Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wissen Ethikrat: Gen-Veränderungen bei Menschen (noch) unzulässig
Nachrichten Wissen Ethikrat: Gen-Veränderungen bei Menschen (noch) unzulässig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:27 09.05.2019
Ein Embryo erhält eine kleine Dosis Cas9-Protein und PCSK9 sgRNA in einem Spermieninjektionsmikroskop in einem Labor in Shenzhen in der südchinesischen Provinz Guangdong. Quelle: Mark Schiefelbein/dpa
Anzeige
Berlin

Der Deutsche Ethikrat hält gentechnische Verfahren zur gezielten Veränderung des Erbguts von Nachkommen bis auf weiteres für unzulässig. Solche Eingriffe seien wegen ihrer unabsehbarer Risiken derzeit unverantwortlich, teilte das unabhängige Beratungsgremium am Donnerstag in Berlin mit. Bundesregierung und Bundestag sollten sich für einen verbindlichen internationalen Stopp klinischer Anwendungen beim Menschen einsetzen. Grundsätzlich ethisch auszuschließen sei dies nicht. Voraussetzung jeglicher künftigen Anwendung sogenannter Keimbahneingriffe wäre aber hinreichende Sicherheit und Wirksamkeit. Auch in Deutschland sei eine grundlegende Debatte erforderlich.

Geburt genveränderte Zwillinge hallt bis heute nach

Der Vorsitzende des Ethikrats, der Theologe Peter Dabrock von der Universität Erlangen-Nürnberg, betonte, es gelte der ungeheuren Dynamik der Entwicklung Rechnung zu tragen. Die weltweite Diskussion hatte Fahrt aufgenommen, nachdem im vergangenen November ein chinesischer Wissenschaftler die Geburt der ersten gentechnisch veränderten Babys bekannt gegeben hatte. Dies sorgte bei Fachkollegen und der Öffentlichkeit in vielen Ländern für Entsetzen und Empörung.

Anzeige

Der Ethikrat hatte bereits 2017 mit Arbeiten für die nun vorgelegte Stellungnahme begonnen. Gleichzeitig fordern Mitglieder die Bundesregierung auf, eine verbindliche und internationale Vereinbarung zu erwirken.

Lesen Sie auch:
Gentechnik: Das ist CRISPR

Von RND/dpa