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Sport im Norden Allein über den Atlantik
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21:34 27.07.2019
Arbeiteten bis zur letzten Minute an ihrem Boot, um es für die Mittelstrecke startklar zu bekommen: Lina Rixgens und Sverre Reinke. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Passathafen, Steg G. Lina Rixgens und Sverre Reinke verstauen ihr Großsegel an Bord der „Whomper“, dem Plattbug Mini 6.5 mit der markanten Bugnummer 982. Rixgens und Reinke sind erleichtert. Die vor neun Tagen getaufte„Whomper“ hat ihre Jungfernfahrt gemeistert, wenn auch verspätet. Denn Donnerstag, kurz nach dem Start in der Trave, war die Langstrecke für sie abrupt beendet. Das Großsegel wollte weder vor noch zurück. Zum Start der Mittelstrecke am Samstag war alles wieder im Lot. Rixgens & Reinke sind in der Meisterschaftspremiere (IDM), der ab 2024 neuen olympischen Disziplin Offshore Double Handed, angekommen.

Lina Rixgens testet ihr neues Boot zur Offshore-IDM. Quelle: Fotografie C.B. / © www.segel-bilder.de

Start beim Mini-Transat 2021

Und doch sind die Titelkämpfe nur ein Mosaikstein für mehr, für das große Ziel: Rixgens will 2021 auf eigenem Rumpf als Solistin bei der Mini-Transat, der Atlantik-Überquerung, an den Start gehen. Dafür hat die 24-Jährige im Winter in der italienischen Wevo-Werft nach ihren Vorstellungen eine neue Yacht bauen lassen, Sponsoren, wie die Neusser IT-Firma „alnamic“, eingesammelt. Denn so eine Kampagne will bezahlt sein. Gut 90 000 Euro kostet das Boot „und das gleiche kannst du noch einmal für zwei Saisons drauflegen“, erzählt sie. Rixgens hat für ihren Traum sogar einen Privat-Kredit aufgenommen.

Dank Schulprojekt auf Kurs Atlantik

Gepackt hat es sie vor neun Jahren. „Da bin ich im Rahmen eines Schulprojektes ein halbes Jahr auf einem Traditionsschoner über den Atlantik gesegelt“, erzählt die Kölnerin. Zwölf Monate später war aus der Europe- eine Hochseeseglerin geworden. 2017 folgte der erste Höhepunkt. Als erste deutsche Seglerin meisterte sie die Mini-Transat, das Rennen von La Rochelle zu den Kanaren und weiter über den „Teich“ zur Karibik-Insel Martinique. 4000 Seemeilen, 30 Tage, Platz 49 im stark besetzten Feld. In der Zeit hat sie gelernt, nachts mit 20 Minuten Schlaf auszukommen.

Lina Rixgens und Sverre Reinke Quelle: Wolfgang Maxwitat

IDM-Mittelstrecke verkürzt

Zur IDM in Travemünde braucht sie das nicht. Für sie sind die Mittelstrecken mit bis zu 25 Seemeilen eher Kurzrennen, aber ein guter Test für die „Whomper“. Gerade am Samstag bei den stürmischen Winden mit bis zu 30 Knoten und einer sich mehr und mehr aufbauenden Welle. Die Prognose auf noch mehr Wind und Welle veranlasste Wettfahrtleiter Uwe Wenzel, die Strecke auf 15 Seemeilen zu verkürzen, auf die zweite Mittelstrecke sogar zu verzichten. „Das ging draußen schon ordentlich ab, gerade wenn man das Boot nicht so gut kennt“, berichtete Rixgens. Aber es sei alles heil geblieben. „Das Boot hat großes Potenzial. Das war schon unheimlich gut, hat Spaß gemacht.“

Freudenberg/Reichelt weiter vorn

Sieger der Mittelstrecke ist nach berechneter Zeit die „Milou“ des Lübecker Architekten Bernd Petrick, der sich mit seiner Frau Annika in der Gesamtwertung auf Rang vier vorarbeitet. Gesamterster bleiben weiterhin der Flensburger Orthopäde Dr. Knut Freudenberg und Nils Reichert. Am Sonntag gehts ab 10 Uhr weiter. Wenzel will zwei Mittelstrecken segeln, um die IDM in die Wertung zu bekommen. „Das ist sehr eng gestrickt. Das Format hat Zukunft, wir brauchen aber künftig einen Tag mehr“, sagte Wenzel.

Start in die Mittelstrecke. Quelle: Fotografie C.B. / © www.segel-bilder.de

Boot bleibt in Travemünde

Zurück zu Lina Rixgens: Travemünde bleibt auch nach den Titelkämpfen vorerst der Hafen. Aus gutem Grund: Rixgens, die Medizin studiert, absolviert am UKSH ihr Praktikum. In der freien Zeit geht es vom Priwall dann zu weiteren Vorbereitungsregatten. So steht Mitte August mit Sverre Reinke (26), ebenfalls ehemaliger Europe-Segler und jetzt in Hamburg zu Hause, das Vegvisir Race durch die dänische Ostsee an, im September dann ein erstes 500-Meilen-Solo-Rennen mit Start in Danzig.

Rixgens: „Will kein Segelprofi werden, sondern Ärztin“

Bis zum Mini-Transat will sie zudem am Azoren-Rennen teilnehmen und in der Bretagne in Lorient ihr Basiscamp errichten. Bis dahin soll auch hinter dem Medizinstudium der Haken sein. Und was ist nach dem Mini-Transat 2021? Die Perspektive Olympia 2024 reizt sie. Nur eins schließt sie aus: „Ich will keine Profi-Seglerin werden, sondern Ärztin.“ Da sieht sie sich in Norddeutschland als Anästhesistin arbeiten.

Kampf gegen Blutkrebs

Dazu passt ins Bild, dass sie die Stiftung DKMS als neuen Partner an Bord hat. „Ich will mit meinen Projekten auf den Kampf gegen Blutkrebs aufmerksam machen.“ Rixgens hat neben dem Segeln so auch ein zweites, ehrgeiziges Ziel. Sie will – passend zur Bugnummer der „Whomper“ – bis zum Mini-Transat-Start mindestens 982 neue Knochenmarkspender finden.

Jens Kürbis

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