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Wissen Hitzeschäden auf der Fahrbahn: Sofort Fuß vom Gas
Nachrichten Wissen Hitzeschäden auf der Fahrbahn: Sofort Fuß vom Gas
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12:23 27.06.2019
Beschädigte Betonplatten auf der Autobahn – aufgeplatzt aufgrund von großer Hitze – können lebensgefährlich sein. Quelle: picture alliance / Julian Stähle
Hannover/Köln

Hitze kann nicht nur Umwelt, Mensch und Tier zu schaffen machen. Auch der Straßenbelag leidet – egal, ob aus Asphalt oder Beton. Asphalt kann bei Hitze „regelrecht weich“ werden, warnt der TÜV Rheinland. Betonplatten können durch die Hitze einfach platzen. Dadurch verschlechtere sich die Griffigkeit und so das Fahrverhalten. „Aufwölbungen oder Schlaglöcher können urplötzlich entstehen, was sie bei höheren Geschwindigkeiten zu einem unfallträchtigen Hindernis macht“, sagt Steffen Mißbach, Kraftfahrexperte bei TÜV Rheinland. Deswegen werden auf vielen Autobahnabschnitten drastische Geschwindigkeitsbeschränkungen bei Hitze festgesetzt.

Spurrillen nach Hitze: Aquaplaning-Gefahr und kein Grip auf der Fahrbahn

Bei weichem Asphalt bilden sich schneller Spurrillen, die bei Regen stark zum Aquaplaning beitragen, da sie schnell mit Wasser volllaufen können. Ein weiterer Gefahrenpunkt ist, dass bei hohen Temperaturen die Asphalt-Fahrbahn schneller verschleißt und dadurch die Griffigkeit der Fahrbahn schwindet, so der TÜV.

An Stellen, an denen noch keine Schilder auf Gefahren hinweisen, kann es also für Auto- und Motorradfahrer gefährlich werden. Die Experten raten bei Hitzewellen daher: Tempo runter und die Straßen sorgsam beobachten wie etwa bei Glatteis im Winter.

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Platzen von Betonplatten: Schlagloch-Gefahr nach Hitzewelle

Aufgrund der starken Ausdehnung bei hohen Temperaturen können Betonplatten auf Autobahnen aufplatzen. Sowohl das herausgesprungene Material als auch entstandene Schlaglöcher gefährden Auto- und vor allem Motorradfahrer. Im Extremfall können wegen verhärteter Dehnungsfugen ganze Platten aus der Verankerung springen und zum gefährlichen Hindernis werden.

Warnen bereits Schilder und Tempolimits vor solchen sogenannten Blow-ups, sollten diese unbedingt befolgt werden. Je langsamer Fahrer unterwegs sind, desto eher bemerken sie die gefährlichen Stellen rechtzeitig und können sie um- oder risikofreier überfahren, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Lässt sich das Hindernis nicht mehr umfahren, gilt: Fuß vom Gas und das Lenkrad gut festhalten. Denn es könne je nach Höhe der Wölbung einen ordentlichen Schlag geben, warnt der Tüv Rheinland.

Starkes Bremsen oder riskante Ausweichmanöver vermeiden Autofahrer aber besser. Besonders riskant sind die Blow-ups für Motorradfahrer. Verreißt ihnen das Vorderrad, kann das zu folgenreichen Stürzen führen.

Blow-ups auf der Autobahn: Wer zahlt einen entstandenen Schaden?

Sogenannte Blow ups, das Platzen und Überlagern von Betonplatten bei extremer Hitze oder Kälte, bedeuten Lebensgefahr. Meist ist es für Geschädigte nicht einfach, die zuständige Autobahnmeisterei haftbar zu machen. Geschädigte müssten erstmal beweisen, dass keine Hinweisschilder für das Tempolimit aufgestellt worden waren. Autofahrer können das nur in den seltensten Fällen. Dann hilft die Versicherung weiter. Die Vollkasko-Versicherung übernimmt allerdings nur die Kosten der Reparatur am eigenen Auto. Die Teilkasko deckt entstandene Glasschäden ab. Die Haftpflichtversicherung übernimmt Schäden an anderen Personen, Gegenständen oder Fahrzeugen.

Von RND/dpa

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