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Wissen Grillen: Was ist erlaubt, wo und wann dürfen Sie jetzt grillen?
Nachrichten Wissen Grillen: Was ist erlaubt, wo und wann dürfen Sie jetzt grillen?
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08:43 07.06.2019
Wer grillt, sollte immer auf Mitmenschen Rücksicht nehmen. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Die Vögel zwitschern, die Natur erwacht aus dem Winterschlaf – der Frühling steht in den Startlöchern. Mit ihm kommt natürlich auch die Grillsaison. Grillfans können es kaum erwarten, das ein oder andere Steak und andere Köstlichkeiten auf den Rost zu legen. Nur, darf überhaupt überall gegrillt werden? Welche Regeln müssen beim Grillen beachtet werden? Ein Überblick:

Grillen auf dem Balkon und auf der Terrasse

Das Grillen auf dem Balkon einer Mietwohnung ist grundsätzlich erlaubt, so das Rechtsportal der Deutschen Anwaltauskunft. Wenn aber im Mietvertrag steht, dass das Grillen auf der Terrasse samt dazugehörigem Garten oder auf dem Balkon verboten ist, sollten sich die Mieter auch daran halten (Urteil des Landgericht Essen vom 7. Februar 2002, AZ: 10 S 438/01). Auch, wenn die Wohnbedingungen der Nachbarn durch den Qualm beim Grillen beeinträchtigt werden, kann das Grillen im Nachhinein verboten werden. Mietrechtsexperten empfehlen, vom Holzkohlegrill auf einen Elektrogrill umzusteigen. Der produziert weniger Rauch und Qualm – die Nachbarn werden weniger gestört.

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Grillen im Garten

Auch hier gilt das Gebot der Rücksichtnahme. Wenn das Haus Eigentum ist, dann gibt es auch keinen Mietvertrag, der das Grillen verbieten könnte. Laut Experten der Deutschen Anwaltauskunft hat das Bayerische Oberste Landesgericht diesbezüglich trotzdem eine recht harte Entscheidung getroffen: Dem Urteil zufolge darf der beklagte Hauseigentümer nur am äußersten Rand des Gartens, 25 Meter vom Haus entfernt, grillen, damit der Rauch nicht bei seinem Mieter in die Wohnung zieht. Und das zudem nur fünfmal im Jahr (18. März 1999, AZ: 2 Z BR 6/99). Ein eigener Garten gibt einem also nicht das Recht auf das tägliche Grillen bis tief in die Nacht.

Grillen im öffentlichen Park

Grundsätzlich sind die Vorschriften von Gemeinde zu Gemeinde individuell, aber: Allgemein darf überall da gegrillt werden, „wo die Erlaubnis sichtbar ist, etwa durch ein Hinweisschild“. Darauf weist das Rechtsportal des Deutschen Anwaltvereins hin. Wichtig dabei, so ein weiterer Hinweis: „Wenn alles aufgegessen ist, muss der gesamte Müll inklusive Kohlereste mitgenommen und selber entsorgt werden.“ In Naturschutzgebieten ist das Grillen grundsätzlich untersagt. Wer dort oder einfach so in der freien Natur grillt, muss mit Bußgeldern rechnen.

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Grillen im Wald

Das Entzünden eines Feuers im Wald ist grundsätzlich verboten. Grillen ist nur an offiziellen und fest installierten Feuerstellen erlaubt. Wer frei grillen möchte, muss mindestens 100 Meter Abstand zum Waldrand einhalten, damit durch den Funkenflug kein Waldbrand ausgelöst werden kann. Das schreiben die Bundesländer gesetzlich fest. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer hohen Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe rechnen. Die Forstbehörde Nordrhein-Westfalen macht da eine kleine Ausnahme. Nach Paragraph 47 des Landesforstgesetzes Nordrhein-Westfalen ist Grillen mit einer Genehmigung der Forstbehörde möglich.

Grill-Verstöße: Welche Strafe droht?

Wer gegen Regeln verstößt, wenn er auf öffentlicher Fläche grillt, kann mit hohen Bußgeldern rechnen. Wie hoch die Strafe ist, hängt von der Gemeinde oder Stadt ab. Entscheidend ist auch, wie schwerwiegend der Verstoß ist. Wer eine Landschaft zerstört oder die Gesundheit eines Menschen gefährdet, muss mit einer sehr hohen Strafe rechnen.

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Von RND

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