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Sport im Norden Bundesliga-Kicker gesucht
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22:27 15.12.2018
Top-Wide-Receiver Lennart Stolina hat in der vergangenen Saison auch für die Lübeck Cougars gekickt Quelle: 54°/John Garve
Lübeck

Noch nie war der Weg in die Bundesliga so kurz: Die Zweitliga-Footballer der Lübeck Cougars suchen Männer mit einem starken Fuß und guten Nerven. Am 12. Januar um 14 Uhr auf dem Kunstrasenplatz am Buniamshof können sich bei einem offenen Kicker-Tryout alle Interessierten vorstellen, die glauben, dass sie die „Berglöwen“ in Zukunft zum Sieg kicken könnten.

Solche Spezialisten sind in Football-Deutschland rar gesät, auch die Cougars hatten nur einen „gelernten“ Kicker in ihren Reihen – den Amerikaner Cody Journell, der 2016 extra verpflichtet worden war, um entscheidende Punkte zu sichern. Ansonsten haben Julian Dohrendorf, Dennis Blaesner oder Lennart Stolina den Job nebenbei erledigt.

„Die Position ist in Deutschland unbeliebt und wird von vielen Teams und Trainern auch vernachlässigt. Das will ich ändern“, kündigt Max Groß, der neue Special-Teams-Trainer der Berglöwen an. „Bei den meisten Mannschaften läuft es so, dass im Trainingslager jeder Spieler mal gegen den Ball treten darf – und wer am weitesten schießt, hat für die Saison den Posten des Kickers.“

Und so wie dieses Auswahlverfahren, ist laut Groß auch oft der Stellenwert im Training, nämlich kaum vorhanden. „In den deutschen Ligen hat das Kicken nur einen Bruchteil der Bedeutung wie zum Beispiel in der US-Profiliga NFL. Das zeigt sehr deutlich, wie viel Potenzial da noch drinsteckt. Das wollen wir nutzen. Ich möchte einen reinen Kicker ausbilden, denn ich bin davon überzeugt, dass es das Team voranbringen wird. Dazu gehört natürlich auch noch die Abstimmung mit dem Long Snapper und dem Holder. Das muss eine gut funktionierende Einheit sein.“

Bei der Suche hoffen die Cougars auch auf Neugierige unter den Fußballern der Region. Denn die wichtigste Voraussetzung für die Kandidaten ist ein kräftiges Schussbein. „Das ist das A und O. Und vielleicht haben Torhüter einen kleinen Vorteil durch die Bewegungsabläufe beim Abstoß. Aber die Technik muss jeder neu erlernen“, sagt Groß mit Blick auf das Tryout.

Und die Hoffungen der Berglöwen sind durchaus berechtigt. Nicht nur, dass Keeper Eric Schlomm (hat gerade beim 1. FC Phönix aufgehört) seine Fähigkeiten mit dem Leder-Ei testen will. Es könnte am 12. Januar zu einem Shootout der Landesliga-Torjäger kommen. Denn auch Preußen Reinfelds Kristof Rönnau, mit 27 Treffern die Nummer eins der Goalgetter-Liste, und sein ärgster Verfolger Bastian Henning (FC Dornbreite/20 Tore) haben ihr Interesse bekundet, beim Tryout der Footballer anzutreten.

Dass Fußballer durchaus mit dem ovalen Football-Spielgerät umgehen können, haben schon einige Profis bewiesen. So waren Axel Kruse (u.a. Hertha, Frankfurt, Stuttgart), Ingo Anderbrügge (Schalke) und Manfred Burgsmüller (Dortmund, Bremen) in der halbprofessionellen NFL Europe als Kicker aktiv. Burgsmüller, der von 1996 bis 2002 für Rhein Fire gekickt hat, ist mit 52 Jahren bis heute der älteste aktive Footballprofi der Welt.

„Wir freuen uns über jeden Kandidaten beim Tryout, der Bock auf Football und die Position des Kickers oder Punters hat“, blickt Cougars-Cheftrainer Mark Holtze Richtung Januar. Und Max Groß hat mit seinem Spezialisten große Pläne. „Das Ziel ist es, dass wir von der 20-Yard-Linie kicken können und dabei sicher Punkte machen. Das wäre eine Field Goal-Distanz von 37 Yards. Wenn wir das schaffen, bringt es uns ganz sicher voran und entlastet Leistungsträger wie Lennart Stolina, der sich dann auf seine eigentliche Position konzentrieren kann – obwohl er als Kicker einen guten Job gemacht hat und sicher auch künftig eine Alternative ist.“

Axel Wronowski

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