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Sport im Norden Ab nach Sibirien! Dirk von Zitzewitz im Dakar-Härtetest
Sportbuzzer Sport im Norden Ab nach Sibirien! Dirk von Zitzewitz im Dakar-Härtetest
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21:48 06.07.2019
Dirk von Zitzewitz startet am Sonntag mit dem seinem Piloten Yazeed Al Rajhi in die Silkway-Rallye 2019. Quelle: hfr
Lübeck

Holzhäuser mit handverzierten Fensterläden, daneben imposante Museen und schmucke Kirchen. Irkutsk, das einstige Kosakenfort, nur 70 Kilometer vom Baikalsee weg, gilt als die Perle Sibiriens. Dirk von Zitzewitz hat es nach elf Stunden erreicht. In der russischen Gebietshauptstadt mit ihren rund 600 000 Einwohnern rollt er am Sonntag mit seinem saudischen Piloten Yazeed Al Rajhi in die neunte Ausgabe der Silkway Rallye. Zehn Tage, 5000 Kilometer – durch atemberaubende Landschaften Ost-Sibiriens, quer durch die Steppe der Mongolei in die Hauptstadt Ulan Bator und weiter durch die berüchtigte Wüste Gobi ins chinesische Dunhuang.

Dakar 2.0 – aber viel abwechslungsreicher

„Das ist eine Dakar 2.0, nur mit einem viel abwechslungsreicheren Terrain“, sagt von Zitzewitz. Für den Dakar-Sieger von 2009 ist es der zweite Start bei der Seidenstraßen-Rallye und doch ein „großes Abenteuer. Die Strecke ist für alle Neuland. Das wird eine echte Herausforderung. Wir sind gespannt, was da auf uns zukommt.“ Zumal Sibirien in den letzten Tagen unter dramatischem Hochwasser litt. Nach tagelangem Regen waren viele Flüsse über die Ufer getreten, 50 Ortschaften in den Fluten versunken. Die zwei Etappen in Russland – sie standen bis zuletzt auf der Kippe.

Silkway-Rallye: Pilot Yazeed Al Rajhi vor dem nagelneuen Toyota Hilux. Quelle: hfr

97 Teilnehmer aus 36 Ländern am Start

97 Teilnehmer aus 36 Ländern haben für das Offroad-Spektakel gemeldet. Von Zitzewitz und Al Rajhi starten mit einem neuen in Südafrika gebauten Toyota Hilux. Das Ziel mit dem 400-PS-Protz: „Die Messlatte ist da, wir wollen ihm Paroli bieten, schauen, wo wir stehen“ Gemeint ist Nasser Al Attiyah, der Katari, Dakar-Sieger von 2015. Die Seidenstraßen-Rallye ist für von Zitzewitz und seinen Saudi-Fahrer ein Härtetest auf dem Weg zur Dakar im Januar. Im April hatten sie ihre Partnerschaft besiegelt. Das Ziel, es ist hochgesteckt: „Wir wollen aufs Podium.“

Training für die Dakar 2020

Al Rajhi ist alles andere als ein „No Name“ in der Branche. Seit 2007 sitzt er hinterm Lenkrad, gewann 21 Rennen, im Vorjahr als erster Araber die Silkway-Rallye. Zur Dakar 2020 hat der 37-Jährige, der als Chef einer millionenschweren Investment-Gruppe seine „Brötchen“ verdient, ein Heimspiel. Denn nach elf Jahren in Südamerika zieht die legendäre Rallye nach Saudi Arabien um. Das Königreich hat mit dem französischen Veranstalter Amaury Sport Organisation (A.S.O.) einen Vertrag über fünf Jahre geschlossen.

Dirk von Zitzewitz (l.) und sein Pilot Yazeed Al Rajhi feierten zuletzt bei der r Rallye Kasachstan drei Tagessiege. Quelle: DvZ/HFR

Drei Rennen sind „DvZ“ und Al Rhajhi bisher gefahren, zuletzt in Kasachstan mit drei Tagessiegen und einem Crash auf Platz sieben. „Yazeed ist ein sehr ehrgeiziger Fahrer, hat ein gutes Gefühl in der Risikoabwägung, pusht aber mehr als Giniel“, erklärt von Zitzewitz. Gemeint ist der Südafrikaner Giniel de Villiers, mit dem er sich zwölf Jahre das Cockpit geteilt hat, seit dem Dakar-Sieg 2009 siebenmal aufs Podest und in den elitären Kreis der „Dakar Legenden“ gefahren ist. Nachdem die „Ehe“ zerbrochen ist, ist der Araber jetzt der Partner.

Zwei Starts im „Side by Side“ – „DvZ“ als Pilot am Start

Parallel treibt von Zitzewitz seine eigenen Piloten-Pläne voran. In Karlshof wird gerade sein neues Side by Side gebaut. Wird es rechtzeitig fertig, sind Starts bei der Baja Spanien und Ungarn geplant. „Darauf freue ich mich, ich bin seit Oktober nicht mehr selbst gefahren“, sagt von Zitzewitz. Doch Priorität hat die „Dakar 2020“ mit Al Rajhi – und dafür stehen nach der Silkway-Rallye noch drei kleine Rennen und die Marokko-Rallye im Oktober auf den Plan.

Silkway-Rallye

Die Silkway Rallye (Seidenstraßen-Rallye) hatte 2009 ihr erste Ausgabe, wird seitdem von den französischen Veranstaltern der Rallye Dakar organisiert.

Im Vorjahr führte die Route vom südrussischen Astrachan nach Moskau. Die Sieger in der Autowertung: der Arabaer Yazeed Al-Rajhi und sein deutscher Co-Pilot Timo Gottschalk in einem Mini. Die Rallye wurde in 196 Ländern übertragen.

In diesem Jahr gibt es erstmals eine Motorrad-Klasse.

Jens Kürbis

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