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Wissen Persönlicher Erfolg hängt von der Firmenkultur ab
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16:00 03.06.2019
Martin Wehrle ist Karrierecoach und Bestseller-Autor, sein aktuelles Buch: „Noch so ein Arbeitstag, und ich dreh durch – Was Mitarbeiter in den Wahnsinn treibt“ (Mosaik, 2018). Quelle: gpt
Hamburg

Wie wurde der Fußballtrainer Otto Rehhagel zur Legende? Aus Werder Bremen, einem Mittelklasseverein, formte er ein Spitzenteam, das Titel gewann. Und den Fußballzwerg Griechenland beförderte er zum Europameister. War er also ein Trainer, der überall Pokale holte? Nein: Derselbe Rehhagel, der in Bremen gefeiert und in Griechenland vergöttert wurde, erlebte 1996 bei Bayern München Schiffbruch – nach nur neun Monaten und einer verkorksten Bundesliga-Saison. Was sagt das aus über Erfolg und Misserfolg?

Falsches Umfeld beeinflusst negativ

Ob ein Fußballtrainer erfolgreich ist, hängt nicht nur von seinem Können ab, sondern vor allem von der Frage: Passen seine Fähigkeiten zur Kultur, zum Kader, zum Tabellenplatz eines Vereins? Kann er seine Werte und seine Philosophie dort leben? Bayern München vorm Abstieg bewahren – das hätte der Aufbauspezialist Rehhagel vielleicht gekonnt. Doch ein Starteam noch höher zu hieven, war sein Ding nicht. Rehhagels Beispiel lässt sich auch auf die Arbeitswelt außerhalb des Sports übertragen.

Wie oft habe ich dieselben Menschen, die in der einen Firma untergingen, in der nächsten Firma triumphieren sehen? Es gibt jene, die unter der einen Aufgabe zusammenbrachen, an der nächsten Aufgabe über sich hinauswuchsen oder in einer Abteilung gemobbt wurden und woanders zu den beliebtesten Kollegen zählten. Doch noch öfter bleiben Menschen im falschen Umfeld hängen – dort scheinen sie unfähig, ohne es eigentlich zu sein. Gut kann ich mich an einen mittleren Manager erinnern, der in seinem Konzern von seinen Vorgesetzten gedrängt wurde, das eigene Team einzuschmelzen, unter Druck zu setzen und die Rechnungen der Zulieferer runterzuhandeln. In dieser Rolle fühlte sich mein Klient so unwohl, dass er sie schlecht ausfüllte. Er kürzte zu wenig, die Zahlen waren schlecht, sein Management unzufrieden. Er stand schon auf der Kippe, als ihn ein Wettbewerber abwarb. Dort hatte er die Chance, eine Abteilung nach seiner Philosophie zu führen: wertschätzend, nachhaltig, aufrichtig. Und prompt stieg derselbe Manager, der im alten Unternehmen noch Wackelkandidat war, zum Vorbild auf. Er referierte bei internen Workshops über Führung und wurde nach einem guten Jahr befördert.

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Fehler aufgrund fehlender Motivation

Oder: Eine Controllerin liebte „Action“. Knappe Termine nahm sie als sportliche Herausforderung wahr, die sie zu Höchstleistungen anspornte. Als dieselbe Frau in ein Familienunternehmen wechselte, mit riesigen Zeitfenstern für die Arbeit, verlor sie vollkommen ihre Motivation. Sie begann, sich bei der Arbeit zu langweilen, und beging Flüchtigkeitsfehler. Die Kultur des Unternehmens passte so wenig zu ihr wie eine Tempo-30-Zone zu einem Formel-1-Rennauto.

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Fragen Sie sich immer: Wie gut passe ich in meine Firma? Wie jede Blume eine bestimmte Erde braucht, um zu wachsen, brauchen auch Sie ein bestimmtes Umfeld, um Ihre Stärken auszuspielen. Große oder kleine Firma, Inland oder Ausland, enge oder weite Führung, viel oder wenig Verantwortung, Tages- oder Projektarbeit, Fach- oder Führungsaufgaben – was lässt Sie zu Hochform auflaufen? Welche Firma, welche Aufgabe kitzeln meisterliche Leistungen aus Ihnen?

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Ein Blick nach hinten hilft: Wo(bei) waren Sie am erfolgreichsten? Was ging Ihnen am besten von der Hand? Wann haben Sie mehr bewegt, als es anderen möglich schien? Tun Sie alles, um Ihre persönliche Wachstumserde zu finden. Große Erfolge werden Sie nur dort erzielen, wo Ihr Typ wirklich gefragt ist. Hätte Otto Rehhagel den Absprung von Bayern nicht geschafft: Womöglich wäre er zur tragischen Figur geworden – statt mit Griechenland Europameister

Von RND / Martin Wehrle

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