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Sport im Norden DFB-Mädels trainieren auf der Lohmühle in Lübeck – mit den VfB-Jungs!
Sportbuzzer Sport im Norden DFB-Mädels trainieren auf der Lohmühle in Lübeck – mit den VfB-Jungs!
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12:20 08.11.2019
Anneke Klaas spielt mit den HSV-U17-Mädels in der Bundesliga, trainiert aber zweimal pro Woche auch mit den U16-Jungs des VfB Lübeck. Sie kickt sehr erfolgreich für Schleswig-Holstein – und gehört zum Kader der DFB-Auswahl ihres Jahrgangs 2003. Quelle: KBS-Picture
Lübeck

Der VfB Lübeck und der Frauenfußball – das ist kein Ruhmesblatt in der 100-jährigen Vereinshistorie. Zwar gab es 2011 mal eine kurze Kooperationsphase mit dem FFC Oldesloe aus der 2. Frauenbundesliga – man bildete die Adigo-Schwestern Birel und Gloria die aus, die beide zum Top-Klub VfL Wolfsburg führte – viel mehr gab es aber nicht zu vermelden.

Jetzt aber will der Klub sich talentierten Mädels mehr öffnen. Nachwuchschef Rocco Leeser betonte dies jüngst auf der Jahreshauptversammlung. Und er nannte gleich zwei Beispiele, die zeigen, wie die Förderung beim VfB aussehen könnte. Es geht um Anneke Klaas und Madita Ehrig.

Torhüterin und Abwehrchefin in der Bundesliga

Die beiden 16-jährigen Ostholsteinerinnen trainieren seit Saisonbeginn gemeinsam mit den U16-Jungs des VfB, spielen aber aktiv für die U17-Mädchen des Hamburger SV in der Juniorinnenbundesliga, Klaas als Torhüterin, Ehrig als umsichtige, technisch versierte, konditionsstarke (10 km unter 40 Minuten) Abwehrchefin.

In den Fokus gerieten beide jetzt, weil sie auf dem Kaderbogen zum Sichtungslehrgang der deutschenU17-Nationalmannschaft auftauchten – mit dem Zusatz, dass ihr Heimatverein der VfB Lübeck sei.

„Sie können problemlos mithalten mit den Jungs“

Leeser klärt auf: „Wir standen in Kontakt mit dem Landestrainer Dieter Bollow, der für seine Auswahlmädchen hochwertige Trainingsmöglichkeiten in Jungsmannschaften suchte und zwar in Schleswig-Holstein, damit sie seiner Landesauswahl nicht verloren gingen.“

Und so haben beide sowohl ein Spielrecht für den HSV (Mädchen) als auch für den VfB Lübeck (Jungen), in dem sie Mitglieder sind. Dort wurden sie aber nur in Ausnahmefällen in Testspielen eingesetzt. Montags und mittwochs nehmen sie regelmäßig am Trainingsbetrieb auf der Lohmühle teil. Leeser lobt: „Sie können problemlos mithalten mit den Jungs.“

Madita Ehrig, Voß-Gymnasiastin aus Eutin, beim HSV Abwehrchefin, ist jetzt zum DFB eingeladen. Quelle: KBS-Picture

HSV lobt Ausbildung auf der Lohmühle

Und auch beim HSV ist man sehr zufrieden mit der Ausbildung durch die grün-weiße Fußballschule. Klaas und Ehrig sind Leistungsträgerinnen, der HSV ist Tabellenführer in der U17-Bundesliga der Juniorinnen. Jetzt machen sie den nächsten Schritt ihrer Karriere. Anneke hatte ihre Einladung zum DFB-Lehrgang in Bad Gögging (Bayern) schon in der Tasche, Madita stand zunächst auf Abruf – am Donnerstag kam aber auch für sie die endgültige Nominierung. Am kommenden Montag um 6.29 Uhr geht’s mit der Bahn los, um 9.30 Uhr hebt in Hamburg ihr Flieger gen Süden ab. Drei Tage dürfen sie sich dann mit den besten deutschen U19- und U17-Mädchen messen.

Aus Malente und Eutin in die Nationalmannschaft

Ob’s dann zur nächsten Länderspielberufung reicht? Bollow: „Auf jeden Fall gehen sie den richtigen Weg. Nur Training auf hohem Niveau unter robusten Bedingungen bringt sie weiter – es gibt, glaube ich, keine Nationalspielerin, die nicht in einer Jungenmannschaften trainiert hätte. So bitter das klingt: Wer nur in reinen Mädchenmannschaften trainiert, hat keine Chance auf eine große Karriere im Frauenfußball.“ Klaas und Ehrig, die eine aus Malente, die andere aus Eutin, hatten zunächst mit den C-Jugendjungs der SG Eutin/Malente unter Freddy Kaps trainiert.

Holstein Kiel wollte das Duo nicht

Der ist mittlerweile Coach bei Holstein Kiel (U19), hatte bei den „Störchen“ nachgefragt, ob die beiden Ausnahmefußballerinnen dort bei den Jungen mittrainieren dürften – Holstein lehnte dies ab. Und so kam der VfB Lübeck ins Spiel. Leeser: „Der Mädchenfußball wird zu wenig gefördert, wir versuchen jetzt ein kleines Zeichen zu setzen. Und wir laden talentierte Mädchen aus der Region, die in Landeskadern stehen ein, es wie Anneke und Madita bei uns zu probieren. Die dürfen sich gern melden.“ Vielleicht ist dies auch ein Wink mit dem Zaunpfahl an den Kreisfußballverband Lübeck. Der ist nämlich neben dem KFV Lauenburg der einzige Kreisverband, der die so wichtige „Frühförderung“ bei den jüngsten Jahrgängen der U12-Mädels überhaupt nicht mehr im Programm hat.

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