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VFL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau: Siegesserie ist gerissen
VFL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau: Siegesserie ist gerissen
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22:32 30.03.2019
Dormagens Spieler jubeln, Markus Hansen & Co. drehen enttäuscht ab – die Siegesserie ist gerissen. Quelle: Heinz J. Zaunbrecher
Dormagen

„Oh, wie ist das schön“, dröhnte es aus den Bayer-Boxen. So etwas hatten Schwartaus Zweitliga-Handballer in der Tat lange nicht gesehen. Exakt 48 Tage. So lange ist die letzte Niederlage her. Nach sechs Siegen in Folge ist die Erfolgsserie jetzt gerissen. Der VfL Lübeck-Schwartau kassierte vor 1358 Zuschauern beim Aufsteiger Bayer Dormagen eine herbe 23:31 (11:16)-Niederlage – die erste im dritten Spiel unter dem neuen Cheftrainer-Duo Gerrit Claasen/Jörg Engelhardt.

Engelhardt: „Eine enttäuschende Leistung“

„Das war eine enttäuschende Leistung“, bemerkte Engelhardt und erklärte: „Wir haben es nicht verstanden, die Euphorie aus den letzten zwei Spielen mit in die Partie zu nehmen. Wir hatten keine vernünftige Deckung, haben die Zweikämpfe nicht angenommen, so auch zu viele Tore über den Kreis kassiert.“ Claasen ergänzte: „Die Duelle im Eins gegen Eins haben wir über das gesamte Spiel verloren. Das war keine spielerische Herausforderung, sondern eine kämpferische. Und die hat Dormagen besser gemeistert.“

Schwartaus Steffen Köhler versucht, das Anspiel auf Dormagens Patrick Hüter (r.) zu verhindern. Im Hintergrund packt Markus Hansen (l.)gegen Thomas Heider zu. Quelle: Heinz J. Zaunbrecher

Aus 6:7 wird ein 6:11

Die löchrige Abwehr plus Stockfehler im Angriff – diese unheilvolle Mixtur ließ den VfL von Beginn in Rückstand geraten. 1:4 nach fünf Minuten. Als Steffen Köhler und Antonio Metzner auf 6:7 (16.) verkürzten, schien alles gut. Denkste! Geblockte Würfe, technische Fehler. Vorn lief sechs Minuten lang nichts mehr. Die Quittung: ein 6:11 (21.)-Rückstand. „Wir wollten im Angriff lange und geduldig spielen, konsequent bis zur Chance. Doch auch das hat nicht funktioniert“, konstatierte Engelhardt ernüchtert. Auch, weil er am Ende 15 technische Fehler in seinem Notizblock stehen hatte. Auch Claasen haderte: „Von einem kontrollierten Angriffsspiel konnte keine Rede sein. Wir haben zu oft zu früh, zu überhastet und unvorbereitet abgeschlossen.“

VfL ohne sechs Stammspieler in Dormagen

Das erwartete Tempospiel der Dormagener „Wiesel“, die zuvor Essen 39 Tore eingeschenkt hatten, sei nicht das Problem gewesen. „Das Problem waren wir selbst“, fand Engelhardt. Mit dem Fünf-Tore-Manko ging es schließlich in die Pause (11:16). „Bei der Grütze, die wir gespielt haben, waren wir gut bedient. Deshalb war die Hoffnung, der Glaube, groß, dass wir rankommen. Doch wir haben es gemeinschaftlich nicht hinbekommen“, erklärte Engelhardt. Nach 48 Minuten war die Partie gelaufen, lag der VfL erstmals mit zehn Treffern zurück (16:26). Dass in Dormagen sechs Stammkräfte (Genda, Damm, Podpolinski, Waschul, Runarsson, Claasen) verletzt oder erkrankt gefehlt hatten, wollte Engelhardt nicht gelten lassen. „Das soll keine Ausrede sein.“ Auch nicht für Claasen: „Ein Sieg wäre auch mit den 13 verbliebenen Spielern möglich gewesen. Wir haben einfach emotional nicht das auf die Straße gebracht, was wir uns vorgestellt hatten.“

Gut 50 Fans – unter ihnen der verletzte Dadi Runarsson – schauten im Bad Schwartauer „Relax“ beim Public Viewing zu, waren am Ende enttäuscht. Quelle: Agentur 54°

Claasen: „Zeigen am Freitag ein anderes Gesicht“

Gut 50 Fans hatten beim Public Viewing im Schwartauer „Relax“ die Partie via sportdeutschland.tv verfolgt, waren am Ende enttäuscht. Jetzt heißt es für Schult & Co.: Aufstehen, Mund abputzen, weitermachen. „Ab Montag wieder mit mehr Personal“, hofft Claasen. Denn schon Freitag kommt Hüttenberg in die Hansehalle. Ein Rückschlag sei die Niederlage in Dormagen nicht, sagte Claasen. „Wir haben sechs Spiele gewonnen, machen genau so weiter, werden im nächsten Spiel ein anderes Gesicht zeigen.“

Die Statistik zum Spiel

Bayer Dormagen: Bartmann (1. – 60./4 Paraden), Broy – Reuland 4, Stutzke 5, Pyszora 1, Eggert, Thomas 1, Löfström 5, Huter 4, Köster, Rebelo, Richter 4, Hüter 2, Jagieniak, Morante, Wieling 5/4.

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. – 21.,/2 Paraden) Mallwitz (ab 21. – 60.,/3) – Glabisch 4/1, Ottsen 4, Hansen 3, Ranke, Schult 1, Köhler 2, Schrader, Kretschmer 3, Möller, Bruhn 3, Metzner 3.

Siebenmeter: 4/4 – 1/1

Zeitstrafen: 3 – 3

Zuschauer: 1358

Spielfilm: 3:0 (4.), 5:4 (12.), 7:6 (16.), 11:6 (21.), 16:9 (29.), 16:11 (HZ) – 21:14 (38.), 26:16 (48.), 26:19 (51.), 29:21(57.), 31:23 (Ende).

Jens Kürbis

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