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Wissen Studie: Oralsex erhöht Risiko für Mund-Rachen-Krebserkrankungen
Nachrichten Wissen Studie: Oralsex erhöht Risiko für Mund-Rachen-Krebserkrankungen
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14:53 30.09.2019
Eine neue Studie besagt: Oralsex erhöht Risiko für Mund-Rachen-Krebserkrankungen Quelle: Mascha Brichta/dpa-tmn
Hamburg/Hannover

Mediziner der Asklepios-Klinik St. Georg in Hamburg konnten einen entsprechenden Zusammenhang nachweisen. Demnach seien vor allem Menschen in Großstädten und in Ballungsräumen betroffen. Als Hauptursache machten die Forscher dafür sexuelle Kontakte und im Speziellen Oralsex aus: „Man muss davon ausgehen, dass Menschen, die im Laufe ihres Lebens viele Sexualpartner haben und Oralsex praktizieren, ein deutlich höheres Risiko haben, an einem Mund-Rachen-Krebs zu erkranken – zumindest so lange, wie das HP-Virus nicht durch Impfungen gestoppt wird“, sagt Professor Jens Meyer, Chefarzt der HNO-Abteilung in der Asklepios-Klinik St. Georg.

Auch interessant: Zahl der sexuell übertragenen Infektionen steigt

Überraschend deutlicher Zusammenhang

Schon häufiger hatten Forscher zuvor über einen Zusammenhang von HP-Viren und Mund-Rachen-Krebs spekuliert, nachdem lange starkes Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum als Hauptrisikofaktoren galten. Überraschend war nun für die Mediziner, wie deutlich sich der Zusammenhang im Rahmen einer sogenannten Kohortenstudie, bei der eine Patientengruppe über viele Jahre beobachtet wird, zeigte.

Man muss davon ausgehen, dass Menschen, die im Laufe ihres Lebens viele Sexualpartner haben und Oralsex praktizieren, ein deutlich höheres Risiko haben, an einem Mund-Rachen-Krebs zu erkranken.

Professor Jens Meyer, Chefarzt der HNO-Abteilung in der Asklepios-Klinik St. Georg

Demnach waren 79 Prozent der an Mund-Rachen-Krebs erkrankten Patienten auch mit HP-Viren infiziert. Besondere Aufmerksamkeit war bereits vor einigen Jahren auf einen möglichen Zusammenhang gelenkt worden, als der US-Schauspieler Michael Douglas an Mund-Rachen-Krebs erkrankte. Auch er hatte seinerzeit öffentlich HPV als Auslöser benannt.

Mehr lesen: HPV-Impfung senkt Krebsrisiko deutlich – wird aber zu wenig genutzt

Etwa 13.000 Menschen erkranken jährlich am bösartigen Mundhöhlen-Rachen-Krebs: „Häufig wird die abgelaufene Infektion mit dem krebserregenden HP-Virus erst in der histologischen Untersuchung erkannt, wenn der Mund-Rachen-Krebs diagnostiziert wird. Die eigentliche, stille Infektion liegt dann mindestens zehn bis 15 Jahre zurück“, erklärt Professor Mathias Vierbuchen, Chefarzt der Pathologie in der Asklepios-Klinik St. Georg.

Um die Infektion mit HP-Viren einzudämmen, raten die Mediziner zu einer frühzeitigen Impfung: Diese wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) seit 2007 für alle Mädchen im Alter zwischen neun und 14 Jahren empfohlen. Vor allem auch wegen des erwiesenen Zusammenhangs von HP-Viren und Gebärmutterhalskrebs. Seit 2018 gilt diese Impfempfehlung jetzt auch für Jungen im Alter zwischen neun und 14 Jahren. Auch sie können das sexuell übertragbare HP-Virus weitergeben. Die Impfkosten tragen die Krankenkassen.

Mehr zum Thema: Darum sollten auch Jungen gegen HPV geimpft werden

Von Carolin Burchardt/RND

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