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Wissen Güllehaufen entfacht größten Waldbrand Nordspaniens
Nachrichten Wissen Güllehaufen entfacht größten Waldbrand Nordspaniens
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17:51 30.06.2019
Verheerender Waldbrand in Spanien. Quelle: Bomberscat/dpa
Barcelona/Hannover

Nordspanien ist mit den größten Waldbränden seit zwei Jahrzehnten konfrontiert, da die Hitzewelle in weiten Teilen Europas weiter zunimmt. In der spanischen Provinz Tarragona in der Nähe von Barcelona kämpfen Hunderte Feuerwehrleute seit Tagen gegen die Flammen. Dutzende Menschen, darunter auch Deutsche, seien in Sicherheit gebracht worden, berichten örtliche Behörden. Angefacht von starken Winden, habe das Feuer bereits über 6500 Hektar Land zerstört. Beamte warnen davor, dass am Ende bis zu 20.000 Hektar Land – 200 Quadratkilometer – betroffen sein könnte, berichtet der Business Insider.

„Wir stehen vor einem schweren Brand in einer Größenordnung, die es seit 20 Jahren nicht mehr gab. Er könnte 20.000 Hektar umfassen. Seien wir uns sehr bewusst, dass jede Nachlässigkeit zu einer Katastrophe führen kann“, vermeldete Miquel Buch, Innenminister der Region Katalonien, auf Twitter.

Spontane Entzündung eines riesigen Misthaufens

Buch sagte, dass die Ursache des größten Waldbrands mit hoher Wahrscheinlichkeit die spontane Entzündung eines riesigen Misthaufens war, der laut dem Nachrichtensender CNN „unsachgemäß bewirtschaftet“ worden war.

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Der Agentur Associated Press sagte Buch, dass das Feuer auf einem Bauernhof im Dorf Torre de l’Espanyol begonnen habe, als sich eine Lagerstätte mit Hühnermist überhitzt habe und in Brand geraten sei. Danach habe es sich mit großer Geschwindigkeit ausgebreitet.

Bei heißem Wetter ist eine Selbstentzündung bei Gülle möglich, da bei der Zersetzung in Güllehaufen Wärme entsteht. Wenn es wie in dieser Woche besonders heiß ist, können die Temperaturen in den Misthaufen hoch genug sein, um ein Feuer zu entfachen.

Feuer ist noch nicht unter Kontrolle

Am Mittwoch hat Buch getwittert, dass in den vergangenen zwei Tagen in Spanien mehr als 400 Waldbrände ausgelöst worden waren. Diese begründeten sich zum größten Teil in der Hitzewelle, die vergangene Woche Europa heimsuchte.

Flächen- und Wiesenbrände haben zudem in Südfrankreich mehrere Häuser und Hunderte Hektar Land zerstört. Dort war am Freitag im Département Gard mit 45,8 Grad der heißeste Tag Frankreichs seit Temperaturmessung verzeichnet worden.

Wissenschaftler haben die steigenden Temperaturen auf die Kombination eines Sturms über dem Atlantik und eines hohen Drucks über Mitteleuropa zurückgeführt, der heiße Luft aus der Sahara ansaugt. Die sogenannte Sahara-Düse ist Klimaexperten zufolge auch auf die steigende Erderwärmung zurückzuführen.

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Von RND/so

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