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Wissen Lebensmittelverschwendung: So landet weniger im Müll
Nachrichten Wissen Lebensmittelverschwendung: So landet weniger im Müll
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06:00 06.06.2019
Wer Lebensmittel richtig lagert, muss weniger wegschmeißen. Quelle: dpa-tmn
Hamburg

Hungrig eingekauft, spontan essen gegangen - und schon sind Kühlschrank und Vorratskammer voll mit ungenutzten Lebensmitteln. Damit das nicht alles im Müll landet, vor allem bei hohen Temperaturen verderben Lebensmittel schnell, gibt es die folgenden Tipps der Verbraucherzentralen Hamburg und Nordrhein-Westfalen.

Lebensmittel: Auf die richtige Lagerung kommt es an

Die richtige Temperatur und optimale Bedingungen sorgen dafür, dass vor allem Obst und Gemüse nicht so schnell verderben. Kühlschränke sind meist nicht gleichmäßig kühl. Daher gibt es für Lebensmittel unterschiedlich gute Zonen zur Lagerung.• Oberste Ablage und Türfächer: Sie sind der wärmste Bereich in herkömmlichen Kühlschränken. Das sind gute Orte für Marmeladen, geöffnete Dressings, Soßen, Butter, Backwaren und Getränke.• Mittlere Ebene: Milchprodukte, Eier und selbst gekochte Speisen halten sich hier gut.• Untere Glasplatte: Hier ist der kälteste Bereich im Kühlschrank. Er ist gut für leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Wurst und Fisch.• Untere Boxen: Hier ist es wieder etwas wärmer und geeignet für temperaturempfindliches Obst, Gemüse und Kräuter.• Moderne Kühlschränke mit dynamischer Kühlung: Die Lebensmittel können hier an jeder beliebigen Stelle lagern.• Null-Grad-Fächer: Darin bleiben Lebensmittel länger frisch. Hier wird abhängig von der Luftfeuchtigkeit gelagert, die sich extra einstellen lässt. Im Fach mit einer Luftfeuchtigkeit von etwa 50 Prozent überdauern leicht verderbliche, verpackte Produkte wie Fleisch, Joghurt oder Käse gut. Im Fach mit rund 90 Prozent Luftfeuchtigkeit welken oder trocknen kälteunempfindliches Gemüse- und Obstarten sowie Kräuter nicht so schnell aus.

Wichtigste Grundregel: Neben dem Kühlschrank braucht jede Küche noch fünf weitere Lagerungsorte, Fächer in einem Regal zum Beispiel. Eins ist für Obst, eins für Gemüse. Dazu kommt ein Brotkasten, eine Dunkelbox (für Kartoffeln und Zwiebeln), und einen Lagerort für alles weitere.

Obst und Gemüse: Mit der richtigen Lagerung bleibt’s frisch

Einen Überblick mit den Lagerungsvorlieben aller Obst- und Gemüsesorten gibt das Lagerungs-ABC der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) - von A wie Ananas bis Z wie Zwiebel. „Damit wollen wir dazu beitragen, dass weniger Essen weggeworfen wird“, betont Antonia Blumenthal, Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale NRW.

Äpfel und Bananen: Ab in den Keller?

„Oftmals werden Äpfel dekorativ in einer Schale angerichtet. Im Kühlschrank wären sie allerdings besser aufgehoben. Oder noch lieber an einem kühlen, dunklen und gut durchgelüfteten Ort, im Keller zum Beispiel. Unter optimalen Bedingungen können sie dort bis zu fünf Monate gelagert werden“, so Antonia Blumenthal.

Bananen bevorzugen hingegen einen hellen, wärmeren Platz zur Aufbewahrung. Eine hängende Lagerung ist optimal, um braunen Stellen vorzubeugen, dann hält die gelbe Frucht eine Woche durch. Das schaffen Beeren in den seltensten Fällen. Weiche Beeren wie Himbeeren, Erdbeeren und Johannisbeeren halten im Obst- und Gemüsefach des Kühlschranks nur zwei bis drei Tage, Heidelbeeren etwas länger.

Ute Gomm, Ernährungswissenschaftlerin beim Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), rät zur regelmäßigen Vorratskontrolle: „Beeren, die von Schimmel befallen sind, sollten sofort aussortiert werden, damit sie die anderen nicht anstecken.“

Wohin mit den Zitronen?

