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VFL Lübeck-Schwartau VfL rettet Blitzstart ins Ziel
VFL Lübeck-Schwartau VfL rettet Blitzstart ins Ziel
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22:26 30.08.2019
Gummersbachs Tin Kontrec kann Schwartaus Jan Schult nicht mehr am Wurf hindern. Quelle: nordphoto
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Lübeck

Die Zweitliga-Handballer des VfL Lübeck-Schwartau haben auch das zweite Kräftemessen binnen zwei Wochen mit Liga-Konkurrent VfL Gummersbach und ihrem Ex-Trainer Torge Greve gewonnen. Nach dem 25:20 im Erstrundenturnier des DHB-Pokals sahen diesmal 2008 Fans ein heiß umkämpftes 22:20 (14:11), durch das die Mannschaft von Piotr Przybecki einen Saisonstart nach Maß mit 4:0 Punkten hinlegte. Zum Auftakt hatte sie in Krefeld 24:16 gewonnen, Gummersbach war mit einem 25:25 gegen Essen gestartet.

Jo Deckarm von Fans gefeiert

Schon vor dem Spiel hatte es das erste emotionale Highlight des Abends gegeben, als Handball-Legende Joachim „JoDeckarm in seinem Rollstuhl aufs Spielfeld gebracht und ausgiebig bejubelt worden war. Der Weltmeister von 1978, der bei einem tragischen Sportunfall im März 1979 im ungarischen Tatabánya ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, war von VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs eingeladen worden, um nicht zuletzt Fynn Gonschor spielen zu sehen. Der VfL-Neuzugang auf Linksaußen hatte den inzwischen 65-jährigen Deckarm während seiner Zeit als FSJler in Gummersbach betreut.

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Zweite Greve-Auszeit nach elf Minuten

Gonschor stand als „Entdeckung der letzten Wochen“ in Przybeckis Startsieben. Und die legte wie entfesselt los, führte nach sieben Minuten 5:0, Gummersbach-Trainer Greve sah sich gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen. Herzig und Bozovic hatten schon vorher ihr Fett weggekriegt, der Mittelmann kein Tempo ins Spiel gebracht, der Halbrechte unvorbereitete Würfe genommen. Klockmann war so schnell wieder der Held der Hansehölle, ließ bis zum 9:1 (11.) nur einen Ball passieren. Bei Greves zweiter Auszeit gab’s die ersten Standing Ovations für Przybeckis Team. Ein Spaziergang für Schwartau im ersten Heimspiel? Es sah so aus. Doch es sollte noch ein echter Krimi werden.

Zur Halbzeit nur noch drei Tore vorn

Denn fortan stellte der Gast-VfL den Heim-VfL vor echte Herausforderungen, im Schwartauer Angriff ging die Leichtigkeit verloren, leisteten sich Kretschmer, Raguse, Bruhn und Co. erste Fehlversuche. Nach sieben Minuten ohne Torerfolg war der Gast beim 10:7 (20.) wieder im Spiel, auch zur Halbzeit auf drei dran.

Wichtige Schult-Tore beim Comeback

Beim 15:15 (40.) durch Bozovic war nichts mehr übrig vom Acht-Tore-Vorsprung. Aus dem Rückraum fehlte die Torgefahr, Raguse, beim 25:20 im Pokalduell noch zehnfacher Torschütze, fand nicht in die Partie. Doch Przybecki nutzte seine Alternativen, brachte Schult und Runarsson. Und der dienstälteste Schwartauer lieferte nach überstandener Bauchmuskelverletzung gleich wieder ab, traf nach dem 18:18 (47.) dreimal in Folge. Es war der entscheidende Zwischenspurt. Greve anerkannte später: „Schwartau konnte in der entscheidenden Phase nachlegen mit frischen Kräften.“ Als Kretschmer schließlich per Gegenstoß zum 22:20 getroffen und Klockmann noch einen Bozovic-Wurf entschärft hatte, war Gummersbach erneut besiegt. Klockmann sprach von einem „geilen Saisonstart“ und einer „überragenden Teamleistung“, und auch Trainer Przybecki lobte: „Das war in der zweiten Halbzeit zwar nicht mehr so durchdacht. Aber wir haben in einer schweren Phase gegengehalten. Riesenkompliment, ich bin stolz auf die Mannschaft.“

Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1.-60./15 Paraden), Mallwitz – Gonschor 4, Raguse 3, Hansen 1, Ranke 1, Waschul 1, Schult 3, Köhler 1, Schrader 2/2, Kretzschmer 4, Runarsson, Bruhn 2.

VfL Gummersbach: Ivic (1.-60./ 10 Paraden/1 Siebenmeter), Krouss (für 1 Siebenmeter) – Schröter 5/2, Dayan, Blohme, Kontrec, Sommer 2, Hermann, Herzig, Meinhardt, Villgratner 2, Kiesler, Haller 1, Stüber 3, Becker, Bozovic7.

Zeitstrafen: 2 – 3. Siebenmeter: 2/3 (Schrader verwirft) – 2/2.

Spielfilm: 6:0 (7.), 9:1 (11.), 10:4 (15.), 11:7 (23.), 13:11 (29.) 14:11 (HZ) – 15:13 (38.), 18:15 (44.), 18:18 (47.), 20:18 (49.), 22:20 (Spielende).

Von Christian Schlichting

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