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Sport im Norden Beachvolleyball-Novum: Abbruch, Dramatik, Diskussionen, 7-Uhr-Neuansetzung
Sportbuzzer Sport im Norden Beachvolleyball-Novum: Abbruch, Dramatik, Diskussionen, 7-Uhr-Neuansetzung
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22:11 31.08.2019
Clemens Wickler (vorn) und Julius Thole vergaben die Entscheidung und müssen am Sonntag im Viertelfinale nachsitzen. Quelle: Agentur 54°
Timmendorfer Strand

Abbruch wegen Dunkelheit. Hitzige Diskussionen im Sand. Genervte Spieler. Der dritte Tag der Deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften geht in die Geschichte ein. Um 20.25 Uhr wurde das dramatische Viertelfinale zwischen Julius Thole/Clemens Wickler und Philipp Arne Bergmann/Yannick Harms am Samstagabend wegen Dunkelheit abgebrochen. Ein Novum in 27 DM-Jahren Timmendorfer Strand. Thole/Wickler, die Vizeweltmeister, hatten die Partie nach siegreichem ersten Satz (21:9) aus der Hand gegeben, lagen nach verlorenem zweiten Satz (22:24) im dritten 13:14 zurück.

Krimi im Halbdunkel

Ein Krimi im Halbdunkel: Nach abgewehrtem ersten Matchball und einem Medical-Time-Out von Thole (Oberschenkel-Probleme) wehrten die Hamburger den zweiten Matchball ab. Doch Harms beschwerte sich. Ein Scheinwerfer hatte ihn geblendet. Diskussionen, Pfiffe der 6300 Zuschauer. Statt 14:14 hieß es plötzlich 13:14. Dann der Abbruch. Die Regel: Die Partie wird nach vier Stunden Pause neu angesetzt.

Eric Koreng, Trainer von Thole/Wickler, konsterniert: „Abbruch. So etwas gab es noch nie. Die Jungs haben sich selbst im Weg gestanden, sich auf der Zielgeraden gesehen.“ Auch über den „Scheinwerfer-Punkt“ ärgerte er sich: „Diese Regel gibt es nicht.“ Die Vizeweltmeister erhalten eine zweite Chance. Und das am Sonntag um 7 Uhr auf Court 2 – auch das hat es noch nie gegeben.

Die Arena war mit 6300 Zuschauern erstmals voll besetzt. Quelle: Agentur 54°

Berg- und Talfahrt im Glutofen Timmendorf

Noch bei bestem Licht ballte Laura Ludwig die Faust in Richtung Tribüne, da wo ihr Team saß. Die Olympiasiegerin steht mit Margareta Kozuch im Finale. Und das nach einem Dreisatzkrimi, einem 2:1 (26:28, 21:11, 18:16) im Halbfinale gegen Kim Behrens und Cinja Tillmann. Im Endspiel treffen die Hamburgerinnen am Sonntag (12.15 Uhr/ProSieben MAXX) auf Karla Borger und Julia Sude, die in ihrem Semifinale Sandra Ittlinger/Chantal Laboureur mit 2:0 (21:19, 21:11) bezwangen.

Der Zeitplan am Sonntag

7.00: VF1: Thole/Wickler – Bergamnn/Harms

9.00: Halbfinale; Männer: Erdmann/Winter – Becker/Schröder; Sieger VF 1 – Poniewaz/Poniewaz.

10.00:Spiel um P. 3; Frauen: Behrens/TillmannIttlinger/Laboureur.

11.00: Spiel um Platz 3; Männer

12.15: Finale; Frauen: Kozuch/LudwigBorger/Sude

13.30: Finale; Männer

„Finale, das tut richtig gut“

Dass die „Strahlefrau des deutschen Beachvolleyballs“ ihr Lachen aber ausgerechnet im Glutofen von Timmendorfer Strand, wo im Sand am Samstag mehr als 40 Grad gemessen wurden, zurückgewinnen würde, das war so nicht zu erwarten gewesen. Da war Kozuchs Schulterverletzung, die ein Blocken nahezu unmöglich machte. Am Mittwoch hatte das Team noch eine Absage erwogen. Da war der verpatzte Auftakt, die Niederlage gegen die Underdogs Lena und Sarah Overländer. Da war auch die stete Berg- und Talfahrt, die sich durch beinahe jedes Spiel, jeden Satz zog. „Finale. Das tut richtig gut, gerade nach dem Start“, gestand Ludwig, „wir haben uns Punkt für Punkt ’reingearbeitet, hatten immer wieder Hakler. Aber sie haben uns nicht umgehauen.“ Dieses Auf und Ab, es zieht sich schon durch die Saison. „Das ist auch neu für mich“, gestand sie. Dieses Wellental, es zehrt auch an den Kräften. „Meine Beine sind jetzt durch. Ich will nur Essen, ganz viel Essen.“ Und ihren Kleinen, ihren ein Jahr alten Sohnemann Teo Johnston abknuddeln, „auch wenn er das nicht will. Er muss mir jetzt Energie geben.“ Und Jochen Dirksmeyer, „unser Physiogott“. Den braucht auch Kozuch, die nach jedem Spiel nicht nur eine Kühlmanschette braucht.

Freude pur: Laura Ludwig und Margareta Kozuch stehen im Finale. Quelle: imago images

Borger/Sude – eine Demonstration der Stärke

Im Finale geht es am Sonntag gegen Borger/Sude, die nach einer Niederlage am Freitag auch den Umweg über das Achtelfinale nehmen mussten. Der Samstag aber, er war eine Demonstration der Stärke. Ohne Satzverlust marschierten die Stuttgarterinnen durch, warfen dabei auch die Titelverteidigerinnen Bieneck/Schneider raus. „Wir brauchen offenbar drei Spiele an einem Tag“, erklärte Karla Borger. Und Julia Sude ergänzte: „Unser Matchplan ist aufgegangen, vor allem in den zweiten Sätzen. Wir wollen jetzt den Titel.“

Nationalteam Ehlers/Flüggen im Achtelfinale raus

Raus sind Nils Ehlers und Lars Flüggen. Das Nationalteam aus Hamburg unterlag Jonathan Erdmann/Sven Winter klar in zwei Sätzen (16:21, 18:21), die nach einer Handverletzung von Winters Partner Alexander Walkenhorst erst seit der WM in Hamburg zusammen spielen.

Von Jens Kürbis

Olympiasiegerin Laura Ludwig hat mit ihrer Partnerin Margareta Kozuch das frühe Aus bei den Deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften abgewendet. Die Hamburgerinnen stehen am Samstag im Achtelfinale. Den Umweg müssen auch die topgesetzten Karla Borger/Julia Sude nehmen. Im Viertelfinale stehen bereits die Vizeweltmeister Julius Thole/Clemens Wickler. DM-Chef Frank Mackerodt erwartet am Samstag eine Fan-Karawane aus Hamburg.

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Die erste Überraschung der Beachvolleyball-DM in Timmendorfer Strand ist perfekt: Olympiasiegerin Laura Ludwig hat mit Margareta Kozuch das Auftaktmatch verloren und steht im zweiten Gruppenspiel schon unter Zugzwang. Die Siegerin Sarah und Lena Overländer: „Die Olympiasiegerin bezwungen. Das ist ja voll krank.“ Die Vizeweltmeister Julius Thole/Clemens Wickler starteten siegreich.

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