Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
VFL Lübeck-Schwartau Toller Test gegen Füchse Berlin vor Neu-Coach Przybecki
VFL Lübeck-Schwartau Toller Test gegen Füchse Berlin vor Neu-Coach Przybecki
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 01.02.2019
Berlins Frederik Simak (9/3 Treffer) setzt sich gegen Steffen Köhler durch. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Mit einem breiten Grinsen reckte Janik Schrader den Backstein-Pokal, die für den „Jacob Cement Cup“ passende Auszeichnung als „Man of the Match“, in die Höhe, wurde von den 1550 Zuschauern gefeiert. Mehr als ein Goodie an den Gastgeber, den mit 19 Jahren Jüngsten im Team, der mit tollen Toren (6/3) und guten Anspielen zuvor geglänzt hatte. Denn der VfL Lübeck-Schwartau, der Zweitliga-Achte, hatte im Testspiel gegen die Füchse Berlin, den Bundesliga-Fünften, erfrischend und munter aufgespielt, beim 25:27 (12:14) eine Partie auf Augenhöhe gezeigt.

Janik Schrader (6 Treffer) wurde im Spiel gegen die Füchse als „Man of the match“ im Rahmen des Jacob Cement Cup ausgezeichnet. Quelle: Agentur 54°

Das erkannte auch Füchse-Sportkoordinator Volker Zerbe an: „Eine volle Halle, ein Team, dass ein gutes Niveau hat, sich reinhängt. Nach der WM-Pause hat sich der Test für uns gelohnt.“ Auch VfL-Trainer Torge Greve war zufrieden: „Wir haben unseren guten Trend aus der Vorbereitung fortgesetzt. Besonders das Angriffsspiel hat mir gut gefallen. Die Form müssen wir jetzt konservieren und am 10. Februar gegen Ferndorf auf die Platte bringen.“

Przybecki als neuer Chefcoach vorgestellt

Gut 90 Minuten vor dem Anwurf war Akt eins des Super-Donnerstags über die Bühne gegangen. In dem wurde das „Geheimnis“ um die zweite Pressekonferenz in mehr als zehn Schwartauer Zweitligajahren gelüftet. Keine Überraschung: Piotr Przybecki wurde als künftiger Chefcoach, als Nachfolger von Torge Greve, vorgestellt (die LN berichteten). Kurz zuvor hatte der 46-Jährige einen Dreijahresvertrag (ab dem 1. Juli) unterschrieben, präsentierte sich aber schon stilecht in VfL-Trainingsjacke mit seinem Kürzel „PP“. Przybecki, ein Name mit Klang in der Handballwelt: 131 Länderspiele für Polen, 17 Jahre Bundesliga, Deutscher Meister, EHF-Pokalsieger mit dem THW Kiel, als Trainer Wisla Plock zur Vizemeisterschaft und in die Champions League geführt. Aktuell ist er polnischer Nationaltrainer. „So einen Mann holst du nicht, um gegen den Abstieg zu spielen“, erklärte VfL-Chef Michael Friedrichs, „Wir wollen damit ein Zeichen setzen.“ Heißt: die Vision erste Liga soll bis 2022 umgesetzt werden.

VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs und Piotr Przybecki unterschreiben den Vertrag. Quelle: Agentur 54°

Und Przybecki bleibt parallel polnischer Nationaltrainer. „Das ist mit dem Verband geregelt.“ Er arbeite deshalb beim VfL mit einem Trainerteam zusammen, das das Umfeld kenne. Mit dem jetzigen um Co. Gerrit Claasen will er deshalb in Kürze reden. Und warum Schwartau, die 2. Liga? „Ich habe mit meiner Familie 20 Jahre in Deutschland gelebt, wir wollten ohnehin immer zurück. Für mich ist es eine Chance. Ich freue mich auf die Aufgabe, auch auf die, etwas mit aufzubauen.“ Im Juni will Przybecki mit seiner Frau Agnieszka und seinem Sohn Kajtek (15) von Breslau nach Lübeck umziehen.

