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Sport im Norden Dirk von Zitzewitz nach Horrorcrash in Ungarn: „Ich hatte einen Schutzengel“
Sportbuzzer Sport im Norden Dirk von Zitzewitz nach Horrorcrash in Ungarn: „Ich hatte einen Schutzengel“
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16:26 18.08.2019
Dirk von Zitzewitz musste aus seinem Side by Side herausgeschnitten werden. Quelle: Marian Chytka MCH Photography
Lübeck

„Schön Klinik“ am Kiebitzberg in Neustadt. Dirk von Zitzewitz liegt in seinem Bett, tippt etwas in sein Handy. Linke Hand und Schulter sind bandagiert, sein Kopf ist in einem Halofixateur, einem starren Haltesystem, ruhig gestellt. „Mein Körper fühlt sich scheiße an, aber mir geht es gut. Alles wird gut“, sagt der 50-Jährige nach einem Horrorcrash im ungarischen Veszprem.

Intermezzo hinterm Lenkrad

Von Zitzewitz, Dakar-Sieger von 2009, war mit dem Norweger Ola Fløene (50) bei der Hungarian Baja am Start. Und das mit seinem eigenen Team, im Side-by-Side-Buggy – hinterm Lenkrad. Ein Intermezzo, ein kurzer Perspektivwechsel. Denn die Dakar im Januar 2020 ist sein großes Ziel. Dann will er seinen neuen Piloten, den Saudi Yazeed Al Rajhi, beim Heimspiel aufs Podium navigieren. Denn nach elf Jahren in Südamerika zieht die härteste Rallye der Welt in den Nahen Osten nach Saudi Arabien um.

Nach einer Kurve hob es das Side by Side von Dirk von Zitzewitz aus. Quelle: Marian Chytka MCH Photography

Sieben Mal überschlagen, DvZ bewusstlos

Von Zitzewitz berichtet von seinem Unfall in Ungarn: „Es ist beim Prolog passiert. An einem Hang in einer Rechts-Links-Kurve hat es uns ausgehebelt, das Side by Side auf meine Seite gedreht. Wir müssen uns sieben Mal überschlagen haben.“ Schon beim zweiten Überschlag sei er bewusstlos gewesen. „Das war wohl auch der Grund für meine schlimmen Verletzungen.“ Insgesamt 14 Brüche zählten die Ärzte später. Rippen, Schlüsselbein, Hand, auch zwei Wirbel am Nacken und einer an der Brust.

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ADAC fliegt von Zitzewitz aus Ungarn aus

Sein Co-Pilot war unverletzt geblieben, hatte lediglich eine Gehirnerschütterung. Von Zitzewitz musste aus dem Buggy herausgeschweißt und in einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen werden. „Zum Glück konnte ich alles spüren, alles bewegen, da war ich schon mal froh“, berichtet er. Mit dem ADAC-Rettungsflugzeug wurde er dann von Budapest nach Hamburg geflogen, von dort ging es nach Neustadt in die Klinik zu Professor Dr. Henry Halm, einer Koryphäe der Wirbelsäulenchirurgie. Von Zitzewitz: „Großes Lob an den ADAC. Das hat alles super funktioniert.“ In der Heimat gab Professor Halm dann nach einer Untersuchung Entwarnung. „Ich muss nicht am Rücken operiert werden, bin darüber sehr erleichtert“, sagt von Zitzewitz. Er weiß: „Das hätte ganz anders ausgehen können. Ich hatte einen Schutzengel. Ich bin mehr als dankbar, dass es so glimpflich ausgegangen ist.“

Dirk von Zitzewitz (l.) fährt sonst mit dem saudischen Piloten Yazeed Al Rajhi. Quelle: DVZ

„So schlimm wie jetzt hat es noch nie eingeschlagen“

Es ist nicht der erste Unfall für von Zitzewitz. 2005 überschlug er sich in Mauretaniens Wüste, 2011 mit Giniel de Villiers im VW Race Touareg in Russland. Auch vor neun Jahren in Ungarn in der Nähe von Veszprem, zuletzt im Juni mit Al Rajhi im Toyota Hilux bei der Kasachstan-Rallye. „Ich bin seit 40 Jahren im Motorsport, doch so schlimm wie jetzt hat es noch nie eingeschlagen.“ Dabei hatte er mit seinem Co. die Strecke vorher inspiziert.

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„Ich will zurück ins Cockpit“

In Neustadt wurde der Familienvater an der linken Hand und Schulter operiert. „Das war aufgrund des Halofixateur nicht so einfach. Es ist aber alles super gelaufen“, berichtet er. Wie lange der Karlshofer in der Klinik bleiben muss, steht noch nicht fest. „Das ist auch egal. Es wird wohl insgesamt rund zwölf Wochen dauern, bis alles wieder verheilt ist – und dann greife ich wieder an.“ Sein Ziel bleibt die Dakar 2020. „Meine Motivation ist jetzt um so größer. Ich will zurück ins Cockpit, habe genügend Zeit, um gesund und wieder fit zu werden. Ich will im Januar mit dem großen Topf nach Hause kommen.“

Dakar-Legende seit dem Sieg 2009

Dirk von Zitzewitz (50), gebürtig in Eutin, ist einer der erfolgreichsten deutschen Motorsportler. Er ist 15-facher deutscher Enduro-Meister, war bei der Rallye Dakar 18 Mal am Start (Motorrad/Auto). Mit dem Südafrikaner Giniel deVilliers hat der Ostholsteiner die Rallye 2009 im VW gewonnen, ist mit ihm siebenmal aufs Podest gefahren und gehört zum elitären Kreis der „Dakar-Legenden“. Seit Mai fährt der Topclass-Navigator mit dem saudischen Piloten Yazeed Al Rajhi.

Von Jens Kürbis

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