Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wissen Wieso Nilpferd-Kot gut für den Viktoriasee ist
Nachrichten Wissen Wieso Nilpferd-Kot gut für den Viktoriasee ist
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:13 03.05.2019
Die afrikanische Nilpferd-Population schrumpft und das hat Folgen für den Viktoriasee. Quelle: Chris Dutton/dpa
Potsdam

Nilpferde transportieren mit ihrem Kot große Mengen Silizium von Land ins Wasser. Sie nehmen das in Gräsern steckende Silizium beim Fressen auf und scheiden es bei ihren ausgiebigen Ruhepausen im Wasser mit ihren Exkrementen wieder aus. Das berichten internationale Wissenschaftler im Fachmagazin „Science Advances“. Da Silizium unter anderem lebensnotwendig für das Wachstum von Kieselalgen sei, die am unteren Ende der Nahrungskette stehen, spielten die Nilpferde eine entscheidende Rolle im Ökosystem afrikanischer Seen und Flüsse.

Das Forscherteam, an dem auch Patrick Frings vom Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam beteiligt war, hatte die Bedeutung der Nilpferd-Verdauung am Mara River in der Maasai-Mara untersucht, einem Naturschutzgebiet im Südwesten Kenias. Auf der kenianischen Seite des Flusses erreicht die Populationsdichte etwa 36 Nilpferde (Hippopotamus amphibius) pro Flusskilometer – es ist die größte Population auf dem afrikanischen Kontinent, sie umfasst etwa drei Prozent des gesamten Nilpferd-Bestandes in Afrika.

Nilpferde sind lebende Nährstoffpumpen

Den Großteil des Tages dümpeln die Tiere im Wasser, geschützt vor Feinden und der Hitze. Nachts verlassen sie Flüsse und Seen und grasen an Land. Dabei nahmen die beobachteten Nilpferde zusammen täglich etwa 800 Kilogramm Silizium auf, das in den Pflanzen steckt. Während die meisten anderen weidenden Tiere das Silizium an Land wieder ausscheiden, wo es von den Pflanzen erneut aufgenommen werden kann, landet der Dung der Nilpferde häufig im Wasser. „Sie fungieren als eine Nährstoffpumpe von Land in die Flüsse und Seen“, erläutert Mitforscher Jonas Schoelynck von der Universität Antwerpen laut einer Mitteilung der GFZ. Die Messungen der Wissenschaftler ergaben, dass täglich etwa 400 Kilogramm Silizium ins Wasser gelangen.

Lesen Sie hier:
„Peinlich für Deutschland“: Expertin verurteilt Wildtierhaltung im Zirkus

„Unsere Ergebnisse sind völlig neuartig“, sagt Frings. „Bisher ging man nicht davon aus, dass weidende Wildtiere einen solchen Einfluss auf den Silizium-Transport vom Land in Seen haben könnten. Dieser Prozess ist für das gesamte Land-Wasser-Ökosystem von entscheidender Bedeutung. In der Vergangenheit wurde er aber einfach übersehen.“

Nilpferd-Population geht zurück – und das hat Folgen

Mit dem Wasser wird das Silizium über große Strecken weiter transportiert; der Mara River mündet in den Viktoria-See in Tansania. Wenn die Zahl der Nilpferde infolge von Jagd und Zerstörung ihrer Lebensräume weiter sinkt, könnte dieser Transport gestoppt werden, schreiben die Forscher. Zwischen 1996 und 2004 sei die afrikanische Nilpferd-Population bereits um 7 bis 20 Prozent geschrumpft. Über die kommenden drei Generationen rechneten Experten mit einem weiteren Rückgang um etwa 30 Prozent.

Für Organismen wie Kieselalgen ist Silizium lebensnotwendig. Die Einzeller bilden Sauerstoff und stellen in vielen Ökosystemen die Grundlage der Nahrungskette dar. Im Viktoriasee gebe es derzeit noch ausreichende Silizium-Vorräte, aber in einigen Jahrzehnten könnte das anders aussehen, sagt Schoelynck. „Wenn die Kieselalgen nicht genügend Silizium bekommen, werden sie durch Schädlingsalgen ersetzt, die alle möglichen unangenehmen Folgen haben, wie etwa Sauerstoffmangel und ein damit verbundenes Fischsterben. Und das Fischen ist eine wichtige Nahrungsquelle für die Menschen am Viktoriasee.“

Von RND/dpa

Clicker-Training kennt man vor allem von Hundebesitzern. Doch auch Kleintiere wie Kaninchen, Ratten und Co. können mit diesem Hilfsmittel gut trainiert werden – und zum Beispiel lernen, Männchen zu machen oder Hindernisse zu überwinden.

03.05.2019

Die Mai-Aquariden kommen. Dabei sind die meisten Sternschnuppen um den Montag herum zu sehen. Doch wer sich etwas wünschen will, sollte früh aufstehen.

03.05.2019

Gerade noch war alles gut, und plötzlich will das Kind nicht mehr schlafen. Es hat Angst vor Monstern unterm Bett oder im Schrank. Soll man nun erklären, dass es die gar nicht gibt? Oder schon mal das „Anti-Monster-Spray“ rausholen, dass die Ängste gleich mitbekämpft?

03.05.2019