Przybecki unter fünf Kandidaten ausgewählt

Przybecki war der einzige Trainer, mit dem der VfL verhandelt hat, wie Friedrichs betonte. In einer „Findungskommission“, zu der noch Sponsor Boy Meesenburg (Jacob Cement, Beiratsvorsitzender SG Flensburg-Handewitt) und Beirat Marc Weinstock (BIG Bau) gehörten, wurde er unter fünf Namen als Topkandidat ausgemacht. Am 22. Dezember gab es in Hannover am Flughafen das erste Gespräch. Silvester sagte Przybecki zu. Zum Füchse-Spiel wurde er in der Halbzeitpause vorgestellt.

Weltmeister Lindberg dabei

Und er sah zunächst einen VfL mit zu viel Respekt vor dem EHF-Pokalsieger, der mit Hans Lindberg auch den Weltmeister dabei hatte. Die Füchse, die bis auf ihre Langzeitverletzten, den angeschlagenen Schweden-Außen Zachrisson sowie die drei Nationalspieler (Drux, Heinevetter und Wiede), die zum Allstar-Game sind, alles an Bord hatten, legten ein 5:2 (7.) vor. Doch spätestens als Schrader (neuer Siebenmeterschütze) zum 11:1 (23.) ausglich, war der Respekt weg. Der VfL gefiel mit gutem Spiel über den Kreis (Möller/5), guter erster und zweiter Welle. „Wir haben uns gute Chancen kreiert, das war mir wichtig“, sagte Greve. Auffällig: Neuzugang Jonas Ottsen (kam vom TSV Altenholz) gefiel mit gutem Zug zum Tor. „Wir haben Jonas ein Stück weit mehr integriert. In der Summe war das ein gelungener Test“, befand auch Keeper Dennis Klockmann.

Nach der Pause legte der VfL in einem fairen Spiel (nur eine Zeitstrafe) sogar ein 20:19 durch Jasper Bruhn vor, die einzige Führung. Die Entscheidung fiel, als der die Füchse drei VfL Fehler nutzten, auf 26:23 (58.) wegzogen.

Und danach war Zeit zum reden. Bald-Coach Przybecki unterhielt sich in der Sprecherkanzel lange mit Käptn Martin Waschul.

Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. – 30./2 Bälle), Mallwitz (31. – 56./5), Escher (ab 56.) – Glabisch 2, Ottsen 2, Podpolinski, Hansen 1, Ranke 1, Waschul, Köhler 1, Schrader 6/3, Kretschmer 1, Runarsson, Möller 5, Bruhn 1, Metzner 4.

Füchse Berlin: Genz, Semisch – Elisson 8, Holm 2, Gojun, Porath, Lindberg 2/1, Schröder, Simak 9/3, Gertnke 2, Schmidt, Matthes, Reißky 1, Marsenic 3.

Siebenmeter: 3/3 – 4/3 (Lindberg verwirft).

Zweiminuten: 0 – 1.

Zuschauer: 1550 in der Hansehalle Lübeck

Spielfilm: 2:5 (7.), 3:6 (9.),7:9 (15.), 11:11 (25.), 12:14 (HZ) – 13:15 (33.), 15:18 (40.), 20:19 (47.), 22:22 (53.), 23:23 (54.), 23:26 (58.), 25:27 (Ende).

Jens Kürbis

Super-Donnerstag in der Hansehalle: Schwartaus Zweitliga-Handballer erwarten den Erstliga-Fünften Füchse Berlin (19 Uhr). Zuvor gibt es eine Autogrammstunde und die Vorstellung des neuen Cheftrainers: Ab 1. Juli übernimmt Polens Nationaltrainer Piotr Przybecki beim VfL.

30.01.2019

Handball-Zweitligist VfL Lübeck-Schwartau hat Ersatz für den verletzten Rückraumlinken Pawel Genda gefunden: Jonas Ottsen (25) vom Drittliga-Dritten TSV Altenholz wechselt mit sofortiger Wirkung zum VfL. Für Altenholz-Coach Mirko Baltic ist Ottsen der „beste Spieler der dritten Liga. Er wird Schwartau helfen.“

04.01.2019

Couragierter Auftritt ohne sechs Stammspieler: Der VfL Lübeck-Schwartau verliert beim Zweitliga-Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten 22:25. Die VfL-Handballer gehen so als Tabellenachter in die WM-Pause. Trainer Torge Greve sieht sein Team im Soll, kündigt aber eine intensive Vorbereitung an: „Wir werden haben die Qualität, um noch ein, zwei Plätze nach oben zu klettern.“

27.12.2018