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Sport im Norden Cougars droht Wettrüsten
Sportbuzzer Sport im Norden Cougars droht Wettrüsten
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22:18 13.02.2019
Maeric Achiepi (r., gegen Paderborns Heiko Bals) war 2018 einer von zwei EU-Ausländern der Cougars. Quelle: BJARNE ALMSTEDT/HFR
Lübeck

Die lange Winterpause der Lübeck Cougars neigt sich langsam dem Ende entgegen. Und der Football-Zweitligist kann der Saison 2019 eigentlich recht optimistisch entgegensehen. „Wir sind mit unseren Personalplanungen wesentlich weiter als in den vergangenen Jahren. Und auch der Kader ist so breit aufgestellt wie lange nicht mehr. Aber natürlich gibt es auch noch einige Baustellen“, sagt Cougars-Cheftrainer Mark Holtze.

Profitiert haben die Berglöwen dabei natürlich davon, dass die Seals in diesem Jahr keine Mannschaft melden und sich viele Spieler des Lokalrivalen den Cougars angeschlossen haben. Dazu sind nach der Insolvenz der Kieler Hurricanes einige Akteure des Erstligisten nach Lübeck gewechselt und auch aus Hamburg schnüren einige Footballer ihre Schuhe künftig in der kleinen Hansestadt.

Doch ein guter deutscher Kader allein könnte diese Saison zu wenig sein, um an der Spitze der GFL2 mitzuspielen, denn neue Transfer-Regeln des deutschen Football-Verbandes AFVD könnten zu einem neuen Wettrüsten führen.

Wechselsperre wird aufgehoben

Das hat weniger damit zu tun, dass jetzt bis zum 30. Juli jeden Jahres (vorher 30. Juni) Spieler verpflichtet werden dürfen, sondern vielmehr damit, dass Spieler aus dem europäischen Ausland nun auch nach dem 1. März ohne Wechselsperre in die GFL wechseln dürfen. In der Vergangenheit haben solche Verpflichtungen kaum Sinn gemacht, weil es automatisch eine 5-Spiele-Sperre gab, so dass die betreffenden Spieler kaum noch eingesetzt werden konnten.

Nun können Akteure, deren Spielzeit früher zu Ende ist, anschließend sofort zu einem deutschen Klub wechseln. Da kann es einen gewaltigen Unterschied machen, wenn Spieler aus dem europäischen Ausland nun auch nach dem 1. März ohne Sperre in die GFL wechseln können. Und beispielsweise in Frankreich (Endspiel Anfang Juni) oder Österreich (Endspiel im Juli) ist die Saison vorbei, wenn in der GFL und der GFL2 gerade mal Halbzeit ist. Außerdem dürfen deutsche Vereine beliebig viele U21-Spieler aus dem europäischen Ausland verpflichten, eine Obergrenze (zehn Akteure aus der EU) gibt es nur noch für ältere Spieler.

Cougars bleiben sich treu

Sascha Knappe, Geschäftsführer der Football-Vermarktungsgesellschaft der Cougars, sieht durchaus die Gefahr eines Wettrüstens. „Vereine mit viel Geld konnten sich schon immer viel leisten. Jetzt ist der Markt für sie noch größer geworden. Und wenn zwei Teams Kopf an Kopf liegen, kann ein zusätzlicher Spieler auch schon den Ausschlag über Meisterschaft oder Abstieg bedeuten. Aber unser Weg ist das ganz sicher nicht. Wir wollen deutsche Spieler ausbilden, sie besser machen und in unsere Strukturen investieren, um etwas substanzielles aufzubauen. Das dauert natürlich länger. Trotzdem werden wir im Ausland weiter nur nach Ergänzungen für unser deutschen Team suchen.“

Die Lübecker haben für die Saison 2019 bisher noch keinen EU-Spieler im Kader. Vergangenes Jahr standen mit dem Briten Nick Childs und dem Franzosen Maeric Achiepi zwei Europäer für die Berglöwen auf dem Platz. Ob bis zum Saisonstart neben dem US-Duo Donald Smith (Linebacker) und Quarterback Quentin Williams noch weitere Imports zum Cougars-Team stoßen, ist noch nicht klar.

Auch Max Paatz, Sportdirektor des Cougars-Konkurrenten Elmshorn Fighting Pirates, sieht die neuen Regeln mit gemischten Gefühlen. „Vereine mit viel Geld können damit sicherlich einfacher nachrüsten. Das kann dann auch schnell zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Aber auf der anderen Seite ist es für Klubs leichter möglich, erst einmal mit einem guten deutschen Kader in die Saison zu gehen – und dann notfalls nachzusteuern. Mit der alten Transferregelung war so etwas fast unmöglich“, sagt der 43-Jährige, der 2017 auch Sportdirektor der Cougars war. Die Fighting Pirates gehören im Gegensatz zu den Cougars übrigens zu den finanzstarken Teams der Liga, haben bisher vier US-Amerikaner und einen mit dem Ex-Lübecker Giovanni Nanguy aus Frankreich einen Europäer unter Vertrag. Und zwei weitere Imports (einen Amerikaner, einen Europäer) lässt das Budget der Elmshorner auf jeden Fall noch zu.

Die nächsten Termine der Cougars

Vom 5.-7. April absolvieren Lübecks Footballer ihr traditionelles Trainingslager in Bad Segeberg. Bis dahin soll der Kader der Berglöwen eigentlich komplett sein. Am 13. April (18 Uhr) steht dann der einzige Test auf dem Programm. Gegner auf dem Buniamshof ist Regionalligist Hamburg Blue Devils. Die „Blauen Teufel“ waren vier Mal Deutscher Meister und gewannen drei Mal den Euro-Bowl. Nach dem Rückzug aus der GFL 2014 arbeiteten sich die Hamburger jetzt Jahr für Jahr wieder nach oben. Am 4. Mai (17.30 Uhr) starten die Cougars in die GFL2-Saison. Gegner auf dem Buni sind dann die Solingen Paladins.

Axel Wronowski

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