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VFL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck Schwartau: Besonderes Kribbeln vor Topspiel gegen Nordhorn
VFL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck Schwartau: Besonderes Kribbeln vor Topspiel gegen Nordhorn
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20:22 21.03.2019
Ist fit für das Topspiel gegen Nordhorn: Antonio Metzner. Im Vorjahr gewann der VfL das Heimspiel 26:20.
Ist fit für das Topspiel gegen Nordhorn: Antonio Metzner. Im Vorjahr gewann der VfL das Heimspiel 26:20. Quelle: Agentur 54°
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Lübeck

Die Hansehalle, sie ist seit mehr als zwei Jahrzehnten seine Spielwiese. 1998 ist er hier mit „Wir haben fertig“-Shirt auf allen Vieren durch die Gänge gerobbt, hat mit seinen Jungs den bis heute letzten Erstliga-Aufstieg der Schwartauer Handballer gefeiert. Vier Jahre später war er beim schmerzhaften Abschied gen Hamburg dabei. Nur: Er ist geblieben, als „Engel zwischen den Pfosten“, später Trainer, vornehmlich der für die Torhüter. Er kennt das besondere Flair, wie es ist, wenn die gute VfL-Stube rappelvoll ist. Doch wenn Jörg Engelhardt am Freitagabend zum Spiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen in die Hansehalle läuft, wird es ganz besonders Kribbeln. Denn für den 50-Jährigen ist es mit Gerrit Claasen das Heimspiel-Debüt als Cheftrainer-Duo.

Alte Zeiten: VfL-Torhüter Jörg Engelhardt in der Saison 2001/02 im Spiel gegen die HSG Nordhorn. Jetzt feiert der Ex-Keeper sein Cheftrainer-Debüt in der 2. Liga gegen Nordhorn. Quelle: imago

Duell alter VfLer: Engelhardt kontra Bültmann

„Es ist schon etwas anderes, wenn du plötzlich ganz vorn stehst, die Verantwortung trägst“, gibt Engelhardt zu, „die Anspannung ist eine andere.“ Gerade gegen Nordhorn. Da sind die Fans. Die Halle wird zum vierten Mal in dieser Saison ausverkauft sein. Da ist der Gegner. Mit Nordhorn kommt der Tabellendritte, der Aufstiegsaspirant, den nur ein Zähler von Platz zwei trennt. Und da ist der Nordhorn-Trainer. Mit Heiner Bültmann (47), dem mit zehn HSG-Jahren dienstältesten Cheftrainer der Liga, hat Engelhardt beim VfL einst in einem Team gespielt. „Eher gestanden“, korrigiert Bültmann, „ich war ja nur verletzt, habe kaum gespielt. Ist lange her.“

Nach dem Sieg in Aue feiern1 Gerrit Claasen (vorn) und Jörg Engelhardt (2.v.l.) gegen Nordhorn ihre Heimpremiere als Cheftrainer Quelle: Agentur 54°

Bültmann: „Wollen aufsteigen“

Geschichte. Was zählt, das ist das jetzt. Und da klopft Nordhorn so kräftig wie nie zuvor an die Erstliga-Tür. Für Bültmann ist es überraschend, „denn wir hatten zum Saisonstart viele Verletzte, einen durchwachsenen Start“. Doch seit Dezember haben die Grafschafter einen Lauf. Neun Siege in elf Spielen. Und das kommt für den Trainer-Riesen (2,08 m) nicht überraschend. „Wir sind wirtschaftlich gewachsen, haben uns seit Jahren mal wieder mit Zweitligaspielern verstärkt.“ Gemeint ist das Rückraum-Duo Georg Pöhle (Emsdetten) und Julian Possehl (Hamm), das sofort zu den Top-Torjägern avancierte. „Wir haben auch im Umfeld, der Infrastruktur einen Riesenschritt gemacht“, sagt Bültmann. Neue Geschäftsstelle, hauptamtlicher Geschäftsführer, zwei Top-Arenen in Nordhorn und Lingen, zuletzt stets mit mehr als 3000 Fans gefüllt. „Ganz klar, wir wollen aufsteigen“, sagt Bültmann.

September 2001: Heiner Bültmann bestreitet eines seiner wenigen Spiele für den VfL gegen Minden. Im Foto im Zweikampf mit Frank von Behren (r.). Quelle: LN-Archiv

Bültmann: „VfL ist sympathisch“

Das will der VfL ebenfalls – bis 2022. Spätestens. Die Teams verbindet ohnehin einiges – die zwei Städte im Namen, die Kontinuität im Personal, die Konsequenz beim Abbau der Schulden, auch die Erfolge in alten Erstligazeiten. Bültmann: „Das macht den VfL auch so sympathisch.“ Nur, dass er in den letzten Jahren die Hansehalle immer als Verlierer verließ, passt ihm nicht.

Glabisch ist wieder fit

Geht es nach Engelhardt, soll das auch so bleiben. Auch wenn Nordhorn für ihn die „spielstärkste Truppe der Liga ist, top besetzt dazu, das Spiel auch schön anzusehen ist“. Essen durfte sich davon zuletzt beim 25:36 überzeugen. „Wir müssen Nordhorn das Schöne in ihrem Spiel nehmen“, fordert Engelhardt. Im Klartext: Zupacken, schieben, zerren, Spielfluss unterbrechen. Und das mit Thees Glabisch. Der Linksaußen ist wieder fit, auch Torjäger Antonio Metzner. Nur hinter dem Einsatz des in Aue starken Toni Podpolinski steht ein Fragezeichen (Infekt). Ausfälle hat der VfL zuletzt aber stets gut weggesteckt.

Vor dem Spiel

Anwurf: Freitag, 19.30 Uhr, Hansehalle Lübeck.

Tickets: 2050 im Vorverkauf weg; Restkarten an der Abendkasse (ab 18 Uhr).

Hinrunde: Nordhorn – Lübeck 26:22

Bisherige Spiele: 25 seit 1999; 8 VfL-Siege, 2 Remis; 15 Niederlagen; letzter Nordhorner Sieg in Lübeck im April 2015 (31:18).

Info Nordhorn: Tabellendritter, 38:14 Punkte, zweitbeste Auswärtsbilanz der 2. Liga (13 Spiele/7 Siege, 1 Remis); beste Werfer: Georg Pöhle 167/33 Treffer (Top 3 in der 2. Liga) , Julian Possehl 83 Treffer

Einlaufkinder: Jugend-Abteilung HSG Tills Löwen.

Jens Kürbis