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Wissen Rezeptfreie Medikamente: Ein Viertel nicht zu empfehlen – wovon Experten abraten
Nachrichten Wissen Rezeptfreie Medikamente: Ein Viertel nicht zu empfehlen – wovon Experten abraten
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16:29 24.06.2019
Medikamente im Test: Vor allem von der Einnahme von Kombipräparaten rät die Stiftung Warentest ab. Quelle: Mediimago images / Geisser
Hannover

Zu einem erstaunlichen Ergebnis ist die Stiftung Warentest in ihrem Medikamenten-Test gekommen. Insgesamt 2000 rezeptfreie Arzneimittel wurden von unabhängigen Experten geprüft, mit dem Ergebnis, dass ein Viertel von ihnen als „wenig geeignet“ und damit nicht empfehlenswert bewertet wurden. Die schlechteste Bewertung erhielten die Medikamente, bei denen die therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend belegt oder im Vergleich zu den Nebenwirkungen gering ist.

Stiftung Warentest rät von Kombi-Präparaten ab

Besonders Medikamente, die aus mehreren Inhaltsstoffen bestehen, wurden von der Stiftung Warentest schlecht bewertet. Unter ihnen sind auch bekannte Kombipräparate wie Grip­postad C, WICK DayMed, Aspirin Complex, neo-angin Hals­tabletten, Thomapyrin Classic oder Rhino­pront Kombi Tabletten. Hier gibt die Stiftung an, dass sich die einzelnen Inhaltsstoffe oft nicht sinnvoll ergänzen. Zudem steigt das Risiko von Nebenwirkungen, wenn mehrere Inhaltsstoffe miteinander kombiniert werden. Auch, dass einige Arzneimittel mit Koffein oder Alkohol versetzt und oftmals sehr teuer sind, wird bei dem Test kritisiert.

Die Stiftung Warentest rät daher dazu, als Alternative zu den Kombipräparaten auf einzelne Medikamente zurückzugreifen. Laut der unabhängigen Experten sollten die einzelnen Symptome besser getrennt von einander behandelt werden. Beispielsweise reiche gegen Schmerzen und Fieber häufig auch die Einnahme von Paracetamol oder Ibuprofen und bei Schnupfen ist die Anwendung von abschwellenden Nasensprays verträglicher. Gleichzeitig könnte so auch einiges an Geld gespart werden.

Eine Übersicht der beliebtesten Arzneimittel, die mit „wenig geeignet“ bewertet wurden, finden Sie hier.

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Auch bekannte Abführ- und Durchfallmittel fallen im Test durch

Bei Verstopfungen greifen vielen Menschen direkt auf die bekannten Abführ-Kapseln von Abtei oder Doppelherz zurück. Doch laut Stiftung Warentest ist auch das keine gute Wahl. In beiden Kapseln befindet sich Rizinusöl, das sehr viel drastischer wirkt, als geeignete Mittel und somit auch häufiger Nebenwirkungen auslösen kann. Daher sollte besser auf Abführmittel, die Laktulose oder Macrogol enthalten, zurückgegriffen werden.

Auch die Medikamente gegen Durchfall wie Uzara, Colina und Tannacomp sind bei der Stiftung Warentest durchgefallen. Bei ihnen sei nicht ausreichend nachgewiesen, dass sie bei Durchfall wirksam sind. Tannacomp könne zudem leicht Allergien auslösen.

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Medikamente oft nicht langfristig geprüft

Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass Medikamente, die eine schlechte Bewertung erhalten und dessen Wirksamkeit kaum nachgewiesen werden kann, auf dem deutschen Markt rezeptfrei zu erhalten sind? In Deutschland entscheidet das Institut für Arzneimittel und Medizinprodukte, ob ein Medikament auf dem Markt zugelassen wird. Die Hersteller müssen gegenüber den Behörden nachweisen, dass ihr Medikament wirksam, von guter pharmazeutischer Qualität und für den Nutzer unbedenklich ist. Hierfür führen sie meist Studien durch. Laut Stiftung Warentest sind diese Wirksamkeitsstudien aber nur selten ausreichend, da sie eine zu geringe Laufzeit haben. Beispielsweise könnten Nebenwirkungen, die erst nach einer längeren Einnahme entstehen, so nicht erkannt werden.

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Von RND/isa

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