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Sport im Norden DM-Gold für Speerwerfer Sagawe
Sportbuzzer Sport im Norden DM-Gold für Speerwerfer Sagawe
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20:10 26.02.2018
Der Winterwurf-Champion holt aus: Niklas Sagawe schleudert den Speer in Halle auf die neue persönliche Bestmarke von 65,12 m.
Der Winterwurf-Champion holt aus: Niklas Sagawe schleudert den Speer in Halle auf die neue persönliche Bestmarke von 65,12 m. Quelle: Fotos: Iris Hensel (2)
Halle/Saale

Nachdem er am Sonntag bereits als neuer Deutscher Meister feststand, schleuderte der Ostholsteiner seinen 800 Gramm schweren Speer im sechsten und letzten Versuch auf die Weite von 65,12 Meter und steigerte seine persönliche Bestleistung um fast acht Meter. Als einziger weiterer Athlet aus der LN-Region kam Joel Kuluki (LBV Phönix) am Sonntag im Dreisprung noch mit guten 14,21 m als Sechster in Medaillennähe.

Speerwerfer Niklas Sagawe (Polizei-SV Eutin) entwickelt sich zum Favoritenschreck bei Deutschen Meisterschaften: Bei den nationalen Titelkämpfen im Winterwurf in Halle/Saale holte der krasse Außenseiter und letztjährige U18-Champion nun auch Gold bei den U20-Junioren.

Minus vier Grad, aber Sonne und nur etwas Wind, der leistungsfördernd auch noch von vorn kam, zeugten im im Sportpark Brandberge von echt winterlichen Bedingungen. Gleich im ersten Versuch setzte sich Sagawe mit 61,67 m an die Spitze des Neuner-Feldes. „Ich habe einfach das gemacht, was ich kann und den Speer beim Abwurf wirklich gut getroffen“, kommentierte der Eutiner seinen gelungenen Einstieg.

Die Konkurrenz wirkte leicht geschockt, denn erst in Durchgang zwei folgte ihm mit Adrian Griffel (Bramstedter TS/62,05 m) ein weiterer Holsteiner mit einem Versuch jenseits der 60-m-Marke. Aber auch Top-Favorit Tomas Schlegel (LC Rehlingen/61,77) kam ihm näher. Unbeeindruckt steigerte sich Sagawe auf 62,52 und 63,04 m und baute seine Führung zum Ende des Vorkampfes aus. Zum Endkampf wurde für die letzten drei Versuche die Reihenfolge nach der Platzierung verändert, so dass Sagawe als Letzter werfen konnte.

Zunächst steigerte sich Mitfavorit Jacob Nauck (SC DHfK Leipzig) auf 61,46 m, und beim Wurf des Rehlingers Schlegel hielten die Eutiner den Atem an, denn der Speer flog sehr weit – aber es wurden „nur“ 62,69 m gemessen. Als auch Adrian Griffel, mittlerweile Dritter, sich nicht mehr verbessern konnte, stand Sagawe nach seinem U18-Coup im Vorjahr als neuer U20-Champion fest.

„Da war ich dann richtig locker und wollte noch mal einen raushauen“, berichtete der hochmotivierte PSV-Youngster. Und hielt Wort: Unter dem Jubel des Eutiner Anhangs flog das Gerät 65,12 m weit.

Neben dem Titel hatte Sagawe damit auch die Nominierung für den Jugendländerkampf gegen Frankreich und Großbritannien am kommenden Wochenende im französischen Nantes in der Tasche. „Das war auch ein Ziel neben dem Titelgewinn. Schön, dass ich jetzt im Nationaltrikot starten kann“, meinte Sagawe mit einem Meisterlächeln. Da auch Adrian Griffel nominiert wurde, vertreten zwei Holsteiner Speerwurftalente die deutschen Farben in Frankreich.

Von den weiteren Athleten aus der LN-Region kam Phönix-Dreispringer Joel Kuluki dicht an seine Bestleistung (14,25) heran. Im dritten Versuch landete er bei 14,21 m und lag damit kurzzeitig auf dem Bronzerang. Doch der „Adlerträger“ konnte sich nicht mehr steigern und rutschte noch auf Platz sechs ab. Am Ende fehlten 26 Zentimeter zu Bronze. LBV-Kollege Fritz Peters fand über 60 m Hürden überhaupt nicht ins Rennen und schied mit 8,91 Sekunden als Vorlauf-Letzter aus. „Na ja, die Grippewelle hat auch meine Jungs getroffen, deshalb war Joel so schlapp. Klar gibt’s noch Reserven. Ganz zufriden sind wir nicht , aber auch nicht enttäuscht. Wir gucken positiv nach vorn und sind sehr motiviert für die Sommersaison“, erklärte Trainerin Elena Gavrilova.

Dagegen hatten zwei Nachwuchskräfte einen recht guten ersten DM-Tag erwischt. U18-Speerwerfer David Schliep (PSV Eutin) kam bei 17 Teilnehmern ins Finale, wurde mit 56,74 m Siebter und sagte:

„Darüber habe ich mich richtig gefreut.“ U20-Weitspringer Nick Schmahl (TSV Heiligenhafen) wurde mit 7,04 m aus dem ersten Versuch Achter und räumte ein: „Mein letzter Schritt war immer zu lang.

Dadurch habe ich vier Versuche übergetreten. Bis zum Sommer werde ich meine Technik aber sicher wieder verbessert haben.“

Die übrigen DM-Startberechtigten aus der LN-Region mussten indes komplett passen. „In unserer Staffel waren gleich drei Mädels krank“, berichtete Lübecks MTV- Coach Jens Scheppler, und auch die Wentorfer Weitspringerin Benita Kappert war nach einem Infekt noch nicht wieder fit genug, um in Halle antreten zu können.

MA