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14:00 20.02.2019
Helmut Nowak ist Coach und Lehrer für Achtsamkeit und Stressbewältigung und schildert hier regelmäßig, wie man lernt, bewusster zu leben. Quelle: privat
Hannover

Unter einer Straßenlaterne steht ein Betrunkener und sucht und sucht. Ein Polizist kommt daher, fragt ihn, was er verloren habe, und der Mann antwortet: „Meinen Schlüssel.”

Nun suchen beide. Schließlich will der Polizist wissen, ob der Mann sicher ist, den Schlüssel gerade hier verloren zu haben, und jener antwortet: „Nein, nicht hier, sondern dort hinten — aber dort ist es viel zu finster.” So hat es der berühmte Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick in seinem Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ witzig auf den Punkt gebracht, wie wir manchmal für unsere Zielerreichung absolut unergiebige Strategien verwenden.

Einer grundlegenden Zielsetzung gehen wohl alle Menschen bewusst oder unbewusst nach: Alle Menschen wollen glücklich sein. Schaut man sich allerdings genauer an, mit welchen Strategien viele Menschen unterwegs sind, erkennt man, dass sie den Schlüssel zum Glück an der falschen Stelle suchen: Konsum, Erfolg, Gier, Neid, Besitz und Macht prägen das Streben vieler Zeitgenossen. Hauptsache, „ich“ und „immer mehr“ lautet die Devise. Doch paradoxerweise fühlen sich die Menschen trotz steigendem Wohlstand in westlichen Industrienationen immer weniger glücklich. Stattdessen sinkt zunehmend die Lebensqualität durch Stress, Burn-out und Depression. Menschen schuften sich kaputt auf der rastlosen Suche nach dem Glück. Denn Stress, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO), gilt als die größte gesundheitliche Gefahr des 21. Jahrhunderts.

Es braucht Achtsamkeit und Mitgefühl

Zum Glück, im wahrsten Sinne des Wortes, gibt es mehr und mehr Erkenntnisse und Methoden, die unser Bewusstsein entwickeln und helfen, aus dem Hamsterrad des Tuns auszusteigen. An besonderer Bedeutung in diesem Zusammenhang gewinnt das Thema Achtsamkeit. Jon Kabat-Zinn sowie der Friedensaktivist und Mönch Thich Nhat Hanh seien hier stellvertretend für all jene genannt, die ihr Leben der Erforschung und Entwicklung von Schulungsmethoden sowie der Verbreitung von Achtsamkeit gewidmet haben. Die von Jon Kabat-Zinn in den 70ern entwickelte Methodik der „Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion“, kurz MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) genannt, ist mittlerweile ein Klassiker der Achtsamkeitsbewegung und die Wirksamkeit ist wissenschaftlich hervorragend gut belegt. Unterschiedliche Ausprägungen finden Anwendung in der Psychotherapie, im Stressmanagement, im Schulunterricht und in der Unternehmensführung.

Seit einigen Jahren hat sich ein weiterer Grundbaustein für gelingendes Leben zur Achtsamkeit hinzugesellt: Mitgefühl. Auf den ersten Blick kommt der Begriff etwas unscheinbar daher – aber er hat es in sich. Allgemein ist Mitgefühl definiert als „ein Gefühl der Anteilnahme, das sich einstellt, wenn wir fremdem Leiden begegnen und dabei den Antrieb haben, etwas zu seiner Linderung beizutragen“.

Empathie als Grundlage

Grundlage für Mitgefühl ist Empathie – sich einfühlen können in das Leid des anderen, dann aber auch ins unterstützende Handeln kommen. Damit einhergehend fühlen wir uns gut, weil wir etwas zutiefst Menschliches nähren, nämlich unser Bedürfnis nach Verbundenheit und gegenseitiger Anerkennung. Mitfühlendes Handeln scheint uns in die Wiege gelegt zu sein. Eine Vielzahl experimenteller Studien belegt das sehr eindrucksvoll. So zum Beispiel hat in einem gestellten Szenario ein Mann hinter einem Schreibtisch seinen Schreibstift „versehentlich“ fallen lassen und sich offensichtlich bemüht, über den Schreibtisch hinweg den Stift zu erreichen. Ein Kleinkind im Alter von 15 Monaten hat das registriert, unvermittelt den Stift aufgehoben und dem Mann gegeben. In anderen Studien hat sich gezeigt, dass Kinder dem Impuls zu helfen selbst dann nachkamen, wenn sie ihr Spielen unterbrechen mussten.

Die Frage, was dahintersteckt, beantwortet Thupten Jinpa in seinem Buch „Mitgefühl“ wie folgt: „In diesem Gefühl wohlwollender Anteilnahme an einem anderen Menschen, im Kontakt mit seinen Leiden und Nöten fühlen wir uns in unserem Menschsein am lebendigsten […]. In diesem Augenblick zählt nur, dass der andere ein Mensch ist wie wir und, nicht anders als wir selbst, nach Glück strebt und dem Leiden entgehen möchte. Alles andere ist ohne Belang: ob Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder religiöse Zugehörigkeit.“

Der Autor ist zu erreichen unter www.achtsamkeit-und-co.de

Von Helmut Nowak/RND

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