Der Kühlschrank ist hingegen für Zitronen nicht optimal. Landen sie dort, geht das auf Kosten des Aromas. „Im Gemüsefach, wo die Luftfeuchte am höchsten ist, können sie sogar verschimmeln. Am besten bewahrt man sie im kühlsten Raum der Wohnung in einem Drahtkorb auf, so dass die Luft zirkulieren kann“, erläutert Dietlind Hanrieder. Deshalb dürfe man sie auf keinen Fall in einer Plastiktüte lagern. Da schimmeln sie sehr schnell. Oft haben Zitronen auch schon einige Zeit im Handel unter zu feuchten Bedingungen zugebracht. „Kommt dann die Wärme der Wohnung dazu, beginnt das Schimmelwachstum sehr rasch. Wenn sich die Zitronen berühren, können sie sich auch gegenseitig anstecken“, erklärt Hanrieder.

Ihr Tipp: „Ein Küchentuch aus Papier dazwischen gelegt, reduziert die Gefahr.“ Zitronen, die neben einer verschimmelten gelegen haben, aber selbst noch einwandfrei aussehen, könne man noch verzehren.

Auberginen und Tomaten mögen sich nicht

Zu den kälteempfindlichen Gemüsesorten gehört die Aubergine. In der Pfanne verträgt sie sich ja prima mit Tomaten, bei der Lagerung allerdings reagiert sie ethylenempfindlich und mag deshalb nicht neben ihnen platziert werden. Im Vorratsregal hält sich die Aubergine maximal zehn Tage frisch bei 10 bis 13 Grad. Deutlich sensibler sind hingegen Bohnen und Blumenkohl, sie wollen schnell zubereitet werden. Frische rohe Bohnen etwa sollten nicht länger als drei Tage an einem kühlen, dunklen Ort in einem luftdurchlässigen Behälter lagern. Müssen sie länger ausharren, kann es zu Fäulnisbefall oder Kälteschäden kommen.

Blumenkohl und Karotten optimal lagern

Auch der Blumenkohl hält sich in der Regel nicht länger als ein, zwei Tage. „Zeigen sich schwarze Stellen, ist das ein Hinweis auf einen Verderb durch Schwärzepilze, dann ist er nicht mehr zum Verzehr geeignet“, sagt Ute Gomm. Diese Schimmelpilze könnten giftige Stoffe bilden, die im Verdacht stehen krebserregend zu sein. „Diese können sich nach einem Verzehr im Körper anreichern. Neben den sichtbaren Stellen gibt es ein unsichtbares Wurzelgeflecht des Pilzes, weshalb das Herausschneiden der verschimmelten Stellen in der Regel nicht ausreicht“, warnt Gomm.

Aus der Folienverpackung schnellstmöglich herauszunehmen und in eine dunkle, kühle und trockene Umgebung zu verfrachten sind Karotten. Man unterscheidet zwischen Bund- und Waschkarotten. Lose verkaufte Waschkarotten halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks etwa vier Wochen, Bundkarotten nur eine Woche. Ihr Grün sollte laut Verbraucherzentrale NRW vor der Lagerung entfernt werden, da es dem Gemüse Flüssigkeit entzieht.

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Mindesthaltbarkeitsdatum: Abgelaufen ist nicht gleich schlecht

Fast alle Lebensmittel lassen sich auch nach dem Stichtag noch bedenkenlos verzehren, wenn Seh- und Riechtest positiv ausfallen - Bier, Öl oder Marmelade zum Beispiel sogar Monate später. Nur bei Fisch und Fleisch sollte man das Verbrauchsdatum unbedingt einhalten.

Lebensmittel alternativ verwenden

Nur weil etwas roh oder frisch nicht mehr schmeckt, muss es noch lange nicht in den Müll. Erst vor kurzem abgelaufene Eier lassen sich etwa zum Backen verwenden: Hohe Temperaturen töten eventuelle Keime. Auch nicht mehr ganz so aromatische Schokolade kann im Kuchen landen, aus schrumpeligen Kartoffeln wird Brei, altes Brot wird zum Croûton.

Von RND/dpa

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