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Sport im Norden America’s Cup trifft Travemünder Woche
Sportbuzzer Sport im Norden America’s Cup trifft Travemünder Woche
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21:53 26.07.2019
Deutsche America’s-Cup-Kompetenz in Travemünde: Hasso Hoffmeister (r.) segelt Zweihand-IDM. Quelle: Foto: Segel-bilder.de
Lübeck

Um 12.38 Uhr querte die „Milou“ die Ziellinie vor der Nordermole. Fast 19 Stunden waren die Lübecker Bernd Petrick/Annika Salonen unterwegs, mit ihrem französischen Hochsee-Racer JPK 10.80 als erste zurück von der Langstrecke der Offshore-Double-Handed-Boote. Es war der Auftakt in die erste Internationale Deutsche Meisterschaft der ab 2024 neuen olympischen Disziplin, dem am Samstag zwei Mittelstrecken folgen.

Lübecker „Milou“ als erstes Boot im Ziel

Als Petrick im Passathafen sein Boot festmachte, wusste er schon, dass es nach berechneter Zeit nicht für die Spitze reichen würde. „Wir sind das schnellste Schiff im Feld, konnten uns nach dem Start auch gut absetzen. Unterwegs haben wir aber eine Tonne verpasst, mussten zurück. Das hat uns sicher eine halbe Stunde gekostet. Die wird am Ende fehlen.“ Die Über-Nacht-Tour habe Spaß gemacht. Auch, weil der Architekt erstmals mit seiner Frau auf einem langen Kanten unterwegs war. „Wir haben gut harmoniert.“ Schlaf hatten sie aber kaum, „jeder maximal eine Stunde. Es war sehr herausfordernd, weil viele Bahnmarken gesetzt waren.“ Bei der Umrundung von Fehmarn legte sich in der Nacht der Wind im Belt auch noch schlafen. Standsegeln. „Zudem musste gegen den Strom gekreuzt werden“, erklärte Wettfahrtleiter Uwe Wenzel. Am Morgen hatte er ein Einsehen und verkürzte. „Ich habe ihnen 35 Seemeilen und eine Kreuz geschenkt.“

Freudenberg mit Sehnenriss siegreich

Und Petrick sollte recht behalten. Als das letzte Boot, die „Lotta“ mit Michal Matzke und Ruth Ocksen, um 17 Uhr im Ziel war und die Rechner im Office angeworfen wurden, war klar. Petrick wurde Siebter. Die Sieger: die „halbtrocken“ mit Knut Freudenberg und dem Neustädter Nils Reichert. Und das mit Handicap: Freudenberg, Orthopäde aus Flensburg, ist nach einer Knieverletzung an „Krücken“ unterwegs. Ein Sehnenriss im rechten Knie, den er sich bei der Kieler Woche zugezogen hat, schränkt seinen Aktionsradius ein. „Ich bin nicht ganz so behände, aber an Bord geht es. Die Schoten- und Leinenführung ist so, dass ich alles aus dem Cockpit bedienen kann. Auf dem Vorschiff bin ich natürlich nicht unterwegs“, erklärte Freudenberg und ergänzte: „Ich bin ja selbst Orthopäde und weiß, was ich mir zumuten kann.“

Hasso Hofmeister Quelle: Fotografie C.B. / © www.segel-b

Hoffmeister ins America’s-Cup-Team geholt

Im 22-köpfigen Feld dabei – und das fast unbemerkt: Der Mann, der beim America’s Cup 2021 die deutsche Fahne hochhält. Hasso Hoffmeister, Schiffbau-Experte aus Hamburg, wurde ins Komitee für die Interpretation der Klassenregeln (Class Rules Committee) berufen. Der 55-Jährige ist seit seinem Abschluss als Schiffbau-Ingenieur 1993 für die Klassifikationsgesellschaft DNVGL (ehemals Germanischer Lloyd) tätig, gehörte 2000 zum Designteam der „Illbruck“-Challenge und war 2007 Rigg-Designer des Team Germany beim America’s Cup. Jetzt holten ihn Titelverteidiger Emirates Team New Zealand und Herausforderer Prada an Bord. „Das ist eine unglaubliche Ehre. Das Committee ist eine unabhängige Instanz und hat das technische Sagen, auch die Interpretationsgewalt über die Klassenregeln“, berichtet Hoffmeister. Und es gibt viele Fragen der Teams. Das 55-seitige Regelwerk lässt gerade in einem Wettbewerb von Konstruktionsklassen wie dem America’s Cup immer wieder Spielräume zu, wie bestimmte Elemente von Rigg, Rumpf oder Foils zu designen sind.

In Travemünde ist aber erst einmal die IDM-Premiere im Fokus. Denn Hoffmeister ist nicht nur Meister von Zahlen und Formeln. Er ist mit seinem Mini 6.50 „Husky“aktiver Regattasegler, in Travemünde Zweihand mit Michael Höfgen. Seine Ansage: „Vom Start bis zum Ziel drücken wir das Gaspedal durch. Wird viel gekreuzt, wird es schwierig.“ Wurde es: Rang neun.

Da war noch alles gut. Lina Rixgens mit ihrem Boot kurz nach dem Start der Langstrecke. Quelle: Fotografie C.B. / © www.segel-bilder.de

Lina Rixgens wieder am Start

Ins Kreuzen ist Atlantik-Überquererin Lina Rixgens nur kurz gekommen. Kurz nach dem Start in Höhe der Nordermole war Schluss. „Das Großsegel war nicht nur aus der Mastnut herausgesprungen. Es ließ sich weder vor noch zurück bewegen.“ An Land versuchte sie es mit Sverre Reinke zu reparieren, „doch das hat länger als zwei Stunden gedauert, sonst wären wir hinterher“. Segelmacher Heino Haase half, nähte über Nacht am oberen Ende des Vorlieks zwei Laken Tuch drüber, damit es hält. Am Samstag zur ersten Mittelstrecke will Rixgens wieder mitmischen. Wenzel hat 20 bis 25 Seemeilen eingeplant, „da die Double Hand ja zweimal ran müssen“. Erster Start: 11 Uhr.

Jens Kürbis

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