Grillrost reinigen: Nach jeder Verwendung

Damit Steaks, Würstchen und Co. auch am Ende der Grillsaison noch gut schmecken, sollte der Grillrost nach jedem Einsatz gereinigt werden. Jedoch sollte niemals zu intensiv geputzt und geschrubbt werden: „Durch zu hartes Putzen geht die Patina verloren, die eine Art Korrosionsschutz bietet“, sagt Grillmeister Nick Polzin von der Grillakademie Magdeburg. Die Patina entstehe beim Grillen durch eine Kombination aus Fett und Hitze.

Das Gehäuse, auch Korpus genannt, müsse hingegen seltener sauber gemacht werden. „Der Korpus sollte je nach Verschmutzungsgrad ein bis zwei Mal jährlich geputzt werden“, rät Polzin. Die Reinigung erweise sich beim Gehäuse im Vergleich zum Grillrost auch als wesentlich einfacher: Meist würden warmes Wasser und Putzmittel den Job erledigen. Wichtig: „Der Grill sollte im Schatten gesäubert werden, damit er vor Sonneneinstrahlung geschützt wird“, betont der Experte. Denn dadurch trockne die Feuchtigkeit schneller, die eigentlich dazu da ist, den Dreck einzuweichen.

Grillroste aus Edelstahl und Gusseisen hoch erhitzen

Edelstahl- oder Gussroste lassen sich mit dem sogenannten Pyrolyse-Verfahren reinigen. Dabei wird der Grill so hoch erhitzt, dass die Reste am Rost verbrennen und zu Asche werden. Nick Polzin erklärt, wie es geht: „Grill hoch erhitzen bis alle organischen Stoffe verbrannt sind und kein Qualm mehr rauskommt. Dann abkühlen lassen, bis der Grillrost handwarm ist. Anschließend mit einer Messing- oder Edalstahlbürste von Resten befreien.“ Diese Technik eigne sich aber nur für Grillroste aus Edelstahl und Gusseisen, weil sie hitzeresistenter seien.

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Bei Holzkohlegrills sollte spätestens ein Tag nach dem Grillen die Asche entfernt werden, damit sich nicht zu viel Patina ansetzt, sagt Polzin. Denn: „Die Patina kann sich durch Luftfeuchtigkeit verhärten.“ Der Grillexperte empfiehlt anstelle von Mulifunktionssprays lieber Speiseöl als Korrosionsschutz zu verwenden, da solche Chemie-Produkte Auswirkungen auf Geruch und Geschmack des Essens haben können. Bei hartnäckigen Verkrustungen seien Backofensprays oder chemische Grillreiniger hilfreich.

Grillrost reinigen: Beschichtete Roste in Zeitungspapier einwickeln

„Roste mit Beschichtung sollten am besten sensibel mit lauwarmen Wasser gereinigt werden. Die Beschichtung könnte sonst abgehen, wenn man den Rost zu hart behandelt“, sagt der Grillmeister. Besonders effektiv sei aber auch eine altbewährte Methode mit Zeitungspapier: „Wenn man den Rost in Zeitungspapier einwickelt, auf den Rasen legt und ab und zu mit Wasser aus einer Gießkanne befeuchtet, bekommt man Rückstände sehr effektiv ab“, sagt Polzin. Dies sei gleichzeitig eine schonende Technik für den beschichteten Rost.

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Fettauffang-Schalen immer nach Gebrauch säubern

Aluminium und Edelstahlschalen können laut Polzin verhindern, dass sich zu viele Reste und Fett im Grill festsetzen. Daher würden solche Fettauffang-Schalen zum Schutz des Grills vor Rückständen unter den Rost gelegt. Doch es sei auch wichtig, die Schalen nach dem Brateinsatz zu reinigen: „Fettauffang-Schalen sind der Brandherd Nummer eins, wenn zu viel Fett drin ist: Brennt das Fett beim Grillen an, kann es zum klassischen Fettbrand kommen“, warnt Polzin. Gerade wenn mit fettigem Essen wie Buletten oder Frikadellen gegrillt würde, sollten die Schalen mit Spülmittel und warmem Wasser von Fett und anderen Rückständen befreit werden.

Grill mit Hausmitteln oder Asche putzen

Wer nicht gleich zur Chemiekeule greifen möchte, kann von einigen Hausmitteln Gebrauch machen. „Backpulver eignet sich als gute Alternative zu chemischen Mitteln, weil es den Dreck zersetzt“, sagt Polzin. Einfach 100 Gramm Backpulver oder Natron mit 100 Millilitern Wasser zu einer Paste verrühren und den Rost damit bestreichen. Sobald die Paste getrocknet ist mit einem trockenen Tuch abwischen.

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Auch alter Kaffeesatz oder sogar die Asche aus dem Grill können für die Reinigung noch einen sinnvollen Zweck erfüllen: Auf dem Schwamm oder Lappen streuen und den Rost damit sauber machen. „Bei solchen Techniken ist allerdings Geduld gefragt, da es einige Zeit dauern kann, bis sich der Dreck löst“, sagt Polzin.

Rost mit Öl einreiben und marinierte Steaks vermeiden

Um Rückstände zu vermeiden, kann man vor dem Grillen eine Menge tun – beispielsweise den Rost mit Öl oder Fett einreiben. Damit würden sich – ähnlich wie beim Backen – weniger Reste festsetzen. „Vorverpacktes, mariniertes Fleisch sollte vermieden werden, da sie besonders hartnäckige Flecken hinterlassen“, betont der Grillexperte. Besser sei es, die Steaks selbst mit einem Pinsel ganz dezent zu marinieren. Fettauffang-Schalen sollten bei besonders fettigem Essen zudem unter den Rost gelegt werden, sagt Polzin.

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Von RND/bk

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