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Wissen Urlaubsantrag: Das sollten Sie beachten
Nachrichten Wissen Urlaubsantrag: Das sollten Sie beachten
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15:26 28.03.2019
Damit der Urlaubsantrag durchgehen kann, muss einiges beachtet werden. Quelle: Micha – Fotolia
Köln

Die Urlaubsplanung ist nicht immer einfach: Wer seine Wünsche genehmigt bekommen möchte, muss sich häufig schon früh um einen Urlaubsantrag kümmern. Doch selbst dann kommt es manchmal vor, dass der Chef ablehnt – und den Mitarbeiter damit verärgert. „Der Vorgesetzte entscheidet darüber, ob der Antrag abgelehnt oder genehmigt wird. Auch der Betriebsrat hat – wenn vorhanden – ein Mitspracherecht, wenn der Arbeitnehmer mit der Entscheidung nicht einverstanden ist“, sagt Dr. Nathalie Oberthür der Kanzlei RPO in Köln. Damit der Urlaubsantrag nicht zum Streitpunkt im Betrieb wird, sollten Arbeitnehmer sich über ihre Recht informieren.

Wie viel bezahlter Urlaub steht Arbeitnehmern gesetzlich zu?

Arbeitnehmer haben laut dem Bundesurlaubsgesetz in Deutschland mindestens 24 Werktage Urlaubsanspruch. Das entspricht vier Wochen Urlaub, da der Samstag in dieser Rechnung mitgezählt wird. Der gesetzliche Urlaubsanspruch vermindert sich bei einer Fünf-Tage-Woche also auf 20 Tage. Im Schnitt sind in vielen Unternehmen aber sechs Wochen im Jahr vereinbart – also gut 30 Tage Urlaub für Arbeitnehmer, die an fünf Tagen die Woche arbeiten. Bei Teilzeitkräften ist der Urlaubsanspruch grundsätzlich gleich, solange sie täglich in den Betrieb kommen. Kommt der Arbeitnehmer nur an vier Tagen die Wochen zur Arbeit, verringert sich der Anspruch anteilig: Beispielsweise von den gesetzlichen 24 auf 16 Tage.

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Den vollen Urlaubsanspruch haben Arbeitnehmer aber erst sechs Monate nach dem Beginn des Arbeitsverhältnisses. Ausnahme: Wenn man im laufenden Jahr bereits bei einem früheren Arbeitgeber den gesamten Urlaub genommen hat, hat er für dieses Jahr keinen Anspruch mehr. In vielen Unternehmen werden außerdem Betriebsferien festgelegt. In dieser Zeit müssen Arbeitnehmer Urlaub nehmen. Arbeitnehmer haben allerdings ein Recht darauf, über mindestens zwei Fünftel ihres Jahresurlaubs selbst zu bestimmen. Laut Bundesurlaubsgesetz stehen zudem zwölf aufeinanderfolgende Werktage zu.

Kann man Urlaub mit ins neue Jahr nehmen?

Der Urlaubsanspruch muss grundsätzlich innerhalb des Kalenderjahres genommen werden. Jedoch nimmt das Gesetz auch die Arbeitgeber in die Pflicht: „Nach der aktuellen Rechtsprechung des europäischen Gerichtshofs muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer darauf hinweisen, dass der noch ausstehende Urlaub genommen werden muss oder ansonsten ersatzlos verfällt“, sagt Oberthür. Der Urlaubsanspruch verfalle nur automatisch, wenn der Arbeitnehmer informiert wurde und auch tatsächlich in der Lage gewesen wäre, den Urlaub zu nehmen. Hat man keine Möglichkeit gehabt, den gesamten Jahresurlaub zu verbrauchen, kann man ihn bis spätestens Ende März des nächsten Jahres nehmen.

Schriftlich oder mündlich: Wie stellt man einen Urlaubsantrag?

Der Urlaubsantrag muss nicht zwangsmäßig schriftlich eingereicht werden. „Je nach der individuellen Urlaubsorganisation von einem Unternehmen kann es auch reichen, mündlich um Urlaub zu bitten“, sagt Oberthür. In solchen Fällen reicht dann auch eine mündliche Genehmigung des Chefs. Es empfiehlt sich jedoch, sich vorsorglich eine schriftliche Bestätigung geben zu lassen und auf klare Aussagen des Vorgesetzten zu bestehen: Ein „so wie es im Moment aussieht, ist der Urlaub möglich“ reicht nicht als Urlaubsgenehmigung. In der Regel sollte man dem Arbeitgeber bei schriftlichen Anträgen sieben bis zehn Tag Bescheid geben. „Wenn man auf einem schriftlichen Antrag keine Antwort erhalten hat, sollte man das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen“, sagt die Arbeitsrechtlerin.

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Darf der Arbeitgeber den Urlaubantrag ablehnen?

Nur in zwei Fällen darf der Arbeitgeber den Urlaubantrag ablehnen:

• Wenn betriebliche Gründe dagegen sprechen: Sollten beispielsweise aufgrund einer Grippewelle bereits viele Mitarbeiter ausfallen, kann der Arbeitgeber nein zum Urlaubsantrag sagen. Auch bei wichtigen Projekten, die die Anwesenheit des Arbeitnehmers erfordern, gehen die Interessen des Betriebs vor.

• Wenn sich die Urlaubswünsche mit anderen Mitarbeitern überschneiden: „Das Bundesurlaubsgesetz verpflichtet den Arbeitgeber dazu, die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen“, sagt die Expertin. Dabei muss der Chef dafür sorgen, dass die Urlaubstage gerecht verteilt werden. Manche Arbeitnehmer haben bei sich überschneidenden Urlaubswünschen aus sozialen Gründen Vorrang: In den Schulferien werden beispielsweise die Anträge häufig eher von Müttern und Vätern, als von Mitarbeitern ohne Kind genehmigt. Auch ältere Arbeitnehmer, die zudem schon lange für den Betrieb arbeiten, werden oft bevorzugt.

Arbeitgeber lehnt Urlaubsantrag ab: Was nun?

In manchen Fällen kann ein Gespräch mit dem Arbeitgeber oder eine Beschwerde an den Betriebsrat dabei helfen, eine Einigung beim Urlaub zu erzielen. Wer mit seinem Chef aber trotz aller Mühe auf keinen gemeinsamen Nenner kommt, kann den Urlaubsanspruch über das Arbeitsgericht durchsetzen. Dieser Weg lohnt sich aber nur, wenn der Arbeitgeber keinen triftigen oder nachvollziehbaren Grund für die Ablehnung genannt hat. „Das Arbeitsgericht kann in einigen Fällen nach einer rechtlichen Prüfung des Antrags eine einstweilige Verfügung erlassen, mit der man den Urlaub antreten darf“, weiß die Anwältin. Arbeitnehmer dürfen sich aber niemals selbst beurlauben, wenn der Antrag abgelehnt wurde: Eine Abmahnung oder gar eine Kündigung könnten die Folge sein.

Darf der Chef den Urlaub nachträglich streichen oder frühzeitig beenden?

„Arbeitgeber dürfen einen bereits genehmigten Urlaubantrag nur mit dem Einverständnis des Arbeitnehmers streichen“, betont Oberthür. Wer einwilligt, kann den Chef im Gegenzug aber dazu auffordern, die Stornokosten für den gebuchten Urlaub zu übernehmen. Der Vorgesetzte darf zudem nicht verlangen, dass bereits verreiste Mitarbeiter aus dem Urlaub frühzeitig zurückkehren. Auch das ist nur in gegenseitigem Einvernehmen möglich.

Von RND/bk

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